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Schuppenflechte

Allgemeines

Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Etwa 2 von 100 Menschen erkranken daran.

Schuppenflechte tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen vor dem 40. Lebensjahr auf (Typ I). Selten beginnt eine Psoriasis später (Typ II), verläuft dann aber meist milder als eine Typ-I-Psoriasis. Größe und Form der Plaques sind individuell verschieden. Man unterscheidet vor allem zwei Verlaufsformen:

  • Es bilden sich mehrere kleine Herde (0,5 bis 1 cm) an Rumpf, Armen und Beinen (akut eruptiv-exanthemische Psoriasis oder Psoriasis guttata). Sie entstehen plötzlich, häufig bei oder nach Infekten, insbesondere nach Streptokokkeninfektionen. Die Herde können spontan wieder verschwinden oder in eine chronische Psoriasis übergehen. In dieser Form tritt Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen häufig erstmals auf.
  • Die schuppigen Hautstellen sind größer, bleiben lange bestehen und verändern sich kaum (chronisch stationäre Psoriasis).

Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Heilen lässt sie sich nicht, wohl aber vorübergehend so bessern, dass sie sich nicht durch die typischen Hautausschläge bemerkbar macht.

Anzeichen und Beschwerden

Schuppenflechte beginnt an einer beliebigen Körperstelle, besonders häufig an Ellenbogen, Knie, Kopf oder am Rücken in der Kreuzbeinregion. Es entsteht ein meist scharf begrenzter roter Fleck (Plaque), dessen Oberfläche von silbrig-weißen Hautschuppen bedeckt ist. Diese Schuppen lassen sich leicht ablösen. Werden sie abgekratzt, reißt die darunterliegende entzündete Haut leicht ein und blutet punktförmig.

Die Herde der Schuppenflechte jucken gelegentlich, können brennen und stechen, verursachen aber keine Schmerzen.

Kleinere Schuppenflechtestellen verschmelzen manchmal miteinander zu einem großen Fleck. Häufig treten die Plaques an der rechten und linken Körperhälfte jeweils an den gleichen Stellen auf.

Bei etwa der Hälfte der Psoriasiskranken sind auch die Fingernägel von der Krankheit betroffen. Auf ihnen entstehen Grübchen (Tüpfelnägel) oder sie verfärben sich gelblich. Die Nägel wachsen ansonsten meistens normal, es kann aber auch sein, dass das Wachstum gestört ist und ein "Krümelnagel" entsteht.

Teilweise sind auch die Gelenke entzündet (Psoriasis-Arthritis). Die Symptome ähneln denen einer rheumatoiden Arthritis. Im Unterschied zur rheumatoiden Arthritis kann sich auch ein ganzer Finger oder eine Zehe entzünden (Daktylitis) oder die Sehnen und Sehnenscheiden an Händen und Füßen (Enthesitis).

Psoriasis verläuft meist schubartig. Die Anlässe, durch die die Krankheit wieder aufflackert, sind sehr verschieden.

Ursachen

Wie eine Schuppenflechte entsteht, ist noch nicht vollkommen geklärt. Sicher ist, dass es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems handelt, das sich versehentlich an körpereigenen Zellen, nämlich denen der Haut, "vergreift" (Autoimmunreaktion). Dabei wandern bestimmte Abwehrzellen in die Haut ein, die dort verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe wie z. B. den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha), Interferon Gamma (INF-gamma) und verschiedene Interleukine ausschütten. Es entsteht eine Entzündung, die nach und nach weitere Zellen der Haut umfasst. In der Folge dringen weitere Abwehrzellen in die Haut ein, die den Entzündungsprozess anheizen und gleichzeitig zu einem deutlich schnelleren und stärkeren Wachstum der Hautzellen beitragen. Normalerweise dauert es etwa vier Wochen, bis neue Hautzellen die Oberfläche erreichen, bei Psoriasis geschieht das innerhalb weniger Tage. Dadurch werden Leder- und Oberhaut bis zu 16-mal dicker als normal. Außerdem vermehren sich die kleinen Blutgefäße in der Haut.

Wodurch diese Reaktionskette in Gang kommt, ist noch ungeklärt. Erbanlagen spielen eine wichtige Rolle. Häufig bricht eine Psoriasis nach einer Infektion aus (z. B. Mandelentzündung). Bakterien (häufig sind es Streptokokken) und Viren können dabei gleichermaßen beteiligt sein. Darüber hinaus können mechanische Reize, z. B. durch eine Armbanduhr oder enganliegende Kleidung, sowie Schnitt- und Schürfwunden, Kratzspuren, Sonnenbrand und Verbrennungen eine Psoriasis provozieren, wenn die Veranlagung dafür besteht. Die gleichen Einflüsse können eine vorhandene Schuppenflechte nach einer Ruhephase wieder aufflackern lassen.

