Medikamente im Test

Trockene Haut

Allgemeines

Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Haut unangenehm trocken ist. Gesunde Haut ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenwirkens von hautschützenden und feuchtigkeitsbindenden Substanzen. Die Talgdrüsen der Haut produzieren fettenden Talg und die Oberhaut schützende Fettstoffe. Außerdem bildet die Haut ein spezielles Strukturprotein (Filaggrin), das das Feuchtigkeitsbindevermögen der Haut reguliert.

Die Haut hält sich normalerweise selbst elastisch und geschmeidig, indem sie Wasser im Gewebe einlagert und Talg produziert. Wie viel Fett sie bildet, hängt meist von erblichen und hormonellen Voraussetzungen ab.

Anzeichen und Beschwerden

Die Haut ist matt, rau, spröde, schuppt und juckt leicht. Oft spannt sie auch etwas.

Ursachen

Trockene Haut kann verschiedene Ursachen haben:

  • Viele Menschen haben von Natur aus trockene Haut, wenn die Talgdrüsen und die Oberhaut wenig Talg oder Fettstoffe bilden.
  • Die Haut kann im Zusammenhang mit Krankheiten trocken werden, z. B. bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Auch dann produziert die Haut zu wenig schützende Fette. Außerdem ist der Gehalt an strukturbildenden Eiweißstoffen vermindert oder fehlt ganz, was dazu führt, dass die Haut nicht genug Feuchtigkeit binden kann.
  • Wenn im Alter die Hormonproduktion nachlässt, wird auch weniger Talg produziert, wodurch sich die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, verringert.
  • Zu viel Sonne und UV-Licht in Solarien trocknen die Haut ebenfalls aus.
  • In überheizten oder klimatisierten Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit wird der Haut mehr Flüssigkeit entzogen.
  • Zu häufiges Duschen und Baden in heißem Wasser sowie die Verwendung von Seife, Schaumbad oder Waschlotionen entziehen der Haut Fett.

Allgemeine Maßnahmen

Duschen Sie nur alle zwei Tage mit nicht zu heißem Wasser und waschen Sie sich zwischendurch mit einem Waschlappen, das beeinträchtigt die Hygiene nicht. Benutzen Sie dabei Babyseife oder Syndets mit einem der Haut ähnlichem ph-Wert (5,5 pH) und einem hohen Anteil an rückfettenden Substanzen.

Wichtig ist die Pflege der Haut nach dem Waschen: Wenn Sie zu trockener Haut neigen, pflegen Sie diese mit Cremes und Lotionen oder Salben, die einen hohen Fettanteil haben (möglichst Wasser-in-Öl-Emulsion). Rissige Haut oder Hornhaut an den Fersen braucht stark fetthaltige Salben, die sie gleichzeitig auch feucht halten (z. B. mit Glyzerin oder Harnstoff).

Trinken Sie genügend: Zwei bis drei Liter täglich sollten es sein.

Grünpflanzen in den Räumen sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Feuchte Tücher über den Heizkörpern haben einen ähnlichen Effekt.

Wann zum Arzt?

Wenn die Haut stark schuppt und mit den als geeignet eingestuften Präparaten nicht wieder geschmeidig wird, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

Bei Ichthyose, einer vererbbaren, schwerwiegenden und schuppenden Hauterkrankung, die den ganzen Körper erfasst, kann der Arzt rezeptfreie harnstoffhaltige Mittel auch zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen. Voraussetzung ist aber, dass keine andere therapeutische Alternative besteht und der Harnstoffgehalt in den Präparaten mindestens fünf Prozent beträgt. Näheres hierzu finden Sie in der Ausnahmeliste.

Behandlung mit Medikamenten

Rückfettende Cremes und Salben, die keine bestimmten Wirkstoffe enthalten, sind zur regelmäßigen Pflege von trockener Haut geeignet. Ob eine Öl-in-Wasser- oder eine Wasser-in-Öl-Emulsion sinnvoller ist, richtet sich nach dem Hauttyp, siehe dazu auch Äußerlich anzuwendende Arzneimittel. Je trockener die Haut, desto fettreicher sollte das Hautpflegeprodukt sein. Salben sind vor allem bei trockener Haut geeignet, Fettsalben bei sehr trockener und rissiger Haut, Cremes eher bei rauen Hautstellen.

Wenn sich trockene Hautstellen im Gesicht zeigen, sollten Sie auf weniger fettige Präparate zurückzugreifen als am Körper. Die Gesichtshaut gewöhnt sich sonst an den erhöhten Fettgehalt und es kann durch das Fett zu einer Reizung kommen. Dann tritt ein juckender Ausschlag auf.

Harnstoffhaltige Cremes und Salben erhöhen die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden und sind deshalb ebenfalls geeignet, trockene Haut zu pflegen. Die Kombination Harnstoff + örtlich betäubendes Mittel bringt keine Vorteile für die Hautpflege, der örtlich betäubende Wirkstoff kann jedoch bei starkem Juckreiz lindernd wirken.

Ölbäder sind zur Pflege von trockener und leicht schuppender Haut geeignet, aber nur, wenn das nach dem Baden auf der Haut befindliche Öl nicht mit dem Handtuch wieder abgerieben wird. Die Kombination Ölbad + örtlich betäubendes Mittel ist nur mit Einschränkung geeignet, weil nicht gesichert ist, dass durch den Zusatz des örtlich betäubenden Wirkstoffs Begleiterscheinungen der trockenen Haut besser gelindert werden.

Äußerlich aufzutragendes Nachtkerzenöl ist zur Pflege trockener Haut geeignet. Wirkstofffreie Präparate wie Alfason Basis Cresa, Asche Basis Creme/Lotion/Fettsalbe/Salbe, Dermatop Basis Creme/Salbe/Fettsalbe, Neribas Creme/Fettsalbe/Salbe, Wolff Basiscreme sowie das harnstoffhaltige Präparat Hyanit eignen sich ebenfalls zur Pflege der Haut. Sie sind jedoch Kosmetika, keine Arzneimittel.

Wenn Sie die Präparate im Intimbereich anwenden, beachten Sie auch die Hinweise zur Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.