01.04.2014
Schmerzen

Allgemeines

Akute Schmerzen haben für den Körper eine wichtige Schutzfunktion. Sie warnen zum Beispiel vor Gefahren: Bevor eine schwere Verbrennung entsteht, zieht man die Hand von der heißen Herdplatte zurück. Schmerzen signalisieren eine Verletzung und erzwingen Schonung. Neu auftretende Schmerzen weisen meist auf ein Krankheitsgeschehen hin. Beispiele dafür sind ins Bein ausstrahlende Rückenschmerzen bei einem Bandscheibenvorfall, Gelenkschmerzen bei einer Gelenkentzündung und rheumatoider Arthritis, Kopfschmerzen bei Hirnhautreizung und Schmerzen im Brustkorb bei Herzkranzverengung und Herzinfarkt. Solche akuten Schmerzen vergehen in aller Regel, wenn die Auslöser beseitigt oder zugrunde liegende Erkrankungen erfolgreich behandelt wurden.

Von den akuten Schmerzen werden die chronischen abgegrenzt. Chronisch sind Schmerzen, die länger als sechs Monate anhalten oder in kurzen Abständen immer wieder auftreten. Das ist bei langdauernden Erkrankungen wie Migräne und wiederholt auftretenden Spannungskopfschmerzen der Fall, ebenso bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose und bei Krebserkrankungen. Wenn die Schmerzen längere Zeit medikamentös behandelt werden, müssen der Nutzen und die möglichen Langzeitschäden der Arzneimittel besonders sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Das gilt vor allem, wenn zugleich Nieren- oder Lebererkrankungen vorliegen.

Neben akuten und chronischen Schmerzen kennt man in der Medizin chronifizierte Schmerzen (chronische Schmerzkrankheit). Hierbei werden Schmerzen empfunden, obwohl die eigentliche Erkrankung, die sie einmal ausgelöst hat, nicht mehr besteht. Ein Beispiel hierfür ist Dauerkopfschmerz durch die Langzeitanwendung von Kopfschmerzmitteln oder anderen Schmerzmedikamenten. Eine Schmerzkrankheit erwächst aus einem Geflecht von körperlichen und seelischen Bedingungen, die ineinandergreifen, sich gegenseitig unterhalten und verstärken. Sie kann mit gestörtem Schlaf und eingeschränkter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit einhergehen, das soziale Leben beeinflussen und letztlich die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine Schmerzkrankheit muss im Rahmen einer speziellen Schmerztherapie angegangen werden. Dabei kommen verschiedene Medikamentengruppen, vor allem aber nichtmedikamentöse Maßnahmen zum Einsatz, zum Beispiel Verhaltenstherapie.

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