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Sexuell übertragbare Erkrankung: Trichomonaden­infektion

Allgemeines

Trichomonadeninfektionen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Mit Trichomonaden können sowohl Frauen als auch Männer infiziert sein. Die Symptome sind zwar verschieden, die Behandlung ist jedoch gleich.

Anzeichen und Beschwerden

Bei Frauen

Die Infektion macht sich durch Brennen, Juckreiz und dünnflüssigen grün-gelblichen Ausfluss mit unangenehmen Geruch bemerkbar. Es können auch Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr auftreten oder es kann nach dem Geschlechtsverkehr aus der Scheide bluten.

Ist eine schwangere Frau mit Trichomonaden infiziert, steigt das Risiko für eine Frühgeburt.

Bei Männern

Männer bemerken eine Trichomonadeninfektion meist nicht. Möglicherweise brennt es beim Wasserlassen und es kann ein milchiger Ausfluss aus der Harnröhre auftreten.

Ursachen

Erreger der Infektion ist Trichomonas vaginalis, ein mikroskopisch kleiner Parasit. Trichomonaden werden vorwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch in von mehreren Menschen benutztem warmem Wasser kann man sich anstecken.

Vorbeugung

Kondome können vor einer Infektion mit Trichomonaden schützen.

Das Risiko für eine Trichomonadeninfektion erhöht sich, wenn Sie viele verschiedene Sexualpartner haben.

Allgemeine Maßnahmen

Jeder Mensch mit einer Trichomonadeninfektion sollte seine Sexualpartnerinnen und -partner von der Erkrankung informieren, damit sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen können. Andernfalls ist es wahrscheinlich, dass sich die Partner gegenseitig immer wieder infizieren. Darüber hinaus sollten infizierte Personen ihre sexuellen Aktivitäten erst sieben Tage nach Abschluss der Behandlung wieder aufnehmen.

Bei Frauen

Frauen können nach der Behandlung der Infektion den Körper darin unterstützen, das gesunde Scheidenmilieu zu stabilisieren, indem sie z. B. eine Zeit lang Jogurt mit lebenden Milchsäurebakterien in die Scheide einführen. Näheres hierzu lesen Sie unter Vaginale Infektion – kann Jogurt helfen?

Alternativ können Frauen nach der Behandlung auch Präparate mit milchsäurebildenden Bakterien, Milchsäure und ihren Salzen oder Vitamin C anwenden. Näheres dazu lesen Sie unter Begleitbehandlung bei Scheidenentzündungen.

Darüber hinaus sollten Sie keine Vaginalspülungen oder Intimsprays anwenden und während einer Infektion keine Tampons benutzen.

Wann zum Arzt?

Tritt bei einer Frau Ausfluss auf, der anders ist als weißlich oder klar und nahezu geruchlos, sollten sie einen Frauenarzt aufsuchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Das Gleiche gilt, wenn zu dem Ausfluss Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr hinzukommen. Neben Trichomonaden können auch Bakterien eine Scheideninfektion auslösen (siehe Bakterielle Infektionen der Scheide).

Bei Männern macht sich eine Infektion seltener durch diese Beschwerden bemerkbar. Wenn es aber beim Wasserlassen brennt und ein milchiger Ausfluss aus der Harnröhre, möglicherweise auch aus dem Anus auftritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptpflichtige Mittel

Für die Behandlung von Trichomonadeninfektionen eignet sich Metronidazol aus der Gruppe der Nitroimidazole. Seine therapeutische Wirksamkeit ist nachgewiesen. Um sicher zu wirken, muss es eingenommen werden.

Eine Trichomonadeninfektion kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Metronidazol behandelt werden. Um eine erneute Infektion zu vermeiden, kann eine Partnerbehandlung sinnvoll sein – insbesondere wenn die Infektion häufig wiederkehrt. Dann nimmt der Partner, die Partnerin gleichzeitig Metronidazol ein, unabhängig davon, ob bei ihm oder ihr Symptome einer Trichomonadeninfektion auftreten.

Wenn bei Frauen die Wirkung der Metronidazol-Tabletten verstärkt werden soll, können sie zusätzlich zu den Tabletten, die sie einnehmen, noch Metronidazol-Vaginalzäpfchen einführen.

Wenden Sie Arzneimittel im Intimbereich an, sollten Sie beachten, dass einige dieser Präparate die Reißfestigkeit von Latexkondomen und bei längerer Anwendungszeit eventuell auch die der Membran eines Diaphragmas beeinträchtigen können. Näheres hierzu lesen Sie unter Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.