Auch Wetterumschwünge und Stress (Trauerfälle, Angst, Schwierigkeiten im Privat- und Berufsleben), hoher Alkoholkonsum, eine kalorienreiche Ernährung sowie Medikamente wie lithiumhaltige Mittel (bei Manien), Mittel zur Vorbeugung gegen Malaria, Betablocker und ACE-Hemmer (bei hohem Blutdruck) sowie Lipidsenker wie Gemfibrozil (bei Arteriosklerose), können den Ausbruch oder einen erneuten Schub einer Psoriasis bedingen.

Allgemeine Maßnahmen

Alles, was die Haut geschmeidig macht, kann eine Psoriasis bessern. Dafür können Sie ölhaltige Bäder nehmen oder den Körper mit fetthaltigen Lotionen, Cremes oder Salben einreiben.

UV-Strahlen – vor allem die sonst schädlichen UV-B-Strahlen – tragen dazu bei, dass eine Psoriasis schneller abheilt. Bei Aufenthalten im Hochgebirge oder in südlichen Ländern mit intensiver UV-Einstrahlung bessert sich die Schuppenflechte deshalb häufig. Diesen Effekt macht sich auch eine Behandlung mit UV-B-Strahlen in speziellen UV-Bestrahlungsanlagen (ähnlich einem Solarium) beim Hautarzt als Licht- oder Phototherapie zunutze, wobei meist rückfettende Pflegemittel eingesetzt werden, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet. Das Hautbild verbessert sich mit dieser UV-Behandlung innerhalb von drei bis vier Wochen deutlich und die Wirkung hält meistens lange Zeit vor.

Auch UV-A-Strahlen werden therapeutisch genutzt, allerdings in der Regel nur in Kombination mit Arzneimitteln wie bei der PUVA-Therapie. Dieses Verfahren lindert Studien zufolge die Beschwerden einer Schuppenflechte deutlicher als eine Bestrahlung mit UV-B alleine.

Stark salzhaltige Bäder oder ein Aufenthalt am Meer können die Hauterscheinungen ebenfalls abklingen lassen. Bei der kombinierten Bade-Licht-Therapie (Balneophototherapie oder Balneolichttherapie) wird die Haut nach einem Bad mit UV-Licht bestrahlt.

Oberflächlich aufliegende Schuppen können Sie entfernen, indem Sie in Kochsalz- oder Ölbädern baden und die Schuppen anschließend in einem Seifen- oder Sodabad abbürsten (ein bis zwei Handvoll Kristallsoda, chemisch Natriumcarbonat, in das Badewasser geben).

Wann zum Arzt?

Einer Schuppenflechte lässt sich – abgesehen von der unter allgemeine Maßnahmen beschriebenen Basispflege – nur mit rezeptpflichtigen Mitteln wirkungsvoll entgegentreten. Wenn Sie die oben genannten Anzeichen bemerken, lassen Sie diese vom Arzt beurteilen.

Behandlung mit Medikamenten

Da unklar ist, wie die Krankheit entsteht, lässt sie sich nicht ursächlich behandeln. Ziel der Behandlung ist es daher, die Hautsymptome deutlich oder vollständig zurückzudrängen.

Rezeptpflichtige Mittel

Äußerlich anzuwendende Salben und Cremes können die Symptome einer Psoriasis auf der Haut bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen deutlich lindern oder vorübergehend verschwinden lassen, insbesondere bei leichten und mittelschweren bzw. örtlich begrenzten Erkrankungsformen.

Für die Behandlung eines akuten Psoriasisschubes eignen sich äußerlich anzuwendende Mittel mit Glucocorticoiden. Cremes und Salben mit einem Einzelwirkstoff aus der Gruppe der Glucocorticoiden werden im Anwendungsgebiet Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis bewertet, haben aber auch bei der Behandlung der Schuppenflechte ihren festen Platz. Zur Anwendung auf der Kopfhaut eignet sich eine dünnflüssige Lotion mit dem entsprechenden Wirkstoff. Außerdem sind Kombinationspräparate aus Glucocorticoid + Harnstoff oder einem Glucocorticoid mit Salicylsäure (Betamethason + Salicylsäure, Prednisolon + Salicylsäure, Triamcinolon + Salicylsäure) zur Behandlung geeignet.

