15.02.2019
Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch, Aphthen

Ursachen

Scharfkantige, harte Speisen oder deren Bestandteile (z. B. Knochensplitter, Krusten) und heiße Getränke können die Mundschleimhaut verletzen. Auch wenn man sich beim Kauen auf die Lippe oder in die Innenseite der Wange beißt, entstehen Verletzungen, die sich entzünden können. Vorstehende Zähne und überstehende Ränder an Füllungen und Kronen oder Zahnspangen können ebenfalls die Mundschleimhaut schädigen.

Bakterielle Zahnbeläge (Plaque) bilden sich rasch auf der Zahnoberfläche. Wenn die Zähne nicht täglich zweimal von diesem Belag befreit werden, kann sich mit der Zeit das Zahnfleisch entzünden. Eine solche Gingivitis ist also meist die Folge mangelhafter Mundhygiene. Darüber hinaus bilden die Bakterien in der Plaque Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, wodurch Karies entsteht.

Einen Nährboden für Bakterien bietet auch Zahnstein (an Zahnrändern), der aus mineralisierter Plaque besteht.

Plaque kann auch auf der Zahnprothese entstehen, wenn diese nicht täglich herausgenommen und gereinigt wird. Damit kann sich – wie auch bei den eigenen Zähnen – das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöhen.

Schlecht sitzende Zahnprothesen verursachen Druckstellen, die sich entzünden können. Sitzt die Prothese zu locker, können sich in Lücken und Hohlräumen Bakterien einnisten und Entzündungen hervorrufen. Dies ist vor allem bei älteren Prothesen der Fall. Da beim Kauen der Druck von den künstlichen Zähnen auf den Kieferknochen übertragen wird und nicht – wie bei natürlichen Zähnen und Implantaten – in den Knochen hinein, verlieren Prothesen mit der Zeit ihren passgenauen Sitz und müssen dann neu angepasst werden.

Tabakkonsum erhöht das Risiko für Erkrankungen des Zahnhalteapparats um ein Vielfaches.

Vitaminmangel, Durchblutungsstörungen, Diabetes und Hormonschwankungen z. B. während der Schwangerschaft können eine Entzündung von Mundschleimhaut und Zahnfleisch zusätzlich fördern. Auch wenn Sie auf metall- oder kunststoffhaltige Zahnfüllungen allergisch reagieren, Bleichmittel für die Zähne benutzen, oder Zahnersatz, Zahnspangen und Materialien nicht vertragen, die der Zahnarzt einsetzt (Spritzen, Latexhandschuhe, jodhaltige Materialien, Gebissabdruckmasse), kommen Entzündungen häufiger vor.

Eine Infektion mit Viren und Pilzen wird begünstigt, wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind (z. B. bei Krebs, HIV-Infektionen, anhaltendem Stress oder auch infolge einer schweren, vorausgehenden Infektion wie Grippe oder Masern). Auch eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten kann die Mundflora stören und die Ausbreitung von Erregern fördern. Dazu gehören Glukokortikoide zum Inhalieren (bei Asthma), Antibiotika (bei Infektionen) oder Medikamenten, die das Immunsystem schwächen (z. B. nach Organtransplantation, bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Neurodermitis, rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte).

Bestimmte stark wirksame Medikamente (z. B. im Rahmen einer Chemotherapie bei Krebs) hemmen die Zellteilung in allen Geweben, deren Zellen sich schnell teilen – auch in der Mundschleimhaut. Erneuert sich das Gewebe aber nicht rasch genug, wird es anfällig für Krankheitserreger, vor allem für Bakterien. Eine Stomatitis ist deshalb eine häufige unerwünschte Begleiterscheinung einer Chemotherapie.

Die Anfälligkeit für Aphthen ist erhöht, wenn ein Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12 oder eine Glutenüberempfindlichkeit besteht. Aber auch Stress kann Aphthen fördern.

Bei Kindern

Häufigste Ursache von Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen sind bei Kindern mangelnde Mundhygiene und ein kariöses Milchgebiss. Auch eine Erstinfektion mit Herpesviren oder eine schlecht sitzende Zahnspange kann dazu führen, dass sich die Mundschleimhaut entzündet.

Wenn bei Säuglingen die ersten Zähne durchbrechen, schwillt oft das Zahnfleisch etwas an und wird recht schmerzempfindlich.

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