15.04.2019

Augenmittel anwenden

Bevor Sie ein Augenmittel anwenden, sollten Sie sich die Hände waschen und die Augenlider reinigen, damit keine Salben- oder Sekretreste daran haften. Wärmen Sie das Mittel einige Minuten in der Hand oder Hosentasche auf Körpertemperatur an. Kalte Präparate steigern den Tränenfluss und beschleunigen damit den Abtransport der Tropfen. Außerdem lässt sich aus Kunststofffläschchen leichter ein Tropfen herauspressen, wenn sie angewärmt sind.

Die meisten Menschen schließen unwillkürlich die Augen, wenn sich ein Gegenstand den Augen nähert. Das Eintropfen gelingt daher am besten, wenn Sie mit weit geöffneten Augen nach oben schauen. Dabei sollten Sie mit der unterstützenden Hand das Unterlid nahe dem Wimpernansatz ein wenig herunterziehen und mit der anderen Hand den Tropfen von schräg oben in die im Unterlid entstandene "Tasche" geben. Währenddessen sollte die Tropfflasche oder der Tropfer immer möglichst senkrecht gehalten werden, um die richtige Tropfengröße zu erzielen. Auf die gleiche Weise lassen sich Salbe oder Gel ins Auge bringen. Wenn Sie danach die Lider langsam schließen (nicht zukneifen) und mit den Augen rollen, verteilt sich das Mittel gleichmäßig. Außerdem wirkt es länger auf die Augengewebe ein, wenn Sie die Augen anschließend mindestens eine Minute locker geschlossen halten. Eine längere Einwirkungszeit erreichen Sie auch, wenn Sie nach dem Eintropfen mit Daumen und Zeigefinger eine bis fünf Minuten lang den Nasenknochen am Augeninnenwinkel drücken. Damit blockieren Sie die Tränenwege, durch die der Wirkstoff abtransportiert wird. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass weniger Wirkstoff in den restlichen Organismus gelangt.

Wenn Ihnen das Zielen mit der Tropfflasche in die Tasche des heruntergezogenen Augenlids nicht recht gelingt, sollten Sie sich zum Eintropfen hinlegen. Schließen Sie dann beim Eintropfen versehentlich die Augen, fällt der Tropfen auf das Lid. Beim Öffnen der Augen gelangt das Medikament immer noch auf die Horn- und Bindehaut.

Es genügt, wenn Sie einen einzigen Tropfen ins Auge bringen. Schon dieser hat beinahe das doppelte Volumen der Tränenflüssigkeit, die das Auge fasst. Das überschüssige Augenmedikament läuft über die Wange, fließt aber auch durch die Tränenwege ab. Auf diesem Weg gelangt das Arzneimittel in den Kreislauf und kann im ganzen Körper unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

Achten Sie darauf, dass weder der Tropfansatz noch die Tülle der Tube das Auge berühren. Sonst geben Sie möglicherweise mit jeder Anwendung des Medikaments Krankheitserreger weiter. Aus dem gleichen Grund sollen nicht mehrere Personen mit demselben Fläschchen, derselben Tube behandelt werden.

Wenn Sie verschiedene Augenmittel anwenden müssen, sollten Sie zwischen der Gabe eines jeden Mittels jeweils 15 Minuten verstreichen lassen. Dies gilt insbesondere für Augenmittel, die ein Antibiotikum enthalten. Dann ist sichergestellt, dass seine Wirksamkeit erhalten bleibt. Augensalben sollten immer als letztes Mittel ins Auge eingebracht werden.

Bei Kindern

Einem unruhigen Kind verabreichen Sie Augentropfen am besten im Liegen. Achten Sie darauf, dass der Kopf sich in waagerechter Position befindet und nicht beispielsweise durch ein Kopfkissen höher liegt. Dann können Sie das Mittel in den inneren Lidwinkel des geschlossenen oder weitgehend geschlossenen Auges tropfen. Öffnet das Kind nach dem Tropfen die Augen, fließt die Flüssigkeit dann spontan auf die Horn- und Bindehaut. Danach muss das Auge wieder für mindestens eine Minute locker geschlossen werden.

Kleinkinder sind oft nach einer Mahlzeit ruhiger, sodass das Eintropfen dann leichter gelingt.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Nach dem Eintropfen können Sie fünf bis zehn Minuten lang schlecht sehen. Mindestens eine halbe Stunde lang sehen Sie verschwommen, wenn Sie eine Salbe oder ein Gel in den Bindehautsack gestrichen haben. In dieser Zeit dürfen Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten. Das Gleiche gilt, wenn Sie durch Augentropfen lichtempfindlich werden.

Bei Kontaktlinsen

Bei einer Augenentzündung und in der ersten Zeit nach Augenoperationen sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Sie belasten die Augengewebe zusätzlich. Das gilt besonders, wenn die Kontaktlinsenpflegemittel Konservierungsstoffe enthalten.

Bevor Sie andere Augenerkrankungen mit Augentropfen behandeln, sollten Sie Stabillinsen entfernen. Frühestens nach einer Viertelstunde sollten Sie sie wieder einsetzen.

Auf weiche Kontaktlinsen sollten Sie bei wirkstoffhaltigen Augentropfen verzichten. Die Medikamente können sich in den relativ großen Poren der Linsen einlagern und werden von dem Kunststoff "festgehalten". So bleiben sie erheblich länger am Auge als erwünscht. Damit steigt das Risiko von unerwünschten Wirkungen.

Solange Sie eine Augensalbe oder ein Augengel anwenden, sollten Sie überhaupt keine Kontaktlinsen tragen.

Bei Augenmitteln, die Sie lange Zeit anwenden müssen, können Konservierungsmittel Probleme bereiten. Das Risiko steigt, wenn Sie in dieser Zeit Kontaktlinsen tragen. Darum sollten Sie bei einer Langzeittherapie nur unkonservierte Produkte verwenden – selbst wenn Ihre Kontaktlinsen aus stabilem Material sind.

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