Die Kombination aus Glucocorticoid + Vitamin-D-Abkömmlingen ist vor allem in der Anfangsbehandlung geeignet, vorausgesetzt, die Dosierung der Einzelkomponenten entspricht den individuellen Anforderungen.

Cremes und Salben mit Vitamin-D-Abkömmlingen sind ebenfalls geeignet, um die Hauterscheinungen einzudämmen oder verschwinden zu lassen.

Sind äußerlich anzuwendende Mittel oder eine Lichttherapie nicht ausreichend, um die Schuppenflechte abklingen zu lassen, was bei etwa jedem Vierten der Fall ist, stehen diverse Präparate zum Einnehmen oder als Spritzen zur Verfügung. Sie hemmen die Abwehrreaktion des Immunsystems. Alle können jedoch schwerwiegende unerwünschte Wirkungen haben.

Methotrexat, das auch bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wird, gilt international als Standardmedikament, obwohl die therapeutische Wirksamkeit trotz des verbreiteten Einsatzes nur durch wenige gute Studienberichte belegt ist. Es ist dennoch zur Behandlung von schwerer Schuppenflechte geeignet, da mit diesem Mittel die längsten klinischen Erfahrungen vorliegen und somit auch seine Verträglichkeit bei einer langfristigen Anwendung.

Das Mittel bessert den Hautzustand, wenn lokale Behandlungen nicht mehr ausreichen.

Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe von biologisch hergestellten Mitteln, die zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden können, wenn innerliche Mittel erforderlich sind. Zu diesen gehören die TNF-alpha-Hemmstoffe Adalimumab, Certolizumab, Etanercept und Infliximab und auch die Interleukin-Hemmstoffe Secukinumab sowie Ustekinumab. All diese Mittel sind gut wirksam, können aber unter Umständen auch mit schweren Nebenwirkungen einhergehen.

Sie können das Hautbild rasch und deutlich bessern. Adalimumab kann empfohlen werden, wenn Mittel zur äußerlichen Anwendung oder auch eine Lichttherapie die Hautbeschwerden nicht mehr ausreichend verbessern würden und Vorteile gegenüber den anderen als "geeignet" bewerteten Mitteln zur innerlichen Anwendung erwartet werden. Etanercept, Infliximab und Ustekinumab sind erst geeignet, wenn zuvor Methotrexat, Ciclosporin oder eine PUVA-Therapie nicht ausreichend wirksam waren oder diese Therapieoptionen nicht eingesetzt werden können. Die beiden Interleukin-Hemmstoff Secukinumab und Ustekinumab sowie der TNF-alfa-Hemmstoff Certolizumab sind erst seit kurzer Zeit für Psoriasis zugelassen und in diesem Anwendungsgebiet noch wenig erprobt. Die Mittel sind daher „auch geeignet“.

Bei besonders schweren Formen der Psoriasis sind Mittel mit Ciclosporin geeignet. Die therapeutische Wirksamkeit ist ausreichend belegt. Die schweren Nebenwirkungen, zum Beispiel an den Nieren, die mit der Anwendung einhergehen können, sind vertretbar, wenn andere geeignete Mittel nicht eingesetzt werden können oder nicht ausreichend wirksam sind.

Tabletten mit einem Gemisch aus Fumarsäureestern oder solche, die reines Dimethylfumarat in magensaftresistenter Form enthalten, sind zur Behandlung der Schuppenflechte mit Einschränkung geeignet. Es gibt zwar einige aktuelle Studien zu diesen Mitteln, dennoch sollten weitere Untersuchungen den Nutzen besser belegen. Es fehlen weiterhin Daten, um den Stellenwert der Fumarsäureester im Vergleich zu besser bewerteten, innerlich wirkenden Mitteln festzulegen. Zudem können Fumarsäureester schwere, zum Teil lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen haben.

Führen Sie eine Behandlung im Intimbereich mit einem äußerlich anzuwendenden Mittel durch, sollten Sie beachten, dass einige Präparate die Reißfestigkeit von Latexkondomen und bei längerer Anwendungszeit eventuell auch die der Membran eines Diaphragmas beeinträchtigen können. Näheres hierzu lesen Sie unter Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.

