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Warzen

Allgemeines

Bei Warzen verdickt sich – durch Viren ausgelöst – die Hornschicht und die Oberhaut. Warzen können überall am Körper entstehen, vorwiegend zeigen sie sich jedoch an Händen und Füßen. Sie reichen an den Füßen durch den ständig wiederholten Druck oft tief in die Haut hinein, was äußerlich nicht zu erkennen ist (z. B. bei Dornwarzen), bleiben aber ausnahmslos auf die Oberhaut beschränkt. Da sie durch Viren ausgelöst werden, sind Warzen infektiös und können auf weitere Körperstellen oder andere Menschen übertragen werden.

Dellwarzen, im Volksmund entsprechend einem häufigen Übertragungsweg auch "Schwimmbadwarzen" genannt, gehören streng genommen nicht zu den Warzen. Sie werden durch andere Viren verursacht als normale Warzen (Verrucae). Dellwarzen kommen häufig bei Kindern vor. Es gibt keine Hinweise darauf, dass diese Warzen mit den üblichen Mitteln, die hier für die anderen Warzen besprochen werden, schneller abheilen.

Es gibt noch andere Hautveränderungen, die Warzen genannt werden, beispielsweise seborrhoische Warzen, Alterswarzen oder auch Genitalwarzen. Diese werden hier nicht besprochen.

Anzeichen und Beschwerden

Warzen können sehr unterschiedliche Formen annehmen. Allgemein zeigen sie sich meist als ein bis zehn Millimeter oder größere runde Erhebungen mit schrundiger Oberfläche. Bei manchen sind schwarze Pünktchen erkennbar. Dabei handelt es sich um geronnenes Blut.

Warzen verursachen meist keine Beschwerden. Nur manchmal machen sie sich durch Juckreiz, Druck- oder Spannungsgefühl bemerkbar. Sitzen sie allerdings an Stellen der Fußsohle, die beim Gehen ständig belastet werden, können sie sehr schmerzhaft sein. Dabei handelt es sich um Dornwarzen.

Dellwarzen zeigen sich als weiche, zwei bis fünf Millimeter großen Papeln, die in der Mitte leicht eingedellt sind. Das Innere der Warze ist eine körnig-käsige Masse, die zahlreiche Viren enthält. Wird die Warze aufgekratzt, können die Viren leicht auf andere Menschen übertragen werden. Dellwarzen müssen Sie nicht mit Medikamenten behandeln, weil sie innerhalb einiger Monate von selbst wieder verschwinden. Sie sind lediglich kosmetisch störend.

Ursachen

Warzen bilden sich aufgrund einer Infektion mit bestimmten Viren (humane Papillomaviren, abgekürzt HPV).

Auch Dellwarzen werden durch Viren übertragen. Diese haben mit HPV jedoch nichts zu tun, sondern sind eher mit den Pockenviren verwandt, ohne deren hohes Krankheitspotenzial zu haben. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit den Erregern (Schmierinfektion). Das kann über einen engen Kontakt mit infizierter Haut oder aber auch über Gegenstände wie Handtücher und Kleidung geschehen. Häufiger Infektionsort ist das Schwimmbad mit seinem feuchtwarmen Klima. Besonders anfällig für Dellwarzen sind junge Menschen mit empfindlicher Haut.

Allgemeine Maßnahmen

Viele Warzen verschwinden von selbst, insbesondere bei Kindern und Menschen mit intaktem Immunsystem. Wenn sie sehr störend sind, kann der Arzt sie auch mechanisch mit einem "scharfen Löffel" oder einem Ringskalpell entfernen. Auch eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff bei minus 196 °C (Kryotherapie) kann Warzen verschwinden lassen: Aufgrund der Kälte bildet sich eine Blase, in deren Dach sich die Warze befindet.

Das Vereisen ist nach derzeitigem Wissensstand nicht wirksamer als eine Behandlung mit hoch dosierter Salicylsäure. Es kann schmerzhaft sein und manchmal auch Narben hinterlassen. Vorteilhaft ist, dass eine Vereisung nicht täglich vorgenommen werden muss. Eine Vereisung erfolgt in mehrwöchigen Intervallen, manchmal genügt sogar eine einmalige Behandlung. Die kombinierte Anwendung von Vereisern und Salicylsäure erzielt – insbesondere bei Dornwarzen – möglicherweise bessere Resultate bei der Warzenentfernung als Salicylsäure allein.

