15.02.2019
Erektionsstörungen

Wichtiges zur Behandlung

Bis etwa zum Jahr 2005 gab es eine Reihe von Mitteln, die zu mehr sexueller Aktivität verhelfen sollten (Aphrodisiaka). Sie enthielten Pflanzenbestandteile wie Yohimberinde und Potenzholz sowie gefäßerweiternde Substanzen, von deren durchblutungsfördernder Wirkung man sich einen stimulierenden Effekt erhoffte. Die Wirksamkeit dieser Mittel war nicht ausreichend belegt; eine befriedigende Wirkung war von ihnen nicht zu erwarten.

Seit mit Sildenafil (Viagra und Generika) das erste Mittel in den Handel kam, das bei Sexualstörungen unzweifelhaft wirksam ist, haben sich viele Männer, deren gesundheitliche Situation nicht gegen eine Einnahme spricht, diesem Arzneimittel und seinen Nachfolgepräparaten zugewandt. Nahezu alle Hersteller der bisher von der Stiftung Warentest bewerteten nicht verschreibungspflichtigen Mittel gegen Sexualstörungen haben ihre Produkte aus dem Handel genommen.

Dennoch werden vor allem im Internet freiverkäufliche Mittel angeboten, die "auf pflanzlicher Basis" und "garantiert ohne Nebenwirkungen" Abhilfe bei Erektionsstörungen versprechen. Die Verbraucherverbände und Behörden warnen immer wieder vor dem Kauf. Die als „natürlich“ angepriesenen Mittel enthalten nicht selten verschreibungspflichtige Wirkstoffe oder chemische Abwandlungen davon, oft ohne sie anzugeben und in unbekannter Dosierung. Diese Produkte bergen ein hohes Risiko für unerwünschte Wirkungen und schwerwiegende Wechselwirkungen. Darüber hinaus treibt der Markt der Arzneimittelfälschungen Blüten. Gefälschte Viagra-Tabletten werden für einen Spottpreis angeboten. Die Produktionsstätten liegen beispielsweise in Indien. Bei diesen Mitteln ist die Produktqualität nicht gewährleistet: Weder ist sicher, dass die deklarierten Wirkstoffe überhaupt enthalten sind, noch, ob sie in der angegebenen Menge vorliegen. Unklar ist auch, wie produziert wurde und ob gesundheitsschädliche Verunreinigungen enthalten sind.

Quellen

  • Clayton AH, Croft HA, Handiwala L. Antidepressants and sexual dysfunction: mechanisms and clinical implications. Postgrad Med. 2014; 126: 91-99.
  • Hatzimouratidis K, Giuliano F, Moncada I, Muneer A, Salonia A, Verze P; European Association of Urology. Guidelines on male sexual dysfunction: erectile dysfunction and premature ejaculation. 2015. Verfügbar unter http://uroweb.org/guideline/male-sexual-dysfunction/; Letzter Zugriff: 10. 07.2017.
  • Heidelbaugh JJ. Management of erectile dysfunction. Am Fam Physician. 2010; 81: 305-312.
  • Jost WH für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion, AWMF-Registernummer: 030/112, Entwicklungsstufe 1, Stand September 2012. Aus: Hans-Christoph Diener, Christian Weimar (Hrsg.) Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie Thieme Verlag, Stuttgart, September 2012.
  • Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz März 2014: Potenzmittel aus dem Internet; https://lua.rlp.de/de/unsere-themen/lexikon/lexikon-p/potenzmittel/. Letzter Zugriff 12.07.2017.
  • Muneer A, Kalsi J, Nazareth I, Arya M. Erectile dysfunction. BMJ. 2014; 348:g129.
  • UptoDate. Cunningham GR, Khera M. Treatment of male sexual dysfunction. Last updated: Jul 31, 2016. Verfügbar unter: https://www.uptodate.com/, letzter Zugriff: 10.07.2017.  

Stand der Literatur: Juli 2017

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