Neue Medikamente

Seit Februar 2015 ist Apremilast (Otezla) zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen Psoriasis verfügbar. Der Wirkstoff hemmt ein in Entzündungszellen aktives Enzym (Phosphodiesterase-4), wodurch die Entzündungsreaktion gebremst wird. Apremilast ist der erste Vertreter dieser Wirkstoffklasse und darf nur eingesetzt werden, wenn eine Behandlung mit Methotrexat oder Ciclosporin sowie eine PUVA-Behandlung nicht angesprochen hat oder diese Mittel nicht eingesetzt werden können. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Mittel die Beschwerden im Vergleich zu einer Scheinbehandlung bessern. In den Studien besserten sich bei 29 bis 33 von 100 mit Apremilast Behandelten die Beschwerden nach 16 Wochen um 75 Prozent, bei den mit einem Scheinmedikament Behandelten traf das nur auf 5 bis 6 von 100 zu. Da es allerdings wieder zu Verschlechterungen kam, obwohl die Behandlung fortgesetzt wurde, ist es fraglich wie nachhaltig dieser Effekt ist.

Als Nebenwirkungen werden Durchfall und Übelkeit angegeben, darüber hinaus Kopfschmerzen und Atemwegsinfektionen. Das Mittel steht zudem im Verdacht, Depressionen auszulösen. Nach seiner Marktzulassung kam es bei der Behandlung mit dem Mittel zu Selbsttötungsgedanken und Selbsttötungen. Die Langzeitverträglichkeit über ein Jahr hinaus ist noch nicht ausreichend beurteilbar. Das gilt auch für die Anzahl seltener unerwünschter Ereignisse, insbesondere im Hinblick auf Auswirkungen auf das Immun- und Nervensystem sowie Herz und Kreislauf.

In seinen frühen Nutzenbewertungen führt das IQWiG auch Bimekizumab (Bimzelx), Ixekizumab (Talz), Risankizumab (Skyrizi) und Tildrakizumab (Ilumetri) zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Psoriasiserkrankungen auf. Zu diesen Mitteln wird die Stiftung Warentest ausführlich Stellung nehmen, sobald sie zu den häufig verordneten Mitteln gehören. *

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Bimekizumab (Bimzelx) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Bimekizumab (Handelsname Bimzelx) ist seit August 2021 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Plaque-Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Bimekizumab soll die Entzündung verringern und so die Beschwerden der Psoriasis lindern.

Anwendung

Bimekizumab gibt es als Fertigpen oder Fertigspritze in einer Dosierung von 160 mg. Die empfohlene Dosis beträgt 320 mg (2 Injektionen) in den ersten 4 Monaten alle 4 Wochen. Danach wird der Wirkstoff alle 8 Wochen gespritzt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Anweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 4 Monaten keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die

  • erstmals für eine systemische Therapie infrage kommen und eine klassische Therapie mit antientzündlichen Arzneimitteln nicht infrage kommt, können die Wirkstoffe Adalimumab oder Guselkumab oder Ixekizumab oder Secukinumab eingesetzt werden.
  • auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen haben oder die diese nicht vertragen haben, kommen die Wirkstoffe Adalimumab, Brodalumab, Guselkumab, Infliximab, Ixekizumab, Risankizumab, Secukinumab oder Ustekinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2021 geprüft, ob Bimekizumab im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Für folgende Gruppen legte der Hersteller verwertbare Daten vor:

Bimekizumab (Bimzelx) zur erstmaligen systemischen Therapie bei Erwachsenen mit Plaque-Psoriasis

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2022 geprüft, ob Bimekizumab als Ersttherapie bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. Dabei ging es um Patientinnen und Patienten, für die eine klassische systemische Therapie nicht geeignet war. Ein Grund kann beispielsweise eine besonders schwere Ausprägung der Psoriasis sein.

Für diesen Vergleich legte der Hersteller Daten aus 2 Studien vor:

  • In der einen Studie wurden 94 Personen über ein halbes Jahr untersucht. Die eine Hälfte wurde mit Bimekizumab behandelt, die andere Hälfte mit Adalimumab.
  • In der zweiten Studie bekamen 58 Personen Bimekizumab, während die 98 Personen mit Secukinumab behandelt wurden. Sie wurden knapp ein Jahr untersucht.

Für diese Patientinnen und Patienten zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Bimekizumab?

Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Beide Studien deuten auf einen Vorteil von Bimekizumab hin. Umgerechnet auf 100 Personen besserten sich zum Beispiel bei der Behandlung mit Bimekizumab die Hautveränderungen vollständig bei 58 von 100 Personen. Mit Adalimumab war das bei 14 von 100 Personen der Fall.

Hautschuppung: Hier deuten die Studien ebenfalls auf einen Vorteil von Bimekizumab hin.

Welche Nachteile hat Bimekizumab?

