01.09.2017
Arterielle Durchblutungsstörungen

Allgemeines

Arterien (Schlagadern) sind Blutgefäße, in denen das Blut vom Herzen ausgehend in den Organismus fließt. In allen diesen Adern können sich Ablagerungen aus Kalk, Blutzellen und Fett (Plaques) bilden, die den Blutfluss behindern (Adernverkalkung, Arteriosklerose). Je nachdem, welche Gewebe und Organe diese Arterien versorgen, ist deren Funktion dann mehr oder weniger beeinträchtigt:

  • Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen dazu, dass der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff zur Verfügung hat und nicht voll funktionsfähig ist. Stockt der Blutfluss vollständig in einer oder mehreren Adern, wird der dahinterliegende Bezirk des Herzmuskels nicht mehr durchblutet und es kommt zum Herzinfarkt. Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen und ihre medikamentöse Behandlung werden unter "Koronare Herzkrankheit" besprochen.
  • Engstellen in den Schlagadern im Hals stören die Sauerstoffversorgung des Gehirns und stellen somit eine latente Gefahr für einen Schlaganfall dar.
  • Sind die Blutgefäße im Gehirn durch Ablagerungen "verkalkt", sind häufig Gedächtnisleistung und Orientierungsfähigkeit beeinträchtigt (vaskuläre Demenz). Durch andere Ursachen bedingte Hirnleistungsstörungen werden unter "Demenzerkrankungen" besprochen.
  • Nicht selten verstopfen Ablagerungen die Arterien im Becken oder in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, abgekürzt PAVK). Dadurch können Behinderungen beim Gehen auftreten (Schaufensterkrankheit, medizinisch: Claudicatio intermittens, lateinisch für "vorübergehendes Hinken"). Zudem steigt das Risiko für eine Beinamputation. Bei etwa der Hälfte der PAVK-Patienten sind die Oberschenkelarterien verschlossen, bei einem Drittel geht die PAVK von den Beckenarterien aus. Engstellen in Arterien an Unterschenkel, Fuß und Zehen finden sich häufig bei Menschen mit Diabetes.

Die Ablagerungen bilden sich bevorzugt an einer Gefäßverzweigung (Bifurkation). In der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) ist häufig auch die Stelle betroffen, wo das Blutgefäß oberhalb des Knies durch eine Muskellücke (Adduktorenkanal) hindurch verläuft. In diesem Bereich entstehen Ablagerungen besonders leicht, weil die Gefäßwand dort aufgrund mechanischer Beanspruchung chronisch gereizt ist.

An den Ablagerungen können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die die Adern und somit auch den Blutfluss blockieren. Diese Blutgerinnsel können sich ablösen, mit dem Blut wegtreiben und nachfolgende kleinere Adern vollständig blockieren (Embolie).

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