01.04.2014
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

Allgemeines

Ein Teil der Bevölkerung meint offenbar, der Bedarf an lebenswichtigen Nahrungsbestandteilen ließe sich mit der alltäglichen Ernährung nicht decken. Knapp 28 von 100 Personen nehmen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen, und/oder Mineralstoffen und Spurenelementen ein. Etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen, ein Drittel Männer. Die meisten Menschen brauchen solche Präparate jedoch nicht, weil eine ausgewogene alltägliche Ernährung sie mit allem Notwendigen ausreichend versorgt.

Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel hat mit einer detaillierten Befragung einer großen Zahl von Menschen in Deutschland ermittelt, was sie im Laufe eines Monats durchschnittlich essen und trinken und in welchem Verhältnis das zur empfohlenen Nährstoffaufnahme steht. Dieser Untersuchung zufolge ist die Versorgung mit Eiweiß meistens ausreichend, der Anteil an Kohlenhydraten könnte angehoben werden, der Fettanteil in der Nahrung ist zu hoch. Vor allem Männer nehmen mit den Fetten auch zu viel Cholesterin auf. Männer wie Frauen sollten die Zufuhr an Ballaststoffen erhöhen und vor allem Männer ihren Konsum von Alkohol deutlich senken. Die Versorgung mit Kalzium ist dagegen ungenügend, und zwar ganz besonders bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und bei Senioren. Auch die Eisenaufnahme liegt unter der empfohlenen Menge. Das gilt ganz besonders für Frauen unter 50 Jahren, betrifft aber auch ältere Frauen und nimmt auch Männer nicht aus. Die Jodversorgung hat sich durch die Verwendung von jodiertem Salz im Haushalt und bei der Herstellung von Fertiglebensmitteln erheblich verbessert, ist aber noch nicht bei allen Menschen zufriedenstellend. Mit den meisten Vitaminen sind die Menschen hierzulande ausreichend bis überreichlich versorgt – ausgenommen Vitamin D und Folsäure. Etwa 60 von 100 Menschen in Deutschland erreichen die täglich empfohlene Menge von 20 Mikrogramm Vitamin D nicht. Besonders wahrscheinlich ist ein Vitamin-D-Defizit bei Menschen über 65 Jahre. Von Folsäure nehmen alle Altersgruppen viel zu wenig auf und die Versorgungslücke wird größer, je älter die Menschen sind.

Beim Einkauf der alltäglichen Lebensmittel greifen viele Menschen zu Produkten, die gezielt mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert wurden. Zusätzlich nehmen sie diese Nahrungsbestandteile noch in Form von Tabletten, Kapseln, Dragees oder Saft ein. Mit dieser Ergänzung der Nahrung verknüpfen sich Erwartungen, die über die reine Ernährung hinausgehen. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die gezielt zugeführt werden, sollen die Folgen von Stress ausgleichen, Kinder zu besserem Lernen befähigen, chronischen Erkrankungen und Krebs vorbeugen und das Altern hinauszögern.

Bevor der Allgemeinheit jedoch empfohlen werden kann, bestimmte Nährstoffe gezielt einzunehmen, muss geklärt sein, mit welchen Nahrungskomponenten welchen Störungen vorgebeugt werden kann und in welcher Dosierung sie wie lange eingenommen werden müssen, um den erwünschten Effekt zu erzielen, ohne schädliche Nebeneffekte zu provozieren. Derart verlässliche Aussagen gibt es erst in wenigen Ausnahmefällen.

Dennoch finden sich vielerorts Angaben, wie viel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen täglich "nötig" sei. Diese Zahlen unterscheiden sich oft sehr, je nachdem, wer sie veröffentlicht hat. Das stiftet Verwirrung. Wissenschaftlich abgesicherte Angaben stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung  bereit (www.dge.de).