Schwere Nebenwirkungen: Der Vergleich mit Secukinumab deutet auf einen Nachteil hin. Mit Bimekizumab traten bei 7 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen auf. Mit Secukinumab war das bei keiner Person der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Es zeigte sich kein Unterschied bei:

  • Psoriasis auf der Kopfhaut
  • Juckreiz, Schmerzen, Hautrötungen, Hautbrennen und Hautverdickung
  • Abgeschlagenheit
  • Kleiderwahl
  • Gesundheitszustand
  • Gesundheitsbezogener Lebensqualität
  • Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen
  • Infektionen
  • Pilzinfektionen

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten vor zu Psoriasis auf Handflächen, Fußsohlen und Fingernägeln.

Bimekizumab (Bimzelx) für vorbehandelte Erwachsene mit Plaque-Psoriasis

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2022 geprüft, ob Bimekizumab für bereits behandelte Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. Infrage kamen für die Untersuchung nur Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie unzureichend gewirkt hat oder die sie nicht vertragen haben.

Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten aus 2 Studien vor:

  • In der einen Studie wurden 171 Personen über ein halbes Jahr untersucht. Die eine Hälfte erhielt Bimekizumab, die andere Hälfte Adalimumab.
  • In der zweiten Studie bekamen 128 Personen Bimekizumab, weitere 228 Personen Secukinumab. Sie wurden knapp ein Jahr untersucht.

Es zeigten sich für diese Patientinnen und Patienten folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Bimekizumab?

Hautschuppung: Hier belegen die Studien einen Vorteil von Bimekizumab. Umgerechnet auf 100 Personen verbesserte sich zum Beispiel die Schuppung mit Bimekizumab bei 43 von 100 Personen. Mit Adalimumab war das bei 24 von 100 Personen der Fall. In der anderen Studie verbesserte sich die Beschwerde bei 70 von 100 Personen mit Bimekizumab. In der Gruppe Secukinumab verringerte sich die Schuppung bei 51 von 100 Personen.

Hautrötung: Diese Krankheitsbeschwerde wurde nur in einer Studie untersucht. Hier deuten die Ergebnisse auf einen Vorteil von Bimekizumab hin.

Welche Nachteile hat Bimekizumab?

Pilzinfektionen: Hier belegen die Studien einen Nachteil von Bimekizumab. Beispielsweise traten mit Bimekizumab bei 16 von 100 Personen Pilzinfektionen auf. Mit Adalimumab war das bei keiner Person der Fall. In der anderen Studie traten mit Bimekizumab Pilzinfektionen bei 39 von 100 Personen auf. In der Gruppe mit Secukinumab waren 10 von 100 Personen betroffen.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Hier gab es in der Gesamtbetrachtung der beiden Studien keinen relevanten Unterschied.

Es zeigte sich ebenfalls kein Unterschied bei:

  • Psoriasis auf der Kopfhaut
  • Juckreiz, Hautbrennen, Schmerzen und Hautverdickung
  • Abgeschlagenheit
  • Kleiderwahl
  • Gesundheitszustand
  • Gesundheitsbezogener Lebensqualität
  • Schweren Nebenwirkungen
  • Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen
  • Infektionen

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten vor zu Psoriasis auf Handflächen, Fußsohlen und Fingernägeln.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Bimekizumab.

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Ixekizumab (Taltz) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Ixekizumab (Handelsname Taltz) ist seit Oktober 2016 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Seit Juni 2020 ist der Wirkstoff auch für Kinder und Jugendliche ab einem Alter von 6 Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 25 Kilogramm zugelassen. Außerdem kann Ixekizumab seit Januar 2018 bei Personen mit Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden, bei denen eine Therapie mit klassischen antirheumatischen Arzneimitteln oder Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Plaque-Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Zur Basistherapie einer Psoriasis-Arthritis gehören sogenannte klassische krankheitsmodifizierende Wirkstoffe wie Methotrexat oder Leflunomid. Wenn diese nicht mehr ausreichend helfen, kann die Basistherapie auf biologisch hergestellte Wirkstoffe (Biologika) umgestellt werden. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Etanercept, Golimumab, Adalimumab oder Infliximab.

Ixekizumab soll die Entzündungsreaktion verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Ixekizumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 80 mg.

Bei Erwachsenen mit einer mittelschweren oder schweren Plaque-Psoriasis wird der Wirkstoff in der ersten Woche einmalig in einer Dosierung von 160 mg unter die Haut gespritzt. In den darauffolgenden 12 Wochen wird Ixekizumab jede zweite Woche in einer Dosierung von 80 mg angewendet. Danach kommt der Wirkstoff einmal monatlich (80 mg) zum Einsatz. Bei Kindern und Jugendlichen wird Ixekizumab alle vier Wochen unter die Haut gespritzt. Die Dosierung hängt vom Körpergewicht ab.

