15.10.2018
Zyklusstörungen

Ursachen

Manchmal haben Zyklusstörungen relativ leicht fassbare Ursachen wie Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Psychopharmaka. Viel häufiger liegen ihnen jedoch körperliche, psychische oder soziale Belastungen zugrunde. Diese führen dann zu Veränderungen in der hormonellen Steuerung des Zyklus.

Die häufigste Ursache für Zyklusstörungen ist Stress, und zwar Stress jeder Art – auch positiver. Stress ist für den Körper alles, was ihn herausfordert, zum Beispiel intensives sportliches Training, berufliche Anforderungen und Fasten. Aber auch Abweichungen vom alltäglichen Ablauf gehören dazu: Reisen, spät zu Bett gehen, Aufregung, große Freude, heftiger Streit. Stress beeinflusst das komplizierte Wechselspiel der Hormone auf vielfältige Weise. Daran sind Nebennieren, Hirnanhangdrüse, andere Gehirndrüsen sowie das vegetative Nervensystem beteiligt. Werden sie durch Stress angesprochen, kann es sein, dass die Eierstöcke eine Zeit lang weniger Hormone produzieren. Vorübergehend kann die Blutung sogar ganz ausbleiben. An einer solchen Stressamenorrhö sind meist außergewöhnliche körperlich-psychische Zustände beteiligt wie Magersucht, Leistungssporttraining, sexuelle Traumatisierung und Lebenskonflikte.

Eine andere Stressfolge ist der Anstieg des Prolaktinspiegels. Am häufigsten steigt der Prolaktinspiegel durch Medikamente an, insbesondere durch Psychopharmaka wie Risperidon und Sulpirid (beide bei Schizophrenien und anderen Psychosen). Das Hormon Prolaktin wird eigentlich nur in der Stillzeit in größerer Menge ausgeschüttet. Es reguliert die Milchbildung und ist der Grund dafür, dass während der Stillzeit häufig kein Eisprung stattfindet und Blutungen ausbleiben. Außerhalb der Stillzeit kann ein erhöhter Prolaktinspiegel zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen.

Unabhängig von der Ursache kann sich der Zyklus auf unterschiedliche Weise verändern. So kann er beispielsweise sehr kurz sein, wenn der Eisprung sehr früh stattfindet oder wenn die Phase verkürzt ist, in der vor allem das Gelbkörperhormon Progesteron produziert wird.

Sehr lange Zyklen können auftreten, wenn das Eibläschen nur langsam reift oder sich ein herangereifter Follikel nicht in der Zyklusmitte auflöst. Dann wird zwar weiterhin viel Östrogen produziert, aber es entsteht kein Gelbkörper und damit auch kein Progesteron. Dadurch verdickt sich die Schleimhaut immer mehr. Irgendwann kann sie sich nicht mehr halten und löst sich in anhaltenden, oft sehr starken Blutungen ab. Solche meist anovulatorischen Zyklen kommen vor allem bei sehr jungen Frauen vor und bei Frauen, bei denen die Wechseljahre beginnen.

Ein weiterer Grund für sehr starke, anhaltende Blutungen sind gutartige Muskelknoten (Myome) und Schleimhautverdickungen (Polypen). Näheres zu Myomen lesen Sie unter "Medikamente vom Arzt".

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