15.03.2019
Alkoholabhängigkeit

Allgemeines

Alkoholika sind hierzulande weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert. Alkoholhaltiges gilt als Genuss-, nicht als Suchtmittel. Obwohl Alkohol ein erhebliches Suchtpotenzial hat, darf in Deutschland jeder, der älter ist als 18 Jahre, alkoholische Getränke überall unbegrenzt und unkontrolliert kaufen. Der Verkauf von Alkoholika an Unter-16-Jährige ist verboten. Für 16- und 17-Jährige ist der Konsum auf Bier, Wein, Sekt und Alkoholmischgetränke begrenzt.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren trinken immer mehr Menschen in Deutschland gar keinen Alkohol. Auch die Zahl der Menschen, die sehr viel Alkohol trinken, scheint zurückzugehen. "Sehr viel" bedeutet für Männer, dass sie täglich mehr als 120 Gramm reinen Alkohol trinken, für Frauen eine Menge von mehr als 80 Gramm Alkohol pro Tag.

Die Daten zeigen beispielsweise auch, dass gutsituierte Männer mit hohem Einkommen zu riskantem Alkoholgebrauch neigen. Auch bei Frauen steigt die Zahl derjenigen mit riskantem Alkoholkonsum an, wenn sie viel verdienen und höher gestellt sind. Bei ihnen verschärft sich das Problem noch, wenn sie älter werden. Im Jahr 2014 betraf dieser riskante Alkoholkonsum in Deutschland mehr als 7,3 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. Die durchschnittliche Menge reinen Alkohols, die diese Personengruppe derzeit pro Jahr zu sich nimmt, wird auf 14 Liter pro Person geschätzt. Der größte Teil dieses Alkohol wird in Form von Bier konsumiert.

Nach Angaben des „Jahrbuch Sucht“ von 2016 betreiben 1,61 Millionen Menschen in Deutschland Alkoholmissbrauch. Sie spüren in der Folge starke Einbußen in ihrem sozialen Umfeld und gefährden sowohl ihre psychische wie körperliche Gesundheit.

1,77 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Ihr tägliches Leben ist vor allem von der Beschaffung und dem Konsum von Alkohol bestimmt. Etwa 74 000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen der Alkoholkrankheit, die eine Folge von Alkoholmissbrauch ist.

Vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt es häufig vor, dass sie bis zum Bewusstseinsverlust trinken (sogenanntes Komasaufen). Allerdings hat sich das Trinkverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren im vergangenen Jahrzehnt gewandelt. Im Vergleich zu 2007 ist der Anteil derjenigen, die mindestens einmal in einem Monat fünf oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken haben, deutlich geringer geworden. Trotz dieser günstigen Entwicklung trinken aber immer noch jeder achte Mann und jede zehnte Frau zwischen 18 und 25 Jahren so viel Alkohol, dass sie ihre Gesundheit gefährden. Mit diesen Zahlen liegt Deutschland im Ländervergleich innerhalb Europas im oberen Drittel der jugendlichen Alkoholkonsumenten.

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