15.04.2019
Bakterielle Infektionen allgemein

Vorbeugung

Eine der besten und wichtigsten Maßnahmen, um sich vor bakteriellen Infektionen zu schützen, ist, sich häufig die Hände zu waschen. Das gilt insbesondere beim Kontakt mit infizierten Personen.

Wer sich im Alltag an die üblichen Hygieneregeln hält, kann auf Desinfektionsmittel verzichten. Normale Haushaltsreiniger reichen aus. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln fördert nur die Resistenzentwicklung der Bakterien.

In einigen Situationen müssen Antibiotika vorbeugend eingesetzt werden:

  • Bei bestimmten Operationen, zum Beispiel am Dickdarm, um Wundinfektionen zu verhindern.
  • Bei Personen mit einer künstlichen Herzklappe, die früher schon einmal eine Herzklappenentzündung hatten oder deren Herzklappen nicht mehr richtig funktionieren, wenn ein zahnärztlicher Eingriff bevorsteht. Dabei gelangen Bakterien besonders leicht in die Blutbahn, können sich an den Herzklappen festsetzen und dort schwere Entzündungen auslösen. Antibiotika sollen dies verhindern. Für diesen Zweck genügt die einmalige Gabe des Antibiotikums, wichtig ist jedoch, dass dies früh genug geschieht. Wenn der Eingriff beginnt, muss das Antibiotikum bereits in ausreichender Menge im Blut vorhanden sein. Es wird deshalb eine halbe bis eine Stunde vorher gespritzt oder als Tablette geschluckt.
  • Bei Kindern nach Abklingen wiederholter Nierenbeckenentzündungen, wenn ein Rückfluss des Urins aus der Blase in die Harnleiter droht oder bereits besteht. Die vorbeugende Gabe von Antibiotika, die sich über längere Zeit erstrecken sollte, kann dann eine neuerliche Infektion der Nieren verhindern und beugt der Zerstörung von Nierengewebe vor.
  • Als flankierende Maßnahme, um zu vermeiden, dass Bakterien aus Entzündungsherden, die für Antibiotika schlecht erreichbar sind, ins Blut gelangen und sich im Körper ausbreiten, zum Beispiel bei Abszessen.

In manchen Krankenhäusern, Praxen und ambulanten Operationszentren ist es leider noch üblich, nach Operationen mit erhöhtem Infektionsrisiko mehrere Tage lang Antibiotika zu geben, in der Hoffnung, auf diese Weise Infektionen vorzubeugen, die als Folge des Eingriffs auftreten können (z. B. eine Wundinfektion oder Lungenentzündung). Dass eine Antibiotikagabe nach der Operation noch wirksam schützt, ist nicht belegt, vielmehr fördert sie eher die Resistenzbildung. Das Vorgehen dient meist allein der Absicherung, alles getan zu haben, um solche Infektionen zu verhindern.

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