01.09.2018
Schmerzen

Allgemeines

Akute Schmerzen haben für den Körper eine wichtige Schutzfunktion. Sie warnen zum Beispiel vor Gefahren: Bevor eine schwere Verbrennung entsteht, zieht man die Hand von der heißen Herdplatte zurück. Schmerzen signalisieren eine Verletzung und erzwingen Schonung. Neu auftretende Schmerzen weisen meist auf eine Verletzung oder ein Krankheitsgeschehen hin. Beispiele dafür sind Weichteil- oder Knochenverletzungen, aber auch ins Bein ausstrahlende Rückenschmerzen bei einem Bandscheibenvorfall, Gelenkschmerzen bei einer Gelenkentzündung oder rheumatoider Arthritis, Kopfschmerzen bei zu hohem Blutdruck und Schmerzen im Brustkorb bei Herzkranzverengung. Solche akuten Schmerzen vergehen in aller Regel, wenn die Verletzung ausheilt, Auslöser beseitigt oder zugrunde liegende Erkrankungen erfolgreich behandelt wurden.

Kopf-, Zahn-, Regelschmerzen und Schmerzen nach einer Verletzung, die zu einer Prellung, Zerrung oder Verstauchung geführt hat, gehören zu den akuten Schmerzen. Sie können bei jedem Menschen auftreten, auch bei Kleinkindern und Säuglingen. Sie halten einige Stunden, höchstens ein paar Tage an, vergehen dann und kehren nicht so bald wieder. Demgegenüber neigen Gelenk-, Kreuz- und Rückenschmerzen eher dazu, anzudauern oder häufig wiederzukehren.

Von den akuten Schmerzen werden die chronischen abgegrenzt. Als chronisch werden üblicherweise Schmerzen bezeichnet, die länger als drei bis sechs Monate anhalten oder in kurzen Abständen oft wiederkehren. Das ist bei langdauernden Erkrankungen wie Migräne und wiederholt auftretenden Spannungskopfschmerzen der Fall, ebenso bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose und bei Krebserkrankungen. Wenn die Schmerzen längere Zeit medikamentös behandelt werden, müssen der Nutzen und die möglichen Langzeitschäden der Arzneimittel besonders sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Das gilt vor allem, wenn zugleich Nieren- oder Lebererkrankungen vorliegen.

Bei der Behandlung von anhaltenden oder häufig wiederkehrender Schmerzen ist Vorsicht geboten, denn Dauergebrauch von Schmerzmitteln kann sogar Schmerzen verstärken.

Als chronifizierter Schmerz oder Schmerzkrankheit werden Schmerzen bezeichnet, die ihre Warnfunktion verloren haben. Sie dauern auch dann an, wenn die Ursache nicht mehr besteht beziehungsweise ihr Auslöser vermag die Schwere und Dauer der Schmerzen nicht mehr zu erklären. Ein Beispiel dafür sind Rückenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall, der zu Inaktivität und Fehlbelastung geführt hat, und aus dem in der Folge ein immer ausgedehnteres Schmerzproblem geworden ist. In einer solchen Situation kann die Beseitigung der Ursache, hier also eine Operation an der Bandscheibe, das Schmerzgeschehen nicht mehr positiv beeinflussen.

Wenn Schmerzen unangemessen mit Medikamenten behandelt werden, kann es sein, dass aus einem akuten Gesundheitsproblem schneller ein dauerhaftes wird, als bei einer passenden Behandlung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Kopfschmerzen durch den Dauergebrauch von Kopfschmerzmitteln auftreten. Chronifizierter Schmerz kann mit gestörtem Schlaf und eingeschränkter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit einhergehen, das soziale Leben beeinflussen und letztlich die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Chronifizierte Schmerzen erfordern eine spezielle Therapie. Dabei kommen verschiedene Medikamentengruppen, vor allem aber nichtmedikamentöse Maßnahmen zum Einsatz, zum Beispiel Verhaltenstherapie und Physio- und Ergotherapie.

Weitere Angebote

Mein Kind & ich

Von Vorsorge bis Geburt

24,90 €


Schwanger