15.02.2019
Übelkeit, Erbrechen

Neue Medikamente

In seinen frühen Nutzenbewertungen führt das IQWiG auch Rolapitant (Varuby) sowie die festgelegte Kombination Netupitant/Palonosetron (Akynzeo) auf. Zu diesem Medikament wird die Stiftung Warentest zu einem späteren Zeitpunkt Stellung nehmen.

IQWIG Frühbewertungen

IQWiG-Gesundheitsinformation bei Medikamente im Test

Das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet unter anderem den Nutzen neuer Arzneimittel. Kurze Zusammenfassungen der Bewertungen veröffentlicht das Institut auf

www.gesundheitsinformation.de

Rolapitant (Varuby) gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie

Rolapitant (Varuby) ist seit April 2017 für Erwachsene in Kombination mit anderen Wirkstoffen zugelassen, die eine Chemotherapie gegen eine Krebserkrankung erhalten. Das Medikament soll Übelkeit und Erbrechen vorbeugen und kommt infrage für:

  • Personen, die eine Chemotherapie erhalten, die häufig (30 bis 90 von 100 Personen) Übelkeit und Brechreiz auslöst,
  • Personen, die eine Chemotherapie erhalten, die fast immer (mehr als 90 von 100 Personen) Übelkeit und Brechreiz auslöst.

Neben Operationen und Bestrahlungen werden zur Behandlung von Krebs häufig Chemotherapien eingesetzt. Eine Chemotherapie soll das Wachstum von Krebszellen stoppen. Die Medikamente schädigen aber auch gesunde Zellen. Das kann zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Chemotherapien, die auf das Brechzentrum im Gehirn einwirken und Übelkeit und Erbrechen auslösen, nennt man emetogen. Übelkeit und Erbrechen können akut innerhalb von 24 Stunden oder verzögert, also 24 Stunden nach Beginn der Chemotherapie, auftreten.

Rolapitant ist ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist und wirkt im Nervensystem. Er hemmt die Wirkung von Botenstoffen, die das Brechzentrum im Gehirn anregen. Es wird mit einem Serotonin-Antagonist und dem Wirkstoff Dexamethason kombiniert.

Anwendung

Rolapitant wird als Tablette (90 mg) zwei Stunden vor einem Chemotherapiezyklus in einer Dosierung von 180 mg eingenommen. Bis zur nächsten Einnahme von Rolapitant muss ein Abstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, gibt es verschiedene Standardtherapien, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Diese hängen davon ab, welche Chemotherapie eingesetzt wird:

  • Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die häufig Brechreiz auslöst, kommt eine Zweifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten und Dexamethason infrage. Bei einer Chemotherapie mit Carboplatin wird zusätzlich ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist eingesetzt.
  • Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die fast immer Brechreiz auslöst, kommt eine Dreifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten, einem Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Rolapitant Vor- oder Nachteile bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Rolapitant (Varuby). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/293

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Das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet unter anderem den Nutzen neuer Arzneimittel. Kurze Zusammenfassungen der Bewertungen veröffentlicht das Institut auf

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Netupitant/Palonosetron (Akynzeo) gegen Übelkeit und Erbrechen bei Krebs

Die feste Kombination der Wirkstoffe Netupitant/Palonosetron (Akynzeo) ist seit Mai 2015 für Erwachsene zugelassen, die eine Chemotherapie gegen eine Krebserkrankung erhalten. Netupitant/Palonosetron soll Übelkeit und Erbrechen vorbeugen. Es kommt infrage für: Personen, die eine Chemotherapie erhalten, die bei vielen Patienten Brechreiz auslöst, Personen, die eine Chemotherapie auf Cisplatin-Basis erhalten, die bei fast allen Patienten Brechreiz auslöst. Eine Chemotherapie soll das Wachstum von Krebszellen aufhalten. Die Medikamente wirken aber auch auf gesunde Zellen. Das kann zu unerwünschten Wirkungen wie Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Chemotherapien, die auf das Brechzentrum im Gehirn einwirken und Übelkeit und Erbrechen auslösen, nennt man emetogen. Übelkeit und Erbrechen können akut innerhalb von 24 Stunden oder verzögert, also 24 Stunden nach Beginn der Chemotherapie, auftreten. Netupitant und Palonosetron setzen an unterschiedlichen Stellen an, um Übelkeit und Erbrechen zu verhindern: Palonosetron ist ein sogenannter Serotonin-Antagonist. Er bekämpft im Magen-Darm-Trakt den akuten Brechreiz. Netupitant, ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist, wirkt im zentralen und peripheren Nervensystem. Beide Substanzen hemmen die Wirkung von Botenstoffen, die das Brechzentrum im Gehirn anregen.

Anwendung

Netupitant/Palonosetron wird als Kapsel etwa eine Stunde vor Beginn jedes Chemotherapiezyklus eingenommen. Eine Kapsel enthält 300 mg Netupitant und 0,5 mg Palonosetron. Wird gleichzeitig das Kortisonpräparat Dexamethason eingenommen, ist die Dosierung zu halbieren. Andere Behandlungen Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, gibt es verschiedene Standardtherapien, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Diese hängen davon ab, welche Chemotherapie eingesetzt wird. Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die bei vielen Patienten Brechreiz auslöst, kommt eine Zweifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten und Dexamethason infrage. Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die bei fast allen Patienten Brechreiz auslöst, kommt eine Dreifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten, einem Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, welche Vor- und Nachteile Netupitant/Palonosetron im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien gegen Übelkeit und Erbrechen hat. Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die bei vielen Patienten Brechreiz auslöst, legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Für diese Menschen kann daher die Frage, welche Vor- und Nachteile Netupitant/Palonosetron gegenüber den Standardtherapien hat, nicht beantwortet werden. Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die bei fast allen Patienten Brechreiz auslöst, legte der Hersteller eine Studie vor. Aus dieser Studie konnten die Daten von 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern herangezogen werden: 74 Personen erhielten die Fixkombination Netupitant/Palonosetron und Dexamethason und 26 Personen eine Dreifachtherapie mit Palonosetron (Serotonin-Antagonist), Aprepitant (Neurokinin-1-Rezeptorantagonist) und Dexamethason. Die Ergebnisse dieser Studie sind im Folgenden dargestellt.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Im Vergleich zwischen Netupitant/Palonosetron und der Standardtherapie zeigte sich kein relevanter Unterschied.
  • Nebenwirkungen: Im Hinblick auf das Auftreten schwerer Nebenwirkungen oder Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen konnte in der Studie kein bedeutsamer Unterschied zwischen den beiden Behandlungen gezeigt werden.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Übelkeit und Erbrechen: Die Studie liefert keine geeigneten Daten, wie die Fixkombination Netupitant / Palonosetron im Vergleich zur Standardbehandlung abschneidet.
  • Lebensqualität: In der Studie wurde die Lebensqualität nicht untersucht.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Netupitant/Palonosetron (Akynzeo). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/185/

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