15.07.2017
Schmerzen

Allgemeines

Akute Schmerzen haben für den Körper eine wichtige Schutzfunktion. Sie warnen zum Beispiel vor Gefahren: Bevor eine schwere Verbrennung entsteht, zieht man die Hand von der heißen Herdplatte zurück. Schmerzen signalisieren eine Verletzung und erzwingen Schonung. Neu auftretende Schmerzen weisen meist auf ein Krankheitsgeschehen hin. Beispiele dafür sind ins Bein ausstrahlende Rückenschmerzen bei einem Bandscheibenvorfall, Gelenkschmerzen bei einer Gelenkentzündung und rheumatoider Arthritis, Kopfschmerzen bei Hirnhautreizung und Schmerzen im Brustkorb bei Herzkranzverengung und Herzinfarkt. Solche akuten Schmerzen vergehen in aller Regel, wenn die Auslöser beseitigt oder zugrunde liegende Erkrankungen erfolgreich behandelt wurden.

Von den akuten Schmerzen werden die chronischen abgegrenzt. Als chronisch werden üblicherweise Schmerzen bezeichnet, die länger als drei bis sechs Monate anhalten oder in kurzen Abständen oft wiederkehren. Das ist bei langdauernden Erkrankungen wie Migräne und wiederholt auftretenden Spannungskopfschmerzen der Fall, ebenso bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose und bei Krebserkrankungen. Wenn die Schmerzen längere Zeit medikamentös behandelt werden, müssen der Nutzen und die möglichen Langzeitschäden der Arzneimittel besonders sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Das gilt vor allem, wenn zugleich Nieren- oder Lebererkrankungen vorliegen.

Als chronifizierter Schmerz oder Schmerzkrankheit werden Schmerzen bezeichnet, die ihre Warnfunktion verloren haben. Sie dauern auch dann an, wenn die Ursache nicht mehr besteht beziehungsweise ihr Entstehungsgrund vermag die Schwere und Dauer der Schmerzen nicht mehr zu erklären. Ein Beispiel dafür sind Rückenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall, der zu Inaktivität und Fehlbelastung geführt hat, und aus dem in der Folge ein immer ausgedehnteres Schmerzproblem geworden ist. In einer solchen Situation kann die Beseitung der Ursache, hier also eine Operation des Bandscheibenvorfalls, das Schmerzgeschehen nicht mehr positiv beeinflussen. Eine unangemessene Behandlung mit Medikamenten kann den Prozess beschleunigen, bei dem ein akutes Gesundheitsproblem zu einem chronischen wird. Das ist beispielsweise bei Kopfschmerzen durch Dauergebrauch von Kopfschmerzmitteln und durch morphinähnliche Opioide der Fall. Chronifizierter Schmerz kann mit gestörtem Schlaf und eingeschränkter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit einhergehen, das soziale Leben beeinflussen und letztlich die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Chronifizierte Schmerzen erfordern eine spezielle Therapie. Dabei kommen verschiedene Medikamentengruppen, vor allem aber nichtmedikamentöse Maßnahmen zum Einsatz, zum Beispiel Verhaltenstherapie, Physio- und Ergotherapie.

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