9 000 Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Windelpilz

Allgemeines

Viele Säuglinge, Kleinkinder und auch Erwachsene, die wegen einer Inkontinenz Windeln tragen müssen, haben irgendwann einmal entzündete Haut im Windelbereich (Windeldermatitis). Das kommt vor allem vor, wenn die Vorlage nicht häufig genug gewechselt wird und Bestandteile des Urins oder des Stuhls die Haut reizen. Gelegentlich entsteht dort auch eine Pilzinfektion. Denn die feuchtwarme Hülle einer nassen Windel bietet in der Regel Hefepilzen, die im Stuhl und in geringer Anzahl auf gesunder Haut vorkommen, einen idealen Nährboden. Diese können sich dann stark vermehren und sich über den gesamten Windelbereich ausbreiten.

Folgende Pilzinfektionen werden gesondert erläutert:

Fuß- und Hautpilz

Nagelpilz

Pilzinfektionen der Scheide

Pilzinfektionen im Mund

Anzeichen und Beschwerden

Wenn sich die Haut unter einer Windel am Gesäß rötet, bedeutet das noch nicht, dass sich Pilze eingenistet haben. Meist ist sie nur gereizt. Mitunter kann sich die Haut auch entzünden und sehr berührungsempfindlich sein. Hinweise auf eine Pilzinfektion sind Juckreiz und intensiv gerötete, lackartig glänzende oder schuppende Hautränder. Häufig bilden sich kleine Eiterbläschen auf der Haut (Pusteln) oder Krusten.

Ursachen

Urin und Stuhl weichen die Haut auf. Das geschieht umso mehr, je länger die verschmutze Windel nicht gewechselt wird. Die aufgeweichte Haut kann dann den alkalischen Urin nicht mehr gut abpuffern und es entsteht stark hautreizender Ammoniak. Dieser sowie Enzyme aus dem Stuhl zerstören den natürlichen Schutz der Haut und schaffen so ideale Voraussetzungen dafür, dass sich Pilze ansiedeln. Vor allem Hefepilze (Candida) können sich in diesem Milieu gut vermehren. Sie sind die häufigsten Verursacher einer Pilzinfektion im Windelbereich.

Allgemeine Maßnahmen

Wichtig ist es, die Haut sauber und trocken zu halten. Wechseln Sie die Windel sofort, wenn sie verschmutzt ist, damit sich die gerötete und gereizte Haut darunter beruhigen kann. Da gereizte Haut anfälliger für Reibungen ist, sollten sie die Windel wann immer möglich weglassen. Ist die Haut sehr stark gerötet und entzündet, sollten Sie sie behutsam mit oder in Wasser waschen oder baden. Danach tupfen Sie sie vorsichtig mit einem weichen Frotteetuch oder einem glatten Baumwollhandtuch trocken oder lassen sie an der Luft trocknen. Verwenden Sie keine Wischtücher, die Alkohol oder Duftstoffe enthalten.

Die entzündete Haut können Sie beispielsweise mit Zinkpaste abdecken und beruhigen, bevor Sie eine neue Windel anlegen. Streichen Sie dazu die Zinkpaste dick auf die geröteten Hautstellen und wickeln anschließend normal.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie noch nie eine Pilzinfektion im Windelbereich gesehen haben, sollten Sie wunde Stellen, die mehr als drei Tage bestehen, erst einmal einem Arzt zeigen. Später werden Sie die typischen Anzeichen aus Erfahrung kennen und den Ausschlag mit einem Antipilzmittel selbst behandeln.

Tritt die Hautreizung trotz der allgemeinen Maßnahmen ständig wieder auf oder ist der Ausschlag nach sieben bis zehn Tagen immer noch nicht abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut trotz Behandlung mit geeigneten Mitteln auch nach drei bis fünf Tagen weiterhin stark gerötet ist und schmerzt, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptfreie Mittel

Pilzinfektionen im Windelbereich werden überwiegend durch Hefepilze ausgelöst, die mit Mitteln, die Nystatin enthalten, behandelt werden können. Nystatin wirkt speziell gegen diese Pilzart gut. Manche Nystatinpräparate enthalten zusätzlich Zinkoxid, das die Haut etwas austrocknet und sie vor weiterer Reizung schützt. Die Kombination aus dem Antimykotikum Nystatin + Zinkoxid ist deshalb bei einer Pilzinfektion im Windelbereich sinnvoll.

Auch Bäder, Cremes und Lotionen mit synthetischem Gerbstoff können bei der Behandlung entzündeter Haut unterstützend eingesetzt werden. Da sie die Pilze jedoch nicht ursächlich bekämpfen, sollten Sie sie nur ergänzend zu Nystatin einsetzen.

Andere Wirkstoffe gegen Pilze wie Imidazole und Naftifin sind bei einem Windelausschlag nur sinnvoll, wenn ein Arzt festgestellt hat, dass der Hautausschlag auf eine Mischinfektion aus Hefepilzen und anderen Pilzarten zurückzuführen ist oder die Hefepilze resistent gegen Nystatin sind. Für die Selbstbehandlung einer Pilzinfektion im Windelbereich sind diese Mittel deshalb mit Einschränkung geeignet.

Die Kombination von Miconazol + Zinkoxid ist mit Einschränkung geeignet, da ein Windelausschlag meist auf einen Hefepilz zurückzuführen ist. In diesem Fall muss kein Breitspektrum-Antimykotikum eingesetzt werden.