01.01.2019

Lungenhochdruck

Eine andere Form des Bluthochdrucks ist ein erhöhter Druck in den Lungenarterien (pulmonale arterielle Hypertonie). Er entsteht durch eine Zunahme des Widerstands in diesen Blutgefäßen durch eine Engstellung der Lungenarterien, in deren Folge sich die Muskulatur der Blutgefäße verdickt und bindegewebig verändert. Dadurch wird das Blutgefäß immer unelastischer, der Querschnitt schränkt sich ständig weiter ein, sodass eine verhängnisvolle Krankheitsspirale in Gang kommt. Je länger der Hochdruck anhält, desto steifer werden die Arterien, desto weniger Sauerstoff kann von der Lunge aufgenommen werden.

Mit einem Lungenhochdruck verbunden ist deshalb eine stark eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, außerdem können Kreislaufstörungen, kurze Ohnmachten, Brustenge (Angina Pectoris), Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom) oder auch Wasseransammlungen in den Beinen hinzukommen. Die rechte Herzkammer verliert an Kraft (Rechtsherzinsuffizienz), weil sie ständig gegen den hohen Druck in den Lungenarterien anarbeiten muss – auch das verstärkt den Hochdruck nur noch weiter, sodass sich das Ganze immer weiter hochschaukelt.

Eine pulmonale Hypertonie ist oft Folge einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), kann sich aber auch durch Asthma, Aids, Sklerodermie, eine Lungenembolie oder einen angeborenen Herzfehler entwickeln. Wichtig ist es deshalb, dass die dem Hochdruck zugrundeliegende Erkrankung behandelt wird. Und natürlich ist es unumgänglich, auf das Rauchen komplett zu verzichten.

Eine einfache Methode, den Blutdruck in den Lungenarterien zu messen, gibt es nicht. Im Rahmen eines EKGs kann der Arzt feststellen, ob die rechte Herzkammer vergrößert ist. Zusätzlich werden Röntgen- und Ultraschall-Untersuchungen eingesetzt, um den Lungenhochdruck zu diagnostizieren.

Zur medikamentösen Behandlung des Lungenhochdrucks kann der Wirkstoff Sildenafil (Revatio) in Form von Tabletten oder Spritzen eingesetzt werden, bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Sildenafil ist vor allem aus der Behandlung von Erektionsstörungen bekannt (z. B. Viagra). Wird das Mittel bei Lungenhochdruck und somit kontinuierlich angewendet, treten jedoch mehr und häufiger unerwünschte Wirkungen auf als bei Männern, die Sildenafil nur gelegentlich einnehmen, um eine Erektion herbeizuführen.

Bei Lungenhochdruck bewirkt Sildenafil, dass sich die verengten Lungenarterien erweitern. Auf die anderen Blutgefäße im Körper hat das Mittel nur einen geringen Einfluss, der Blutdruck wird nur geringfügig und nur vorübergehend gesenkt. Bei Lungenhochdruck kann Sildenafil die Leistungsfähigkeit geringfügig verbessern: bei Erwachsenen, die innerhalb von sechs Minuten 350 Meter gehen können, verlängert sich diese Gehstrecke unter Sildenafil um etwa 45 Meter. Ob sich damit auch die Lebenserwartung erhöht, ist nicht erwiesen. Zur Behandlung von Lungenhochdruck ist Sildenafil deshalb mit Einschränkung geeignet. Die Behandlung sollte ausschließlich in spezialisierten Zentren erfolgen.

Zu beachten ist, dass Revatio keinesfalls in höherer Dosierung als vom Hersteller empfohlen eingenommen oder injiziert wird, weil dabei vermehrt Todesfälle vorgekommen sind – zumindest bei der Anwendung bei Kindern.

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