15.11.2017
Neurodermitis, Ekzem

Ursachen

Kontaktekzem

Ein Ekzem bildet sich infolge einer Entzündung in den oberflächlichen Hautschichten. Auslöser für eine solche entzündliche Reaktion können hautreizende Stoffe oder allergieauslösende Substanzen sein (z. B. Schwermetalle wie Nickel in Modeschmuck, Piercings und Knöpfen, Chemikalien wie Weichmacher in Kunststoffen, Farb- und Konservierungsstoffe, chemische UV-Filter in Sonnenschutzmitteln, aber auch Kosmetika, Parfum und Medikamente).

Auch Chemikalien oder hautreizende Substanzen, mit denen Sie am Arbeitsplatz umgehen müssen, können ein Ekzem auslösen. Bei Verdacht auf beruflich bedingte Ekzeme sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. In diesem Fall ist eine Überweisung vom Hausarzt nicht erforderlich.

Verschleppte beruflich bedingte Ekzeme, die nicht behandelt werden, können schlimmstenfalls eine Arbeitsunfähigkeit oder den Verlust des Arbeitsplatzes nach sich ziehen. Der Hautarzt wird mit Ihrem Einverständnis einen Hautarztbericht an die gesetzliche Unfallversicherung (z. B. die Berufsgenossenschaft) senden. Erkennt diese an, dass die Ursache für die Hauterkrankung beruflich bedingt ist, erfolgt die weitere Behandlung zulasten der gesetzlichen Unfallversicherung.

Neurodermitis

Die Ursachen für eine Neurodermitis sind nicht eindeutig geklärt. Eine erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend. Seelische Einflüsse, anhaltender Stress, Leistungsdruck und äußere Umstände wie Veränderungen im Alltag, bestimmte Nahrungsmittel und Wetterwechsel sind nicht ursächlich verantwortlich für eine Neurodermitis, können sie aber verstärken.

Nahrungsmittel können das Entstehen und den Verlauf einer Neurodermitis beeinflussen. Die Erfahrung zeigt, dass ein Drittel der Kinder mit Neurodermitis auf manche Nahrungsmittel allergisch reagieren, vor allem auf Milch, Hühnereiweiß, Fisch und Nüsse. Nach dem Verzehr dieser Lebensmittel kann sich die Neurodermitis deutlich verschlechtern.

Es lässt sich beobachten, dass eine Neurodermitis häufiger bei Kindern auftritt, deren Abwehrsystem eher unterfordert ist (Hygiene-Hypothese). Kinder, die mit vielen Geschwistern oder auf einem Bauernhof groß werden, bei denen Tiere im Haushalt leben oder die bereits früh in einer Kindertagesstätte betreut werden, scheinen seltener an Neurodermitis zu erkranken. Dies bestätigen Untersuchungen, in denen Kinder bis zum 18. Lebensmonat beobachtet wurden. Die Annahme, dass häufige Infektionen (z. B. der Atemwege) das Risiko für eine Neurodermitis reduzieren können, ließ sich in diesen Untersuchungen allerdings nicht bestätigen.

Ob Stillen das Risiko für Neurodermitis bei Säuglingen und Kindern senken kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. Aus einer aktuellen Untersuchung zum Einfluss von Stillen auf die Entwicklung von allergischen Hauterkrankungen oder allergischem Asthma beziehungsweise Schnupfen geht dies nicht eindeutig hervor. So war bei Kindern im Alter von sechs oder sieben Jahren das Risiko für eine Neurodermitis vergleichbar groß, unabhängig davon, ob sie im ersten Lebensjahr gestillt worden waren oder nicht. Allerdings verlief die Krankheit bei gestillten Kindern seltener schwer. Die aktuelle Leitlinie zur Vorbeugung von Allergien empfiehlt daher, Säuglinge mindestens vier Monate lang zu stillen. Falls dies nicht möglich sein sollte, bietet sich allergenverminderte (hypoallergene) Säuglingsnahrung an

Ein anderes Studienergebnis ist jedoch vor allem im Hinblick auf die Vorbeugung interessant. Sie zeigte, dass ein Kind, in dessen Familie häufig Neurodermitis vorkommt, seltener daran erkrankt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Präparate mit Lactobacillus GG (Milchsäurebakterien) einnimmt.

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