15.02.2019
Krätze

Wirkstoff: Permethrin

  • Medikamente: INFECTOSCAB, permethrin-biomo

Permethrin ist ein synthetischer Wirkstoff. Er leitet sich vom natürlichen Pyrethrum ab, das in Chrysanthemenblüten vorkommt. Permethrin wirkt stark giftig auf Insekten, auch auf Krätzmilben, und seine Wirkung hält lange an. Bei Krätze ist das besonders wichtig, weil die Tiere in Gängen unter der Haut leben, wo sie nicht so leicht erreicht werden können. Mit Permethrin lassen sich die Milben zuverlässig abtöten, die Creme ist zur Behandlung von Krätze geeignet.

Anwendung

Tragen Sie die Creme sorgfältig dünn auf die gesamte Haut auf und berücksichtigen Sie vor allem auch Hautfalten, Handflächen, Fußsohlen, Finger- und Zehenzwischenräume, Finger- und Zehennägelränder, Handgelenke, Ellenbeugen, Achselhöhlen, Hals, Nacken sowie die äußere Genitalregion und das Gesäß. Kopf und Gesicht können in der Regel ausgespart werden, es sei denn, auch dort ist die Haut erkennbar in Mitleidenschaft gezogen.

Die Creme muss mindestens acht Stunden einwirken, am besten über Nacht. Vorher sollten Sie nicht baden oder duschen. Wenn Sie die Hände zwischendurch waschen müssen, cremen Sie sie anschließend erneut ein und achten dabei auch auf die Hautbereiche unter den Fingernägeln. Auch wenn andere Hautbereiche während der Behandlungszeit gewaschen werden, wie etwa das Gesäß oder der Intimbereich, muss die Creme danach wieder sorgfältig aufgetragen werden.

Meist genügt eine einmalige Anwendung, bei hartnäckigem Befall ist die Behandlung aber nach zwei Wochen noch einmal zu wiederholen. Wichtig zu wissen: Der Juckreiz lässt nach der Behandlung nicht sofort nach, sondern hält mitunter noch etwas an.  

Das Mittel trocknet die Haut stark aus. Achten Sie darauf, die Haut nach Abschluss der Behandlung sehr gut mit wirkstofffreien Hautcremes zu pflegen – das gilt ganz besonders bei Kindern.

Achtung

Alle Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Partner, sollten ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Bei engem Kontakt kann es sinnvoll sein, die Kontaktpersonen vorbeugend mitzubehandeln, auch wenn sich keine Hauterscheinungen zeigen.

Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommt, auch auf offene Hautstellen oder Wunden sollten Sie die Creme nicht auftragen.

Unerwünschte Wirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten rötet sich die Haut, juckt und kribbelt. Die Haut trocknet häufig stark aus und schuppt dann etwas. Pflegen Sie die Haut deshalb ein bis zwei Tage nach der Anwendung des Mittels mit einer fett- und feuchtigkeitshaltigen Lotion oder einem Ölbad.

Es können vorübergehend Kopfschmerzen auftreten.

Muss beobachtet werden

Bildet sich an der behandelten Stelle ein Hautausschlag mit Bläschen, handelt es sich vermutlich um eine allergische Reaktion. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Entzündet sich die Bindehaut, werden Sie lichtscheu und/oder schwellen die Augenlider zu und legen sich diese Beschwerden nicht innerhalb von zwei Tagen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch wenn Empfindungsstörungen wie Wärme- und Kältegefühl auftreten und länger als zwei Tage anhalten, sollten Sie den Arzt informieren.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Kribbeln oder Taubheitsgefühle an Körper oder Gliedmaßen sollten Sie schnellstmöglich von einem Arzt abklären lassen. Es kann sich um eine durch Permethrin hervorgerufene Schädigung des Nervensystems handeln.

Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Neugeborene und Säuglinge unter zwei Monaten sollten nicht mit dem Mittel behandelt werden. Auch für Kinder unter 2 Jahren sind die Erfahrungen noch begrenzt. Die Behandlung muss daher von einem Arzt beaufsichtigt werden.

Bei Kleinkindern empfiehlt es sich, auch das Gesicht, die Ohren und die Kopfhaut mitzubehandeln. Die Mundregion müssen Sie aussparen, damit das Kind die Creme nicht ableckt. Auch zu den Augen sollten Sie einen größeren Abstand einhalten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen einige Erfahrungen vor. Im ersten Drittel der Schwangerschaft können Sie die Creme einsetzen, aber sicherheitshalber nur, wenn eine Behandlung unbedingt erforderlich ist. Im zweiten und dritten Trimenon können Sie das Mittel anwenden.

Wenn Sie stillen, sollten Sie eine fünftägige Stillpause einlegen, beginnend mit dem Tag der ersten Anwendung. Anschließend können Sie wie gewohnt weiterstillen.

Für ältere Menschen

Sie sollten auch Gesicht, Ohren und Kopfhaut mitbehandeln, weil diese Bereiche häufiger mitbetroffen sind. Die Augenregion ist jedoch sorgfältig auszusparen.

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