Bei Erwachsenen mit einer Psoriasis-Arthritis wird Ixekizumab nach der ersten Anwendung (160 mg) einmal monatlich in einer Dosierung von 80 mg gespritzt.

Treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf, kommt Ixekizumab wie bei der Plaque-Psoriasis zum Einsatz.

Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen außer einer Phototherapie die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin oder Methotrexat zur Verfügung. Wenn diese Therapien erfolglos waren oder nicht geeignet sind, kommt eine Behandlung mit Biologika wie Adalimumab oder Infliximab oder dem Wirkstoff Ustekinumab infrage.

Für Kinder und Jugendliche mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und vorigen Behandlungen die Wirkstoffe Adalimumab, Etanercept oder Ustekinumab zur Verfügung.

Für Personen mit aktiver Psoriasis-Arthritis kommen folgende Therapien infrage:

  • Für Personen, bei denen sich die Krankheit vermutlich nur langsam verschlechtert und wenn eine vorherige Behandlung mit einem einzelnen klassischen Basismedikament nicht ausreichend wirkte oder nicht vertragen wurde, ist der Wechsel auf ein anderes klassisches Basismedikament wie Methotrexat oder Leflunomid oder eine Kombination beider Wirkstoffe möglich.
  • Für Personen, bei denen die klassischen Wirkstoffe nicht ausreichend geholfen haben, kommt ein Biologikum in Kombination mit Methotrexat infrage. Wird Methotrexat nicht vertragen, kann das Biologikum auch als Einzeltherapie angewendet werden.
  • Für Personen mit Psoriasis-Arthritis kommt ein Wechsel zu einem anderen Wirkstoff aus der Klasse der Biologika in Kombination mit Methotrexat infrage, wenn eine Einzel- oder Kombinationstherapie mit Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder nicht vertragen wurde. Auch in diesem Fall kann bei Unverträglichkeit von Methotrexat das Biologikum als Einzeltherapie angewendet werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2020 geprüft, ob Ixekizumab im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Für folgende Gruppen legte der Hersteller verwertbare Daten vor:

  • Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt.
  • Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt.
  • Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, bei denen eine vorherige Behandlung mit klassischen Basismedikamenten nicht mehr ausreichte und für die eine Therapie mit Biologika infrage kommt.

Mehr Wissen

Ixekizumab (Taltz) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab (Handelsname Taltz) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, für die eine systemische Therapie infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 83 Patientinnen und Patienten vor, von denen 40 Personen eine Therapie mit Ixekizumab erhielten und 43 Personen mit der Standardtherapie Fumarsäureester behandelt wurden.

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist auf einen Vorteil von Ixekizumab im Vergleich zu Fumarsäureester hin. Etwa 60 von 100 Personen, die Ixekizumab anwendeten, waren bei Studienende beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Fumarsäureester war dies bei etwa 2 von 100 Personen der Fall.

Weitere Vorteile deuteten sich in der Studie für die nachfolgend genannten Punkte an. Die vorgelegten Daten ließen aber keine Schätzung zu, wie groß diese Vorteile im Vergleich zur Standardtherapie waren.

  • Erscheinungsfreiheit im Gesicht und am Hals
  • Besserung schmerzender Hautstellen
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

Es zeigten sich keine Nachteile des neuen Wirkstoffs gegenüber der Standardtherapie.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Erscheinungsfreiheit im Genitalbereich: Auch hier gab es keinen Unterschied zwischen den Therapien.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur Auswirkung auf eine Nagelpsoriasis, den Gesundheitszustand sowie zu schweren Nebenwirkungen legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.

Ixekizumab (Taltz) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine andere systemische Therapie nicht infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab (Handelsname Taltz) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, bei denen eine andere systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 302 Patientinnen und Patienten vor, von denen 136 Personen eine Therapie mit Ixekizumab erhielten und 166 Personen mit Ustekinumab behandelt wurden.

