15.07.2017
Raucherentwöhnung

Allgemeines

Die Zahl der Raucher in Deutschland ist in den letzten Jahren zurückgegangen – allerdings bei Weitem nicht so sehr wie in anderen Ländern und wie es der Forderung der Weltgesundheitsorganisation entspricht. Im Jahr 2014 waren in Deutschland 24 von 100 Frauen und 30 von 100 Männern Raucher. Es wird geschätzt, dass mindestens ein Drittel der 18- bis 64-jährigen Raucherinnen und Raucher abhängig ist. Dies entspricht in Deutschland etwa 5,6 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Rauchenden unter Männern und Frauen angeglichen, bei Jugendlichen gibt es bei der Verteilung der Rauchenden mittlerweile keine Geschlechtsunterschiede mehr. Bei ihnen ist in den letzten Jahren aber ein deutlicher Rückgang des Rauchverhaltens zu verzeichnen. Im Jahr 2014 rauchten 10 von 100 der 11- bis 17-jährigen Mädchen und Jungen, während es 2004 noch 24 von 100 waren.

97 Prozent der Raucher greifen zu Zigaretten, Zigarren- und Pfeifenraucher sind die Ausnahme. Gesundheitsgefährdend sind aber alle Arten von Tabakkonsum, also auch der von Kau- und Schnupftabak und auch das Rauchen von Wasserpfeifen (Shisha, Hubble-Bubble). Detaillierte Untersuchungen zu allen Aspekten liegen zwar noch nicht vor, doch muss man davon ausgehen, dass das Rauchen von Wasserpfeifen ähnliche Gesundheitsgefahren birgt wie das von Zigaretten.

Eine Zeit lang wurden die Gefahren des Rauchens vornehmlich dem Hauptinhaltsstoff des Tabaks, dem Nikotin, angelastet. Dieses ist zwar für die Entwicklung der Abhängigkeit verantwortlich, belastet jedoch nur das Herz-Kreislauf-System unmittelbar. Die anderen schädlichen Auswirkungen kommen durch jene etwa 4 000 Substanzen zustande, die beim Verbrennen einer Zigarette entstehen und mit dem Tabakrauch eingeatmet werden. Für eine Vielzahl dieser Chemikalien im Tabakrauch ist eine krebserregende Wirkung nachgewiesen. Diese Substanzen sind sowohl in dem Rauch enthalten, der inhaliert wird, als auch in jenem, der in die Luft entweicht und auch von anderen, nicht rauchenden Menschen eingeatmet wird (Passivrauchen).

Wer in Gegenwart anderer Menschen raucht, gefährdet mit dem Rauch nicht nur seine, sondern auch die Gesundheit der anderen. Passivrauchen ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten. Ganz besonders die Gesundheit von Kindern leidet, wenn sie anhaltend Zigarettenrauch ausgesetzt sind.

Rauchen ist eine bedeutende Krankheitsursache. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 120 000 Menschen an den Folgen des aktiven Rauchens. Außerdem werden jährlich zwischen 3 000 und 4 000 Todesfälle auf Passivrauchen zurückgeführt. Das Gesundheitsrisiko steigt mit der Zahl der gerauchten Zigaretten.

Rauchen während der Schwangerschaft beeinträchtigt die körperliche Entwicklung und die Gesundheit des Kindes.

Mit dem Rauchen aufzuhören, ist in jeder Phase des Lebens sinnvoll. Je früher es geschieht, desto geringer fällt die lebensverkürzende Wirkung des Rauchens ins Gewicht. Wer als 30-Jähriger mit dem Rauchen aufhört, braucht keinen Verlust an Lebenszeit zu befürchten. Gelingt die Rauchabstinenz erst mit 60 Jahren, darf mit drei Jahren mehr Lebenszeit gerechnet werden als wenn weiter geraucht würde. Es gibt sogar Hinweise, dass sich selbst bei Lungenkrebs, wenn er im Frühstadium entdeckt und behandelt wird, ein Rauchstopp im Hinblick auf die Lebenserwartung lohnen kann.

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