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Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Allgemeines

Genitalwarzen (Feigwarzen, Kondylome) sind gutartige Wucherungen des Hautgewebes im Genitalbereich. Sie können in der Analregion sitzen, bei Frauen auch in der Vulva- und Scheidenregion, bei Männern am Penis und Hodensack.

Genitalwarzen beruhen auf einer Infektion mit humanen Papillom-Viren (HPV), die bei Intimkontakten über die Haut weitergegeben werden. HP-Viren sind sehr weit verbreitet. Daher ist es nicht überraschend, dass man sich bereits beim ersten Intimkontakt mit HPV anstecken kann. Genitalwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen. Bei Männern und Personen mit geschwächtem Immunsystem kommen sie häufiger vor als bei Frauen und Personen mit intaktem Abwehrsystem.

Anzeichen und Beschwerden

Genitalwarzen sind stecknadelkopfgroße, meist rötlichbraune Erhebungen auf der Haut. Sie können einzeln stehen, aber auch zu mehreren zusammen. Dann können sie wie ein Stückchen Blumenkohl aussehen. Die Warzen können sich auch im gesamten Genitalbereich ausbreiten.

Genitalwarzen bereiten nur selten Beschwerden. Sie können aber auch jucken, brennen, nässen und bluten.

Ursachen

Genitalwarzen werden von verschiedenen Stämmen von humanen Papilloma-Viren (HPV, insbesondere HPV 6 und 11) hervorgerufen. Die Viren verursachen Hautveränderungen, die in aller Regel gutartig sind. Nur sehr selten verändern sie sich bösartig.

Vorbeugung

Es gibt einen Impfstoff, der sich gegen vier Stämme von humanen Papilloma-Viren richtet (Gardasil). Zwei dieser Virusstämme, nämlich HPV 16 und 18, sind neben anderen Ursachen an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt. Eingesetzt wird dieser Impfstoff vornehmlich, um Frauen einen gewissen Schutz vor dieser Krebserkrankung zu bieten. Geimpft wird zweimal im Abstand von sechs Monaten. Der bestmögliche Schutz wird erreicht, wenn beide Impfungen vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt sind.

Die beiden anderen Virusstämme des Impfstoffs verursachen etwa 90 Prozent aller Genitalwarzen. Die restlichen Genitalwarzen werden von anderen HPV-Stämmen hervorgerufen. Nach einer Impfung mit diesem Impfstoff ist also kein vollkommen sicherer Schutz vor Genitalwarzen zu erwarten. Außerdem kann die Impfung nur Personen schützen, die noch nicht mit diesen Virusstämmen infiziert sind.

Da die Viren nicht durch Körperflüssigkeiten weitergegeben werden, schützen Kondome nicht zuverlässig vor einer HPV-Infektion.

Allgemeine Maßnahmen

Abgesehen von der Behandlung mit Medikamenten können Genitalwarzen mittels Vereisung, Elektrokoagulation und (Laser-)Operation beseitigt werden. Eine Kältebehandlung wird bei einzelnen und kleineren Warzen bevorzugt. Die chirurgische Entfernung wählt man eher bei ausgedehnten Hautveränderungen. Dabei muss zwar mit etwas stärkeren Schmerzen gerechnet werden als bei den anderen Verfahren, dafür treten die Warzen aber auch seltener erneut auf.

Wann zum Arzt?

Genitalwarzen verschwinden bei etwa einem Drittel der Menschen nach einigen Monaten ohne Behandlung. In die Entscheidung kann auch die persönliche Haltung einfließen.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptpflichtige Mittel

Als Medikamente zur äußerlichen Behandlung von Genitalwarzen werden Imiquimod und Podophyllotoxin als "geeignet" bewertet. Nach entsprechender Einweisung können beide Mittel selbst angewendet werden. Podophyllotoxin kommt nur bei kleinen, nicht entzündeten Feigwarzen infrage. Die Behandlung mit Podophyllotoxin dauert bis zu 5 Wochen, die mit Imiquimod 16 Wochen.

Neue Medikamente

Seit Anfang 2010 gibt es mit Veregen ein weiteres Arzneimittel zur äußerlichen Behandlung von Genitalwarzen. Es enthält einen Extrakt aus grünem Tee. Das Mittel soll dreimal täglich aufgetragen werden bis alle Genitalwarzen verschwunden sind – höchstens aber 16 Wochen lang. Wie der Extrakt genau wirkt, ist nicht bekannt. In klinischen Studien an Erwachsenen wirkte der Teeextrakt besser als eine Scheinbehandlung. Bei 55 von 100 mit dem Extrakt Behandelten verschwanden die Warzen. Bei denjenigen, die eine wirkstofffreie Salbe auftrugen, waren es 35 von 100. Allerdings fehlen Studien, in denen der Effekt von Teeextrakt mit dem von Podophyllotoxin und Imiquimod verglichen wird. Daher lässt sich der therapeutische Stellenwert dieses Mittels nicht abschätzen.

Bei der Anwendung von Veregen ist häufig mit Unverträglichkeiten zu rechnen, die sich an der Haut zeigen. Wegen fehlender Erfahrungen darf das Mittel nicht bei Kindern und bei Personen mit beeinträchtigter Immunabwehr eingesetzt werden. Hierzu zählen beispielsweise Personen mit einer HIV-Infektion und solche, die nach einer Organtransplantation oder aufgrund einer Autoimmunerkrankung mit Mitteln behandelt werden, die das Immunsystem unterdrücken. Auch Patienten mit einer schwerwiegenden Einschränkung der Leberfunktion sollten die Salbe nicht anwenden.