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist auf einen Vorteil von Ixekizumab hin. Knapp 49 von 100 Personen, die Ixekizumab anwendeten, waren im Laufe der 24-wöchigen Behandlung beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Ustekinumab war dies nur bei knapp 24 von 100 Personen der Fall.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Auch hier gibt die Studie einen Hinweis auf einen Vorteil der neuen Therapie: 66 von 100 Patientinnen und Patienten mit Ixekizumab gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hätte, mit der Standardtherapie war dies nur bei 53 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

Beschwerden durch die Injektionen: Bei diesen Nebenwirkungen weist die Studie auf einen Nachteil von Ixekizumab hin. Bei der Injektion mit Ixekizumab traten bei etwa 19 von 100 Personen Nebenwirkungen auf. Nach Injektion von Ustekinumab war dies bei 3 von 100 Personen der Fall. Typische Beschwerden sind beispielsweise Schmerzen oder Hautrötung an der Einstichstelle.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Juckreiz und Hautschmerz: Bei diesen Beschwerden konnte kein Unterschied nachgewiesen werden.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Auch hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.
  • Schwere Nebenwirkungen: Schwere Nebenwirkungen traten bei beiden Therapien vergleichbar häufig auf. In beiden Gruppen waren etwa 2 bis 3 von 100 Personen betroffen.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Hier zeigte sich ebenfalls kein Unterschied. In beiden Gruppen brachen je ein bis 2 von 100 Personen die Therapie ab.
  • Anfälligkeit für Infektionen: Auch bei diesen Nebenwirkungen ließ sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen nachweisen.

Ixekizumab (Taltz) zur erstmaligen Biologika-Therapie bei Erwachsenen mit aktiver Psoriasis-Arthritis

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob Ixekizumab (Handelsname Taltz) Vor- und Nachteile im Vergleich zur Standardtherapie für Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis hat. Der Hersteller legte eine Studie mit Personen vor, bei denen eine vorherige Behandlung mit klassischen antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichte oder nicht vertragen wurde und die für eine erstmalige Therapie mit Biologika infrage kamen. Die Daten von 107 Patientinnen und Patienten konnten ausgewertet werden: Die eine Hälfte erhielt ein halbes Jahr Ixekizumab, die andere Hälfte wurde bereits seit Längerem mit dem verfügbaren Wirkstoff Adalimumab behandelt. Beide Wirkstoffe wurden mit einem Fertigpen unter die Haut gespritzt. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

  • Sehnenansatzentzündungen: Die Studie deutet nach ersten Abschätzungen auf einen Vorteil von Ixekizumab hin. Ixekizumab linderte diese Beschwerden besser als Adalimumab.

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

  • Erkrankungen und Beschwerden während der Behandlung: Hier weist die Studie auf einen Nachteil von Ixekizumab hin: In dieser Gruppe traten bei etwa 33 von 100 Personen Beschwerden im Bereich der Injektionsstelle auf. Dies war mit der Standardtherapie nur bei knapp 11 von 100 Personen der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Schwere Nebenwirkungen: Es zeigte sich kein Unterschied. In beiden Gruppen traten bei etwa 7 bis 8 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen auf.
  • Auch bei den folgenden Aspekten zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien:- Krankheitsaktivität - Anzahl druckschmerzhafter und geschwollener Gelenke- Körperlicher Funktion- Zeh- und Fingergelenksentzündungen- Gesundheitszustand- Gelenkschmerzen- Erschöpfung- Gesundheitsbezogener Lebensqualität- Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen- Infektionen und parasitären Erkrankungen
  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis der Haut: Auch hier konnte kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungen nachgewiesen werden.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur Auswirkung von Ixekizumab auf eine Nagelpsoriasis legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ixekizumab (Taltz) bei Erwachsenen mit Plaque-Psoriasis, bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis sowie bei Erwachsenen mit aktiver Psoriasis-Arthritis.

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Risankizumab (Skyrizi) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Risankizumab (Handelsname Skyrizi) ist seit April 2019 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen.

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Die Haut kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich mit Cremes oder Salben behandelt. Bei schweren Verläufen kommt eine Bestrahlung mit UV-Licht (Phototherapie) infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise die Entzündung verlangsamen oder stoppen sollen. Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die im ganzen Körper (systemisch) wirken, nennt man systemische Therapie. Zur Basistherapie gehören sogenannte klassische krankheitsmodifizierende Wirkstoffe wie Methotrexat oder Fumarsäure. Wenn diese nicht mehr ausreichend helfen oder nicht infrage kommen, können biologisch hergestellte Wirkstoffe (Biologika) eingesetzt werden.

Risankizumab soll als Antikörper die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es verschiedene Botenstoffe hemmt.

Anwendung

Risankizumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 75 mg. Es wird in einer Dosierung von 150 mg (2 Spritzen) unter die Haut gespritzt.

Nach der ersten Anwendung wird der Wirkstoff nach einem Monat erneut gespritzt. Danach wird die Anwendung alle 3 Monate wiederholt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen.

