01.04.2014
Arterielle Durchblutungsstörungen

Allgemeines

Arterien (Schlagadern) sind Blutgefäße, in denen das Blut vom Herzen ausgehend in den Organismus fließt. In diesen Adern können sich Ablagerungen aus Kalk, Blutzellen und Fett (Plaques) bilden, die die Arterien unelastisch machen und den Blutfluss behindern (Adernverkalkung, Arteriosklerose). Je nachdem, welche Gewebe und Organe diese Arterien versorgen, ist deren Funktion dann mehr oder weniger beeinträchtigt:

  • Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen dazu, dass der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff erhält und nicht voll funktionsfähig ist (koronare Herzkrankheit). Stockt der Blutfluss vollständig in einer oder mehreren Adern, wird der dahinter liegende Bezirk des Herzmuskels nicht mehr durchblutet, und es kommt zum Infarkt.
  • Engstellen in den Schlagadern im Hals behindern die Sauerstoffversorgung des Gehirns und stellen somit eine latente Gefahr für einen Schlaganfall dar.
  • Sind die Blutgefäße im Gehirn durch Ablagerungen "verkalkt", lässt das Gedächtnis nach und die Orientierungsfähigkeit ist beeinträchtigt (vaskuläre Demenz).
  • Ablagerungen in den Becken- oder Beinarterien führen zu einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit(PAVK) und somit zu Behinderungen beim Gehen (Schaufensterkrankheit, medizinisch: Claudicatio intermittens, lateinisch für "vorübergehendes Hinken"). Zudem steigt das Risiko für eine Beinamputation. Bei etwa der Hälfte der PAVK-Patienten sind die Oberschenkelarterien verschlossen, bei einem Drittel geht die PAVK von den Beckenarterien aus, und eher selten (bei Menschen mit Diabetes allerdings häufiger) engen die Ablagerungen die Arterien an Unterschenkel, Fuß und Zehen ein. Die Ablagerungen bilden sich bevorzugt an einer Gefäßverzweigung (Bifurkation), in der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) auch an der Stelle, wo das Blutgefäß oberhalb des Knies durch eine Muskellücke (Adduktorenkanal) hindurch verläuft. Jedes Anspannen der Muskeln drückt die Ader zusammen, und dieser mechanische Reiz führt häufig dazu, dass sich dort Engstellen bilden.

An den Ablagerungen können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die die Adern und somit auch den Blutfluss blockieren. Häufig kommt es vor, dass sich die Blutgerinnsel ablösen, mit dem Blut wegtreiben und nachfolgende kleinere Adern vollständig blockieren (Embolie).

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