Grundlage der in der nachfolgenden Tabelle unter "Tagesbedarf" aufgeführten Mengenangaben sind die "Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr", die die Ernährungsgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gemeinsam verabschiedet haben. Wenn ein gesunder Mensch die darin aufgeführten Nahrungsbestandteile mit der üblichen Kost regelmäßig in etwa in der angegebenen Menge aufnimmt, ist sichergestellt, dass alle körperlichen, seelischen und stoffwechselbedingten Funktionen seines Körpers so ablaufen können wie vorgesehen. Es werden keine Symptome einer Unterversorgung und keine Mangelkrankheiten auftreten. Er kann also darauf vertrauen, vor ernährungsbedingten Gesundheitsschäden geschützt und voll leistungsfähig zu sein. Voraussetzung dafür, dass diese Mengenangaben wirklich zutreffen, ist, dass der Betreffende gesund ist.

Die als Tagesbedarf angegebene Menge muss dabei nicht an jedem einzelnen Tag exakt aufgenommen werden. Die Mengenangaben sind so bemessen, dass der Körper eine gewisse Reserve aufbauen kann, sodass Schwankungen aufgefangen und ein kurzzeitig erhöhter Bedarf gedeckt werden können. Dennoch sollte über längere Zeit gesehen pro Woche in etwa die siebenfache Tagesmenge erreicht werden.

Andere Vorgaben gelten, wenn Krankheiten bewältigt werden müssen oder die Fähigkeit, Nährstoffe zu verdauen, erheblich gestört ist. Auch eine Reihe von Medikamenten kann den Bedarf an Vitaminen beeinflussen. Kinder haben je nach Alter einen anderen täglichen Nährstoffbedarf als Erwachsene. Schwangere und stillende Frauen brauchen von manchem deutlich mehr als andere Frauen. Darum sind für die drei letztgenannten Personengruppen die empfohlenen Zufuhrmengen gesondert angegeben.

Im Prinzip lässt sich der Bedarf an Nährstoffen mit den Lebensmitteln, die hierzulande zu kaufen sind, decken. Sollte das jedoch bei einer Substanz nicht möglich sein – zum Beispiel weil es keine Lebensmittel gibt, die die infrage kommende Substanz in ausreichender Menge bereitstellen –, reagieren darauf in aller Regel der Gesetzgeber und/oder die Medizin. Ein Beispiel dafür ist die Versorgung mit Jod und Fluor. Beide Elemente sind in der Kost, die in Deutschland üblicherweise auf den Tisch kommt, nur unzureichend enthalten. Die Versorgung mit Jod ließe sich zwar verbessern, indem mehr Seefisch verzehrt würde, jedoch gehört in Deutschland – anders als zum Beispiel in Japan – der Verzehr von Fisch nicht zum festen Bestandteil der allgemeinen Ernährung. Dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird, ist nicht abzusehen. Da eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Jod aber aus medizinischen Gründen dringend erforderlich ist, hat der Gesetzgeber erlaubt, Kochsalz mit Jod anzureichern. Nun stehen im Salzregal der Lebensmittelmärkte vornehmlich Pakete mit jodiertem Salz. Da seit einigen Jahren auch alle Fertiglebensmittel einschließlich Brot und Backwaren mit jodiertem Speisesalz hergestellt werden dürfen, hat sich die Jodversorgung in Deutschland verbessert.

Bei der Versorgung mit Fluor setzt man hingegen auf die Aktivität der Mediziner und Eltern, die die Kinder anhalten, sich zur Kariesvorbeugung zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne zu putzen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann der Zahnarzt die Zähne mit fluorhaltigem Lack versiegeln. Andere Staaten wählen übergreifende Maßnahmen, indem sie zum Beispiel das Trinkwasser fluoridieren. Besonders in den Vereinigten Staaten ist die Praxis, Lebensmittel des allgemeinen Konsums mit Nährstoffen anzureichern, weit verbreitet. Dort ist es beispielsweise üblich, Mehl, Milch und Frühstücksflocken mit Folsäure und anderen Vitaminen zu versetzen.

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