15.07.2017
Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Allgemeines

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist dadurch gekennzeichnet, dass sich in den Herzkranzgefäßen Ablagerungen (Plaques) gebildet haben (Arteriosklerose), die den Blutfluss beeinträchtigen. Den von diesen Adern versorgten Herzmuskelbereichen steht dann nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung. Das bleibt zunächst ohne spürbare Folgen, wenn keine besonderen Anforderungen an die Herzleistung gestellt werden. Erst wenn das Herz schneller schlagen muss, um den Körper unter Belastung mit mehr sauerstoffreichem Blut zu versorgen, macht sich die Mangeldurchblutung des Herzmuskels mit Beschwerden bemerkbar.

Verstopfen Ablagerungen oder ein daran entstandenes Blutgerinnsel die Ader vollständig, gehen die dahinterliegenden Teile des Herzmuskels zugrunde (Herzinfarkt). Je nachdem an welcher Stelle die Durchblutung stockt, sind lebenswichtige Teile oder nur kleinere Bereiche des Herzens betroffen. Ein Infarkt kann also sehr geringe, aber auch tödliche Folgen haben.

Angina Pectoris ist der medizinische Begriff für das wichtigste Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit: das Engegefühl in der Brust. Treten die Beschwerden vorwiegend unter Belastung auf (z. B. beim Treppensteigen) und lassen in Ruhe sofort nach, handelt es sich um eine "stabile" Angina Pectoris. Sie zeigt an, dass die Herzkranzgefäße stellenweise um über 70 Prozent verengt sind. Stabile Angina Pectoris wird in vier Schweregrade eingeteilt:

  • Schweregrad I: Die alltägliche Arbeit kann beschwerdefrei verrichtet werden. Eine Angina Pectoris tritt nur bei extremen kurzzeitigen Belastungen auf oder bei sehr plötzlicher beziehungsweise anhaltender Belastung.
  • Schweregrad II: Die Angina Pectoris schränkt die Belastungsfähigkeit bei der alltäglichen Arbeit etwas ein. Sie setzt ein bei schnellem Gehen oder Steigen, beim Aufwärtsgehen, beim Gehen nach dem Essen oder bei kaltem und windigem Wetter, in seelisch belastenden Situationen oder in den ersten Stunden nach dem Aufwachen.
  • Schweregrad III: Die Angina Pectoris schränkt die Arbeitsfähigkeit im Alltag erheblich ein. Sie tritt bereits bei leichter körperlicher Belastung auf, zum Beispiel beim Gehen oder Ankleiden.
  • Schweregrad IV: Angina-Pectoris-Beschwerden sind bei der geringsten körperlichen Belastung oder sogar in Ruhe spürbar.

Die "instabile" Angina Pectoris wird heute ebenso wie der Herzinfarkt selbst als "akutes Koronarsyndrom" (ACS) bezeichnet. Beide haben teilweise unterschiedliche Symptome, aber einen gemeinsamen Auslöser: an einer Ablagerung in einem Herzkranzgefäß ist die dünne Haut an der Oberfläche eingerissen, und es hat sich daran ein Blutgerinnsel gebildet. Dieses engt die Ader so ein, dass die von dieser Arterie versorgten Gewebebereiche nicht mehr genügend Sauerstoff erhalten. Auch kann das Gerinnsel mit dem Blutstrom weggeschwemmt werden und dahinter liegende Blutgefäße verschließen.

In dieser Situation ist das sofortige Eingreifen des Notarztes erforderlich (Telefon 112), damit die verstopfte Ader im nächstgelegenen Herzkatheterlabor gegebenenfalls aufgedehnt werden kann, siehe "Allgemeine Maßnahmen". Bitte beachten Sie: Auf diesen lebensbedrohlichen Zustand beziehen sich unsere Therapieempfehlungen nicht.

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