15.03.2019
Wurmerkrankungen

Allgemeines

Würmer (Helminthen) sind Schmarotzer, die einen Wirt oder Zwischenwirt brauchen, um zu leben und sich zu vermehren. Infektionen durch Rund- und Bandwürmer sind die in Europa häufigsten Wurmerkrankungen. In Deutschland sind solche Erkrankungen insgesamt selten, lediglich Infektionen mit den zu den Rundwürmern zählenden Madenwürmern kommen noch häufiger vor – insbesondere im Kindesalter. Andere Wurmarten sind eher ein "Souvenir" aus Urlaubsländern.

Maden- und Spulwürmer

Maden- und Spulwürmer gehören zu den Rundwürmern (Nematoden). Sie sind vor allem bei Kindern weit verbreitet. Beide Wurmarten besiedeln den Darm.

Trichinen gehören ebenfalls zu den Nematoden und werden durch Verzehr von infiziertem rohem Rind- oder Schweinefleisch übertragen (Trichinose). Da in Deutschland das Fleisch aber regelmäßig auf Trichinenbefall kontrolliert wird, ist eine derartige Infektion hierzulande sehr selten.

Bandwurm

Ein Bandwurm besteht aus vielen einzelnen Gliedern, die jeweils einen halben bis einen Zentimeter lang sind (beim Zwergbandwurm nur zirka einen Millimeter). Ein ausgewachsener Bandwurm kann bis zu zehn Meter lang werden (Zwergbandwurm: ein bis vier Zentimeter).

Es gibt Rinder-, Schweine-, Hunde-, Fuchs-, Zwerg- und Fischbandwürmer (Echinokokken). Die Eier von Hunde- und Fuchsbandwurm haften an niedrig wachsenden Waldfrüchten (z. B. an Pilzen, Heidelbeeren, Himbeeren, Walderdbeeren) und gelangen von dort in Waldtiere (z. B. Füchse) oder auch in den Menschen. Rinder-, Schweine- und Fischbandwurm werden als Larven (Finnen) mit dem befallenen Fleisch oder Fisch aufgenommen.

Die Larven von Rinder-, Zwerg- und Fischbandwurm besiedeln den menschlichen Darm.

Gelangen Eier des Schweinebandwurms in den menschlichen Körper, entwickeln sich die Larven außerhalb des Magen-Darm-Traktes und können Muskulatur, zentrales Nervensystem und Augen befallen.

Hunde- und Fuchsbandwurm setzen sich in der Leber, seltener in der Lunge oder im zentralen Nervensystem fest. Um die überlebenden Larven herum bilden sich flüssigkeitsgefüllte Blasen (Zysten), die sich abkapseln und neben den Larven auch Wurmköpfe enthalten. Im Frühstadium machen solche Zysten keine Beschwerden. Ein Befall mit Hunde- oder Fuchsbandwurm wird meist zufällig entdeckt, wenn die Organe aus anderen Gründen geröntgt oder mit Ultraschall untersucht werden. Komplikationen treten auf, wenn das befallene Organ – zum Beispiel die Leber – ganz zerstört wird oder eine Zyste mit den darin befindlichen Echinokokken platzt (Superinfektion). Fuchsbandwürmer können auch von Hunden und Katzen übertragen werden.

Bandwurminfektionen sind relativ selten geworden, seitdem rohes Fleisch und Fisch streng kontrolliert werden.

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