01.04.2014
Herzrhythmusstörungen

Allgemeines

Der Herzmuskel steuert den Herzschlag mit einem eigenen Reizleitungssystem, das mehrere Knotenpunkte hat, die als Impulsgeber wirken. Die Steuerzentrale, von der alle Impulse ausgehen, ist der Sinusknoten.

Normalerweise schlägt das Herz mit 60 bis 90 Schlägen pro Minute, bei Aufregung, Angst oder körperlicher Anstrengung auch wesentlich schneller. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von weiteren Abweichungen, die nicht krankhaft sind.

Menschen, die viel Sport treiben, und Leistungssportler haben aufgrund des regelmäßigen Trainings einen deutlich langsameren Herzrhythmus (40 bis 60 Schläge pro Minute). Bei denjenigen, die wenig oder gar keinen Sport treiben, schlägt das Herz schneller, was aber nicht krankhaft ist.

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) sind keine eigenständige Krankheit, sondern immer Ausdruck anderer Störungen, die dann den unregelmäßigen Herzschlag verursachen.

Gelegentliches Herzstolpern in Form von zusätzlichen Schlägen (Extrasystolen) oder Aussetzern sind – auch bei jungen Menschen – üblich und weder Grund zur Sorge noch behandlungsbedürftig. Gefährlich werden Herzrhythmusstörungen, wenn sie stark ausgeprägt sind. Das heißt, das Herz schlägt extrem langsam (Bradykardie, unter 50-40 Schläge pro Minute, abhängig vom Trainingszustand), extrem schnell (Tachykardie, 180 Schläge pro Minute und mehr) oder extrem unregelmäßig. Bei Kammerflimmern mit über 200 Schlägen pro Minute ist kein Puls mehr messbar, der Kreislauf steht still.

Häufig geht der schnellere Herzschlag vom Vorhof aus, der sich übermäßig oft zusammenzieht (Vorhoftachykardie) oder die Fähigkeit, regelmäßig zu schlagen, völlig verliert. Ein solches Vorhofflimmern ist die häufigste, dauerhaft bestehende Herzrhythmusstörung. Dann besteht die Gefahr, dass sich im Vorhof Blutgerinnsel bilden, die in den Kreislauf gelangen und – wenn sie über die Schlagadern das Gehirn erreichen – einen Schlaganfall auslösen können.

Herzrhythmusstörungen lassen sich am ehesten anhand eines Elektrokardiogramms (EKG) feststellen, oft ist eine Langzeitaufzeichnung sinnvoll (der Arzt gibt für 24 Stunden oder mehrere Tage ein tragbares EKG-Gerät mit). Allerdings lässt sich nur bei der Hälfte derjenigen, die meinen, das Herz schlage nicht richtig im Takt, im EKG dafür ein Anhaltspunkt finden. Umgekehrt spürt die Hälfte derer, bei denen das EKG Hinweise auf meist harmlose Herzrhythmusstörungen gibt, nichts davon.

Herzrhythmusstörungen sollten vorzugsweise von Herzspezialisten (Kardiologen) diagnostiziert und behandelt werden.

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