Medikamente im Test

Sexuell übertragbare Erkrankung: Trichomonadeninfektion

Allgemeines

Trichomonadeninfektionen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Mit diesem Erreger können sowohl Frauen als auch Männer infiziert sein. Die Symptome sind zwar verschieden, die Behandlung ist jedoch gleich.

Anzeichen und Beschwerden

Bei Frauen

Die Infektion macht sich durch Brennen und Ausfluss bemerkbar. Meist ist der Ausfluss gelblich-schaumig und wird als unangenehm empfunden.

Bei Männern

Männer bemerken eine Trichomonadeninfektion meist nicht. Möglicherweise brennt es beim Wasserlassen und es kann ein milchiger Ausfluss aus der Harnröhre auftreten.

Ursachen

Erreger der Trichomonadeninfektion ist Trichomonas vaginalis, ein mikroskopisch kleiner Parasit. Trichomonaden werden vorwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch in von mehreren Menschen benutztem warmem Wasser kann man sich anstecken.

Vorbeugung

Jeder Mensch mit einer Trichomonadeninfektion sollte seine Sexualpartnerinnen und -partner von der Erkrankung informieren, damit sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen können. Andernfalls ist es wahrscheinlich, dass sich die Partner gegenseitig immer wieder infizieren.

Kondome können vor einer Infektion mit Trichomonaden schützen.

Das Risiko für eine Trichomonadeninfektion erhöht sich, wenn Sie viele verschiedene Sexualpartner haben.

Außerdem können Sie durch ein gesundes Scheidenmilieu das Infektionsrisiko senken. Der Körper hält die Voraussetzungen für ein gesundes Scheidenmilieu selbst aufrecht. Dabei sollten Sie berücksichtigen, je weniger eingegriffen wird, desto besser. Spezielle Maßnahmen zur Hygiene sind nicht erforderlich. Der Intimbereich muss weder besonders oft, noch besonders gründlich, noch auf besondere Art gereinigt werden. Am wenigsten irritieren Sie das Scheidenmilieu, wenn Sie zur Reinigung klares Wasser verwenden. Achten Sie auf Folgendes:

  • Nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten abwischen, damit Darmkeime nicht über den Genitalbereich gewischt werden.
  • Tampons ausschließlich während der Menstruation benutzen und nicht zu häufig wechseln. Sie können die Scheide austrocknen.
  • Auch parfümierte Slipeinlagen, parfümierte Waschlotionen oder Hilfsstoffe von Vaginalcremes können Reizungen oder allergische Reaktionen im Genitalbereich verursachen und dadurch das Risiko für Infektionen erhöhen.
  • Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann das häufige Auftreten von Scheidenentzündungen begünstigen. Dazu gehören Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen) und Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. bei Rheuma, Krebs, nach Organtransplantationen). Um das abzuklären und gegebenenfalls zu verändern, ist ärztliche Hilfe erforderlich.

Allgemeine Maßnahmen

Frauen können nach der Behandlung der Infektion den Körper darin unterstützen, das gesunde Scheidenmilieu zu stabilisieren, indem sie z. B. eine Zeit lang Jogurt mit lebenden Milchsäurebakterien in die Scheide einführen. Näheres hierzu lesen Sie unter Jogurt – vaginal angewendet.

Alternativ können auch Präparate mit milchsäurebildenden Bakterien, Milchsäure und ihren Salzen oder Vitamin C zum Einsatz kommen, Näheres dazu lesen Sie unter Begleitbehandlung bei Scheidenentzündungen.

Darüber hinaus sollten Sie keine Vaginalspülungen oder Intimsprays anwenden und während einer Infektion keine Tampons benutzen.

Wann zum Arzt?

Bei Ausfluss, der anders ist als weißlich oder klar und nahezu geruchlos, sollten Sie einen Frauenarzt aufsuchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Das Gleiche gilt, wenn zu dem Ausfluss Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr hinzukommen. Neben Trichomonaden können auch Bakterien eine Scheideninfektion auslösen (siehe Bakterielle Infektionen der Scheide).

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptpflichtige Mittel

Für die Behandlung von Trichomonadeninfektionen eignet sich Metronidazol aus der Gruppe der Nitroimidazole. Seine therapeutische Wirksamkeit ist nachgewiesen. Um sicher zu wirken, muss es eingenommen werden.

Eine Trichomonadeninfektion kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Metronidazol behandelt werden. Bevorzugt wird die Kurztherapie. Um eine erneute Infektion zu vermeiden, kann eine Partnerbehandlung sinnvoll sein, obwohl meist nur die Frau Symptome aufweist. Dann nimmt ihr Partner Metronidazol ein – unabhängig davon, ob bei ihm Symptome einer Trichomonadeninfektion auftreten oder eine solche Infektion festgestellt wurde.

Wenn bei Frauen die Wirkung der Metronidazol-Tabletten verstärkt werden soll, können sie zusätzlich zu den Tabletten, die sie einnehmen, noch Metronidazol-Vaginalzäpfchen einführen.

Wenden Sie Arzneimittel im Intimbereich an, sollten Sie beachten, dass einige dieser Präparate die Reißfestigkeit von Latexkondomen und bei längerer Anwendungszeit eventuell auch die der Membran eines Diaphragmas beeinträchtigen können. Näheres hierzu lesen Sie unter Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.