15.10.2018

Creme, Milch, Gel oder Öl – und welcher Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor(LSF) bezieht sich nur auf UV-B-Strahlen und wird inzwischen europaweit von den meisten Herstellern einheitlich bestimmt (nur bei Produkten aus den USA kann es noch eine Wertangabe geben, die nicht mit der europäischen übereinstimmt). Er besagt, wie viel länger man in der Sonne bleiben kann, bevor ein Sonnenbrand entsteht. Beispiel: Ungeschützt rötet sich die Haut nach fünf Minuten, eingecremt mit einer Sonnenmilch mit Schutzfaktor 8 also erst nach 40 Minuten.

Diese einfache Berechnung funktioniert aber nur etwa bis Faktor 30. Bei Produkten mit höheren Lichtschutzfaktoren kann die Zeit, die man sich der Sonne sicher aussetzen kann, nicht mehr so einfach geschätzt werden. Bei solchen mit einem Lichtschutzfaktor über 50 gilt das Mehr an UV-Schutz als vernachlässigbar. Zu beachten ist außerdem, dass trotz eines Sonnenschutzes ein Teil der UV-Strahlung in die Haut eindringt. Sonnenschutzmittel können somit langfristige Schäden wie Hautkrebs nicht vollständig abwehren.

Bedenken Sie außerdem: Auch wenn Sie Sonnenschutzmittel auftragen, reagiert jede Haut anders, je nachdem, ob sie von Natur aus sehr hell oder leicht braun ist. Nach zwei Drittel der erlaubten Zeit sollten Sie deshalb in den Schatten wechseln. Und auch im Schatten sind durch Streustrahlung noch reichlich UV-Strahlen vorhanden. Daher sollten Sie dort ebensowenig auf Sonnenschutzmittel verzichten.

Mehrfaches Auftragen verlängert die maximale Schutzdauer der Mittel nicht, sondern hilft lediglich, diese aufrecht zu erhalten. Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn durch ein Sonnenschutzmittel mit Schutzfaktor 20 die Zeit für "gefahrloses Sonnen" theoretisch von 5 Minuten auf 100 Minuten verlängert wird, dann kann durch ein wiederholtes Auftragen die Zeit nicht auf insgesamt 200 Minuten verlängert werden. Wenn das Sonnenschutzmittel durch Schwitzen, Baden oder Abtrocknen mit dem Handtuch nicht mehr vorhanden ist, sollten Sie die Haut zudem erneut eincremen, damit die angestrebte Schutzdauer überhaupt erreicht werden kann.

Sonnenschutzmittel dürfen sich nur noch als Breitspektrumpräparate bezeichnen, wenn sie die Haut sowohl vor UV-A-als auch UV-B-Strahlen schützen. Die Mittel sollen auch vor anderen sonnenlichtbedingten Hautschäden wie etwa vorzeitiger Hautalterung schützen. Seit 2006 gibt es daher Kriterien zur Mindestwirksamkeit gegen UV-B- und auch UV-A-Strahlen. Ein Mittel gilt nur als Sonnenschutzmittel, wenn es mindestens den Lichtschutzfaktor 6 aufweist und der UV-A-Schutzfaktor mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors beträgt. Ein Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 6 muss also mindestens einen UV-A-Schutz von 2 aufweisen.

Welches Produkt für welchen Zweck am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Grundsätzlich gilt: Je heller der Hauttyp ist und je intensiver die UV-Strahlung ist, umso höher muss die Schutzwirkung des Sonnenschutzmittels sein. In Europa werden die Sonnenschutzmittel verschiedenen Schutzklassen zugeordnet:

Mittel mit dem LSF von 6 bis 10 bieten einen leichten Sonnenschutz, solche mit einem LSF zwischen 15 und 25 einen mittleren, die mit einem LSF von 30 bis 50 einen hohen Schutz. Bei Kindern sollen grundsätzlich Mittel mit einem höheren Lichtschutzfaktor angewendet werden als bei Erwachsenen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für Kinder Mittel mit einem LSF von mindestens 30 und bei Erwachsenen solche mit einem LSF von mindestens 20.

Generell sollten Sie Sonnenschutzmittel nicht zu sparsam auftragen, sonst wird die angegebene Schutzwirkung nicht erreicht. Zudem müssen die Licht absorbierenden Substanzen in die Haut eindringen, weshalb der Sonnenschutz erst ca. 30 Minuten nach dem Auftragen des Sonnenmittels gewährleistet ist.

Achtung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor der chemischen UV-Filtersubstanz 4-MBC (3-(4-Methylbenzyliden)-DL-campher), weil nicht erwiesen ist, dass dieser Lichtschutzfaktor gesundheitlich unbedenklich ist. Achten Sie also beim Kauf eines Sonnenschutzmittels darauf, dass es diese Filtersubstanz nicht enthält.

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