15.04.2019
Akne, Rosazea

Ursachen

Akne

Akne kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entsteht sie, weil zahlreiche Hornzellen den Kanal, der von der Talgdrüse zur Hautoberfläche führt, verstopfen und den dort gebildeten Talg zurückhalten. In dem gestauten Fettpfropfen können sich Propionibakterien gut vermehren. Die Masse aus Fett, Hornzellen, weißen Blutkörperchen und Bakterien bläht die Talgdrüse langsam auf, bis sie dem Druck nicht mehr standhält und sich ihr Inhalt in das umgebende Gewebe entleert. All diese Vorgänge gehen zusätzlich häufig mit entzündlichen Prozessen einher.

Die Talgproduktion wird vornehmlich durch männliche Sexualhormone (Androgene, zum Beispiel Testosteron) gesteuert. Diese werden sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen ab der Pubertät gebildet, wenn die Keimdrüsen ihre Funktion aufnehmen. Gleichzeitig erhöht sich die Aktivität eines bestimmten Enzyms (5-Alpha-Reduktase) an den Talgdrüsen, wodurch sich das relativ schwach wirksame Testosteron in das stark wirksame Dihydrotestosteron umwandelt. Dieses wiederum regt die Talgdrüsenfunktion stark an, sodass zu viel Fett produziert wird.

Wenn die Haut bei Mädchen und Frauen in der zweiten Zyklushälfte pickelig wird, liegt das meist an Veränderungen im Hormonhaushalt. Dann steigt der Anteil des Gelbkörperhormons Progesteron, der des Östrogens sinkt. Da Östrogen die Talgproduktion eher bremst, Progesteron sie jedoch fördert, können sich leichter Pickel bilden.

Umweltgifte und manche Stoffe in Kosmetika können die Haut so stark reizen, dass sich eine Akne ausbildet.

Auch Medikamente können eine Akne auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Tabletten mit Jodid (bei Schilddrüsenunterfunktion), Lithium (bei Depressionen), Ciclosporin (bei Rheuma, nach Organtransplantationen), kortisonhaltige Mittel (bei Entzündungen, Organtransplantationen), die Vitamine B6 und B12 (bei Neuropathien, Vitaminmangel), Gestagene (zur Empfängnisverhütung, bei Wechseljahrsbeschwerden), GnRH-Analoga (bei Myomen, Endometriose), Androgene (bei hormonellen Störungen bei Männern), Anabolika (zur Erhöhung der Muskelmasse), Phenobarbital und Phenytoin (bei Epilepsien), Methotrexat (bei Krebs, rheumatoider Arthritis), Rifampizin (bei Tuberkulose). Eine medikamentös bedingte Akne kann innerhalb weniger Tage entstehen und tritt nicht nur im Gesicht auf, sondern auch an sonst eher unüblichen Stellen wie Armen, Beinen oder Rumpf.

Wenn Sie viel Milch trinken oder Milchprodukte essen, kann dies eventuell Akne fördern. Dasselbe gilt für Lebensmittel mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Allerdings ist ein Zusammenhang zwischen einer bestimmten Ernährungsform und dem Entstehen oder Abklingen von Akne noch nicht sicher erwiesen.

Bei Kindern

Bei der Neugeborenenakne werden als mögliche Ursache mütterliche Hormone, eine Minipubertät mit erhöhten Testosteronspiegeln oder eine zeitweilige Vermehrung eines Hautkeims, Malassezia furfur, diskutiert.

Rosazea

Die Ursachen für Rosazea sind noch nicht bekannt, vermutlich sind viele verschiedene Faktoren beteiligt. Mitentscheidend für den Ausbruch der Krankheit ist vermutlich eine genetisch bedingte Veranlagung. Bei etwa 4 von 10 Erkrankten ist ein weiteres Familienmitglied betroffen.

Denkbar ist auch, dass eine gestörte Immunabwehr der Haut die Krankheit begünstigen kann. So lassen sich bei Rosazea in der Haut bestimmte Eiweißstoffe (Cathelicidine) nachweisen, die bei Gesunden fehlen. Sie führen dazu, dass sich vermehrt entzündungsfördernde Eiweißstoffe (Zytokine) bilden, die wiederum die Haut dazu anregen, mehr Blutgefäße zu bilden. So entstehen die typischen roten, entzündeten Flecken.

Möglicherweise können auch "freie Radikale" die Krankheit fördern, vor allem die schweren Erscheinungsformen. Freie Radikale sind Sauerstoffpartikel, denen ein Teil ihrer Hülle fehlt, weshalb sie danach streben, sich dieses fehlende Teilchen aus ihrer Umgebung zu beschaffen. Das macht sie chemisch besonders aggressiv und hochgradig reaktiv. Freie Radikale entstehen unter anderem durch zu viel Sonneneinstrahlung, Rauchen, Stress, fettreiche, vitaminarme Ernährung. Beobachtet wurde darüber hinaus, dass die Haut bei Rosazea meist von einer bestimmten Milbenart befallen ist (Demodex folliculorum), die eventuell den Krankheitsverlauf und die Stärke der Rosazea mit beeinflusst.

Hautreizende Substanzen wie Seifen, Kosmetika oder die bei Akne häufig angewendeten Schälmittel können den entzündlichen Prozess bei Rosazea verschlimmern. Das gilt auch für Alkohol, scharfe Gewürze und Überhitzung durch Sport oder Sauna.

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