15.09.2016

Insektenabwehrmittel

Gegen Insektenstiche können Sie sich schützen, indem Sie Flüssigkeiten mit Insekten abschreckenden Inhaltsstoffen auf die Haut auftragen. Eine Untersuchung von "test" mit 21 verschiedenen Insektenabwehrmitteln vom Juni 2014 ("test" 6/2014) ergab, dass folgende Mittel mit "gut" oder "befredigend" abgeschnitten haben:

  • Anti Brumm Forte und Nobite Hautspray DEET 50% mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET)
  • Autan Protection Plus Spray und Ballistol stichfrei Mückenschutz mit dem Wirkstoff Icaridin (Hydroxy-isobutyl-piperidin-carboxylat, auch Bayrepel® genannt)
  • Anti Brumm Naturel, Greensect Anti Insekten Spray und Noskito Intensiv-Schutz vor Mücken mit Para-Menthan-3,8-Diol (PMD).

Mittel die ausschließlich eine Mischung aus ätherischen Ölen enthalten, riechen zwar besser als die chemischen Produkte, aber sie schnitten bei dem Test am schlechtesten ab und gelten als nicht empfehlenswert.

Bei diesen Präparaten handelt es sich nicht um Arzneimittel, für ihren Vertrieb ist keine Zulassung erforderlich. Sie lassen sich deshalb nicht nach den hier angelegten Maßstäben für Medikamente bewerten. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die derzeitigen Erkenntnisse zu diesen Mitteln.

Der wissenschaftlichen Literatur zufolge schützen Präparate mit DEET, Icaridin und Para-Menthan-3,8-Diol am besten gegen Insektenstiche. Diese Wirkstoffe sind vor allem angezeigt, wenn Insekten abgewehrt werden sollen, die Krankheiten übertragen (z. B. Moskitos mit Malaria-Erregern, Zecken mit Erregern für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis oder Borreliose). Die Schutzwirkung dieser Mittel hält bis zu acht Stunden vor, wie lange genau, hängt ab von der Wirkstoffkonzentration, den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind), vom Schwitzen und von der Art der Insekten.

Für DEET liegen die längsten praktischen Erfahrungen vor. Es wehrt sowohl tag- wie auch nachtaktive Stechinsekten gut ab. Deshalb wird DEET vor allem in malariagefährdeten Gebieten empfohlen, um Anopheles-Mücken abzuwehren, die Malaria-Erreger übertragen. DEET hat jedoch den Nachteil, dass es gut durch die Haut in den Blutkreislauf eindringt und dann unerwünschte Wirkungen auf das Nervensystem entfalten kann (z. B. Taubheitsgefühle und Kribbeln, bei großflächiger Anwendung auch Hirnschädigungen und Krampfanfälle). Wenn Sie andere Medikamente auf der Haut anwenden, die das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut erleichtern (z. B. harnstoffhaltige Hautpflegemittel, salizylsäurehaltige Mittel), oder wenn Sie das Mittel auf großen Flächen auftragen (z. B. ganzer Oberkörper), besteht ein höheres Risiko, dass DEET Nervenschäden hervorruft. Auch sollten Sie darauf achten, dass Sie Sprühnebel aus Sprays nicht einatmen. DEET kann sowohl die Haut reizen, als auch Kunstfasern, Uhrenarmbänder und lackierte Flächen angreifen. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter drei Jahren sollten Sie DEET nicht anwenden.

Wenn Sie DEET zusammen mit einem Sonnenschutzmittel, das chemische Filtersubstanzen enthält, anwenden, sollten Sie dieses zuerst auftragen, und dann erst das Insektenabwehrmittel. Zu beachten ist, dass Sie dann kürzer als gewohnt in der Sonne bleiben dürfen, weil DEET die Wirkung des Sonnenschutzmittels um bis zu ein Drittel verringern kann.

In Gebieten, die nicht malariagefährdet sind, sowie in Deutschland und Europa ist der Wirkstoff Icaridin vorzuziehen, nicht zuletzt wegen des angenehmeren Geruchs, vor allem aber wegen seiner besseren Verträglichkeit. Die bisher vorliegenden klinischen Untersuchungen legen nahe, dass Icaridin ähnlich gut und zuverlässig wirkt wie DEET.

PMD wird aus dem ätherischen Öl einer chinesischen Eukalyptusart (Eucalyptus maculata citriodon) gewonnen. Es ist in seiner Wirkung mit Icaridin vergleichbar, wirkt aber tendenziell kürzer als dieses. Bei empfindlicher Haut kann das Mittel leicht Allergien auslösen.

Alle Mittel dürfen Sie nicht auf offenen Hautstellen oder in der Nähe von Schleimhäuten anwenden. Wenn die Haut sich nach dem Auftragen rötet, juckt und schuppt, sollten Sie das Mittel absetzen. Dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf die darin enthaltenen Stoffe.

Wegen der möglicherweise giftigen Wirkung müssen Sie alle Mittel außerhalb der Reichweite von Kinderhänden aufbewahren.

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