15.07.2017
Diabetes

Allgemeines

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse entweder kein oder nicht mehr genügend Insulin produziert oder das vorhandene Insulin an den Zielzellen, allen voran den Muskelzellen, nicht richtig wirken kann. Dadurch nehmen die Zellen nur wenig Zucker aus dem Blut auf, verbrauchen weniger, und das Blut enthält sehr viel Zucker. Ab einer bestimmten Menge wird der Zucker mit dem Urin ausgeschieden. Der Zucker, von dem im Zusammenhang mit Diabetes die Rede ist, heißt chemisch Glukose. Sie ist ein Bestandteil des Haushaltszuckers (Saccharose). Dieser besteht aus Glukose und Fruktose.

Einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zufolge erkranken derzeit 7 von 100 Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Diabetes.

Gemäß ihrer Ursache werden vornehmlich zwei Arten von Diabetes unterschieden: Typ 1 und Typ 2. Dabei handelt es sich um verschiedene Krankheiten. Weil aber beide den Zuckerstoffwechsel betreffen, auf dem völligen Fehlen von Insulin oder seiner unzureichenden Wirkung beruhen und die gleichen Folgekrankheiten nach sich ziehen können, tragen sie den gleichen Namen.

Bei Typ-1-Diabetes zerstört das körpereigene Abwehrsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin herstellen. Diese Menschen müssen schon sehr bald nach Beginn der Erkrankung Insulin spritzen.

Bei Typ-2-Diabetes hält die Bauchspeicheldrüse ihre Produktion an Insulin noch lange Zeit aufrecht. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung schüttet sie sogar mehr Insulin aus. Daher kommen diese Menschen oft zunächst ohne gespritztes Insulin aus.

Früher wurde Typ-1-Diabetes als Jugendlichendiabetes bezeichnet, weil die Krankheit häufig in der Kindheit oder Jugend beginnt. Heute ist klar, dass Typ-1-Diabetes in jedem Lebensalter auftreten kann. Typ-2-Diabetes galt als Altersdiabetes, weil er vorwiegend bei Personen über 50 Jahren auftritt. Die meisten Menschen mit dieser Diabetesform sind übergewichtig und haben hohen Blutdruck. Zusammen mit Veränderungen der Blutfettwerte (wenig HDL-Cholesterin, viel Triglyzeride) spricht man vom metabolischen Syndrom.

Ein über lange Zeit schlecht eingestellter Blutzucker kann zu Folgekrankheiten führen, die auf Schäden an den Blutgefäßen und Nerven beruhen. Schäden an den kleinen Blutgefäßen (Mikroangiopathie) betreffen vor allem die Netzhaut der Augen und die Nieren. 9 bis 11 von 100 Menschen mit Typ-2-Diabetes müssen im Laufe der Erkrankung mit solchen Gefäßschäden rechnen. Stärker gefährdet sind Menschen mit Typ-1-Diabetes. Etwa 24 von 100 von ihnen erleiden im Laufe ihres Lebens Schäden an den Augen und 17 von 100 Schäden an den Nieren. Die Endstadien dieser Schäden – Erblinden und Nierenversagen – erleben jedoch nur wenige.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben häufig auch Schäden an den großen Blutgefäßen (Makroangiopathie). Da diese aber oft schon bestehen, wenn die Diabetesdiagnose gestellt wird, ist es fraglich, ob sie allein auf dem erhöhten Blutzuckerspiegel beruhen. Als Folgen dieser Gefäßschäden können Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen in den Beinen auftreten.

Darüber hinaus kann Diabetes die Nerven beeinträchtigen (Neuropathie). Nervenschäden sind bei etwa 23 von 100 Menschen mit Typ-2-Diabetes im Laufe der Erkrankung zu erwarten. Von denen mit Typ-1-Diabetes sind es etwa 29 von 100. Eine Spätfolge kann das diabetische Fußsyndrom sein, bei dem eine Amputation drohen kann.

Menschen mit Diabetes, denen es gelingt, ihren Blutzuckerspiegel weitgehend normal zu halten, haben fast keine Spätfolgen und annähernd die gleiche Lebenserwartung wie stoffwechselgesunde Menschen. Auch Schwangerschaft und Geburt sind mit einer konsequenten Therapie wesentlich ungefährlicher geworden, als sie es früher waren.

Bei Kindern

Die Behandlung eines diabetischen Kindes kann sich dadurch schwierig gestalten, dass Kinder noch keinem gleichmäßigen Lebensrhythmus folgen, sich manchmal ungeplant intensiv bewegen und sich bei ihrer Ernährung lieber an Gleichaltrigen orientieren als an medizinischen Vorgaben. Darum ist es wichtig, sie so früh wie möglich in einer Schulung zu einer selbstständigen Diabetesbehandlung anzuleiten.

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