15.02.2019
Durchfall

Ursachen

Wenn bestimmte Viren oder Bakterien über den Verzehr von Nahrungsmitteln in den Darm gelangen, beeinträchtigen die von ihnen abgegebenen Giftstoffe den Transport von Salzen und Wasser durch die Darmwand. Diese werden dann nicht mehr aus dem Darm aufgenommen, sondern teilweise sogar vermehrt in das Darminnere ausgeschieden. Dadurch verflüssigt sich der Stuhl und die Darmmuskulatur verstärkt ihre Bewegungen, was sich mit Krämpfen bemerkbar machen kann.

Wenn Sie an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden und zum Beispiel sensibel auf Laktose oder Gluten reagieren, kann das mit Durchfall einhergehen.

Setzt der Durchfall erst nach der Rückkehr von einer Reise in die Tropen oder in Länder mit mangelhaften hygienischen Bedingungen ein, beruht er meist auf einer Infektion mit dort häufig vorkommenden Amöben oder Bakterien (z. B. Staphylokokken, Salmonellen, Shigellen). Er kann aber auch auf eine Malariainfektion hindeuten. Solche Infektionen lösen schwere, lang anhaltende und häufig blutige Durchfälle aus. Welche Erreger für den Durchfall verantwortlich sind, zeigt eine Stuhluntersuchung.

Häufig ist Durchfall auch eine Begleiterscheinung einer Therapie mit Antibiotika. Diese stark wirksamen Medikamente töten nicht nur krankheitserregende Bakterien ab, sondern auch gesunde Mikroorganismen, die den Darm besiedeln und eine gute Verdauung garantieren.

Auch andere Medikamente können Durchfall auslösen, beispielsweise magnesiumhaltige säurebindende Mittel (Antazida, bei Sodbrennen), Acarbose (bei Diabetes), Metronidazol (bei Trichomonaden-Befall), Metoclopramid (bei Übelkeit und Erbrechen), nichtsteroidale Antirheumatika mit Wirkstoffen wie zum Beispiel Ibuprofen und Diclofenac (bei Arthrose und Schmerzen) sowie Zytostatika (bei Krebs, rheumatoider Arthritis) wie auch Immunsuppressiva (nach Organtransplantationen, bei Autoimmunerkrankungen).

Offenbar macht ein Säuremangel im Magen – zum Beispiel nach längerer Einnahme von Säureblockern (bei Speiseröhrenentzündung, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren) – empfindlicher für Durchfallerreger.

Ortswechsel und veränderte Ernährungsgewohnheiten (Reise, Umzug) oder auch seelische Belastungen führen bei vielen Menschen zu vorübergehendem Durchfall.

Durchfall kann auch im Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom oder einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten.

Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehen häufig mit Durchfall einher.

EHEC-Infektionen werden durch Kontakt mit Kot und mangelnde Hygiene verursacht. Auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.

Bei Kindern

Bei nicht gestillten Babys kann Durchfall darauf beruhen, dass der Darm das Kuhmilcheiweiß aus der Flaschenkost nicht verträgt.

Kommt es zu Durchfällen, wenn dem Kind die erste festere Beikost angeboten wird, kann dies ein Hinweis auf eine Unverträglichkeitsreaktion von Klebereiweiß (Gluten) sein, das in den meisten Getreidearten (Weizen, Roggen, Gerste) enthalten ist. Glutenfrei sind zum Beispiel Reis, Buchweizen und Mais. Hafer enthält nur wenig Gluten, sollte aber trotzdem nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Bei Säuglingen ist Durchfall öfter auch Begleiterscheinung einer anderen Krankheit (z. B. Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekt).

Bei Klein- und Schulkindern sind harmlose Virusinfektionen die häufigste Ursache für Durchfall, der rasch von allein wieder abklingt.

Weitere Angebote

Ausgeruht aufwachen

Handbuch Medikamente

Schlafstörungen effektiv behandeln

19,90 €


Endlich schlafen