Zeigt sich nach etwa 4 Monaten keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen keine klassischen Therapien infrage kommen und die erstmals mit Biologika behandelt werden sollen, stehen die Wirkstoffe Adalimumab, Guselkumab, Ixekizumab oder Secukinumab zur Verfügung. Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie nicht ausreichend erfolgreich war oder nicht vertragen wurde, kommen abhängig von der vorherigen Therapie ebenfalls Adalimumab, Guselkumab, Ixekizumab, Secukinumab oder auch die Wirkstoffe Infliximab oder Ustekinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Risankizumab für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte für Patientinnen und Patienten, bei denen eine vorherige systemische Therapie nicht ausreichend erfolgreich war oder nicht vertragen wurde, zwei Studien mit insgesamt 260 Teilnehmenden vor. Davon wurden 190 Personen mit Risankizumab behandelt und 70 Personen mit Ustekinumab. Nach einem Jahr zeigten sich für diese Personen folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Risankizumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studien belegen hier einen Vorteil von Risankizumab: Etwa 63 von 100 Personen, die Risankizumab anwendeten, waren nach einem Jahr beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Ustekinumab war dies bei etwa 23 von 100 Personen der Fall.
  • Juckreiz und Schmerzen: Bei diesen Krankheitsbeschwerden belegen die Studien einen Vorteil von Risankizumab für Personen zwischen 40 und 64 Jahren. Bei Brennen der Haut weisen die Studien auf einen Vorteil im Vergleich zu Ustekinumab hin. Für jüngere und ältere Patientinnen und Patienten zeigte sich kein Unterschied.
  • Rötung: Hier belegen die Studien einen Vorteil für die Personen mit Risankizumab, die mit Biologika vorbehandelt wurden. Für die anderen Personen in der Studie zeigte sich kein Unterschied.
  • Erscheinungsfreiheit der Kopfhaut: Auch hier weisen die Studien auf einen Vorteil hin: Etwa 83 von 100 Personen hatten mit Risankizumab einen Vorteil. Bei einer Behandlung mit Ustekinumab war dies bei etwa 56 von 100 Personen der Fall.
  • Gesundheitszustand: Hier weisen die Studien nur für Männer auf einen Vorteil für Risankizumab hin. Sie schätzten ihren Gesundheitszustand besser ein als die Männer, die mit Ustekinumab behandelt wurden. Bei den Frauen zeigte sich kein Unterschied.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Hier belegen die Studien einen Vorteil von Risankizumab im Vergleich zu Ustekinumab. Bei 76 von 100 Personen verbesserte Risankizumab die Lebensqualität, während das mit Ustekinumab bei etwa 52 von 100 Personen der Fall war.

Welche Nachteile hat Risankizumab?

Es zeigten sich keine Nachteile von Risankizumab im Vergleich zu Ustekinumab.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Bei schweren Nebenwirkungen, Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen, Infektionen und parasitären Erkrankungen zeigte sich jeweils kein Unterschied zwischen Risankizumab und Ustekinumab.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten zu Beschwerden wie Schuppung, Rissbildung, Blutungen oder Erscheinungsfreiheit der Hände, Füße und Fingernägel vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Risankizumab (Skyrizi).

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Tildrakizumab (Ilumetri) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Tildrakizumab (Handelsname Ilumetri) ist seit September 2018 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Die Haut kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Eine Psoriasis wird gewöhnlich mit Cremes oder Salben behandelt. Bei schweren Verläufen kommt eine Bestrahlung mit UV-Licht (Phototherapie) infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise die Entzündung verlangsamen oder stoppen sollen. Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die im ganzen Körper (systemisch) wirken, nennt man systemische Therapie. Tildrakizumab soll als Antikörper die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es verschiedene Botenstoffe hemmt.

Anwendung

Tildrakizumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 100 mg. Es wird unter die Haut gespritzt. Nach der ersten Anwendung wird der Wirkstoff nach einem Monat erneut gespritzt. Danach wird die Spritze alle 3 Monate wiederholt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Zeigt sich nach etwa 7 Monaten keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen erstmals eine systemische Therapie infrage kommt, stehen die Wirkstoffe Adalimumab, Ciclosporin, Ixekizumab, Methotrexat, Secukinumab oder eine Phototherapie zur Verfügung. Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie nicht ausreichend erfolgreich war, kommen abhängig von der vorherigen Therapie ebenfalls Adalimumab, Ixekizumab, Secukinumab oder auch die Wirkstoffe Infliximab oder Ustekinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Tildrakizumab Vor- oder Nachteile für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Vergleich zu den Standardtherapien hat. Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tildrakizumab (Ilumetri).

* aktualisiert am 01.07.2022