Keinesfalls dürfen Sie den Warzen mit scharfen Gegenständen (Schere, Messer) zu Leibe rücken. Dabei kommt es meist zu blutigen Verletzungen, die zu einer weiteren Verbreitung der Warzenviren beitragen.

Vorbeugung

Um Warzen vorzubeugen, sollten Sie eine Ansteckung für sich und andere vermeiden. Um die Viren nicht zu übertragen, sollten beispielsweise Handtücher nicht mit anderen geteilt werden. Haben Sie Warzen, wechseln Sie die Handtücher täglich.

Die Haut ist anfälliger für das Eindringen der Warzenviren, wenn sie feucht, aufgeweicht oder geschädigt ist. Halten Sie Ihre Füße deshalb möglichst trocken. In Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen sollten Sie Badeschuhe benutzen. Trocknen Sie Ihre Füße im Anschluss gründlich.

Wann zum Arzt?

Hautveränderungen, die Sie nicht eindeutig als normale Hautwarzen erkennen, sollten Sie nicht selbst behandeln, sondern vom Hautarzt prüfen und dann gezielt behandeln lassen.

Wenn Sie an Diabetes oder an einer Durchblutungsstörung in den Beinen (periphere Verschlusskrankheit, Raucherbein) leiden, kann die Empfindlichkeit der Nerven am Fuß oder den Fußsohlen beeinträchtigt sein. Dann sollten Sie die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Viele Mittel gegen Warzen und einige Vereisungssprays stehen auch ohne Rezept zur Verfügung. Ein Arztbesuch ist besonders dann notwendig, wenn sich die Warzen an empfindlichen Hautstellen, zum Beispiel am Nagelbett oder im Gesicht befinden. Auch bei schmerzenden Warzen an den Fußsohlen ist häufig eine ärztliche Behandlung notwendig. Dort sind die Warzen sehr hartnäckig und eine Behandlung ist entsprechend aufwändig.

Leidet Ihr Kind an Dellwarzen und die Haut rund um die Warzen hat sich durch Kratzen entzündet, sollten Sie mit ihm zum Arzt gehen.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptfreie Mittel

Warzen können gut mit hoch dosierter Salicylsäure behandelt werden. Auch die Kombination aus Salicylsäure + Milchsäure ist dafür geeignet.

Diese Mittel können auch zur Vorbehandlung für eine mechanische Entfernung von Warzen mit einem Ringskalpell sinnvoll sein, um die stark verhärtete Hornhaut aufzuweichen.

Chloressigsäure reizt die Haut etwas mehr und ist daher nur mit Einschränkung geeignet.

Ameisensäure kann die Haut bei übermäßiger Anwendung ebenfalls deutlich reizen. Außerdem ist die Wirksamkeit von Mitteln mit Ameisensäure in der Selbstmedikation nicht ausreichend nachgewiesen. Das Mittel ist daher wenig geeignet.

Vereisungssprays mit Dimethylether sind wenig geeignet, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Sie können allenfalls versuchen, damit gewöhnliche Warzen an den Händen zu vereisen, wenn Salicylsäure nicht ausreichend wirksam war. Ärzte verwenden zur Vereisung in der Regel gekühlten Stickstoff, mit welchem deutlich niedrigere Temperaturen erreicht werden als mit Dimethylether.

Rezeptpflichtige Mittel

Zur Behandlung von Warzen ist auch die Kombination: Salicylsäure + Fluorouracil auf dem Markt. Sie wird "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Das Kombinationspräparat sollte nur angewendet werden, wenn hoch dosierte Salicylsäure allein nicht ausreichend gewirkt hat.

Bei keinem der Wirkstoffe ist garantiert, dass die Warzen dauerhaft verschwinden. Da Warzen aufgrund einer Virusinfektion entstehen, bilden sie sich häufig erneut und oft an derselben Stelle. Allerdings reichen ihre Wurzeln nie tiefer als bis in die Oberhaut hinein. Daher besteht bei konsequenter und wiederholter Anwendung eine große Chance, dass diese Mittel letztlich doch die Warzen beseitigen können.