Medikamente im Test

Schuppenflechte

Allgemeines

Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Etwa 2 von 100 Menschen erkranken daran.

Schuppenflechte tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen vor dem 40. Lebensjahr auf (Typ I). Selten beginnt eine Psoriasis später (Typ II), verläuft dann aber meist milder als eine Typ-I-Psoriasis. Größe und Form der Plaques sind individuell verschieden. Man unterscheidet vor allem zwei Verlaufsformen:

  • Es bilden sich mehrere kleine Herde (0,5 bis 1 cm) an Rumpf, Armen und Beinen (akut eruptiv-exanthemische Psoriasis oder Psoriasis guttata). Sie entstehen plötzlich, häufig bei oder nach Infekten, insbesondere nach Streptokokkeninfektionen. Die Herde können spontan wieder verschwinden oder in eine chronische Psoriasis übergehen. In dieser Form tritt Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen häufig erstmals auf.
  • Die schuppigen Hautstellen sind größer, bleiben lange bestehen und verändern sich kaum (chronisch stationäre Psoriasis).

Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Heilen lässt sie sich nicht, wohl aber vorübergehend so bessern, dass sie sich nicht durch die typischen Hautausschläge bemerkbar macht.

Anzeichen und Beschwerden

Schuppenflechte beginnt an einer beliebigen Körperstelle, besonders häufig an Ellenbogen, Knie, Kopf oder am Rücken in der Kreuzbeinregion. Es entsteht ein meist scharf begrenzter roter Fleck (Plaque), dessen Oberfläche von silbrig-weißen Hautschuppen bedeckt ist. Diese Schuppen lassen sich leicht ablösen. Werden sie abgekratzt, reißt die darunterliegende entzündete Haut leicht ein und blutet punktförmig.

Die Herde der Schuppenflechte jucken gelegentlich, können brennen und stechen, verursachen aber keine Schmerzen.

Kleinere Schuppenflechtestellen verschmelzen manchmal miteinander zu einem großen Fleck. Häufig treten die Plaques an der rechten und linken Körperhälfte jeweils an den gleichen Stellen auf.

Bei etwa der Hälfte der Psoriasiskranken sind auch die Fingernägel von der Krankheit betroffen. Auf ihnen entstehen Grübchen (Tüpfelnägel) oder sie verfärben sich gelblich. Die Nägel wachsen ansonsten meistens normal, es kann aber auch sein, dass das Wachstum gestört ist und ein "Krümelnagel" entsteht.

Teilweise sind auch die Gelenke entzündet (Psoriasis-Arthritis). Die Symptome ähneln denen einer rheumatoiden Arthritis. Im Unterschied zur rheumatoiden Arthritis kann sich auch ein ganzer Finger oder eine Zehe entzünden (Daktylitis) oder die Sehnen und Sehnenscheiden an Händen und Füßen (Enthesitis).

Psoriasis verläuft meist schubartig. Die Anlässe, durch die die Krankheit wieder aufflackert, sind sehr verschieden.

Ursachen

Wie eine Schuppenflechte entsteht, ist noch nicht vollkommen geklärt. Sicher ist, dass es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems handelt, das sich versehentlich an körpereigenen Zellen, nämlich denen der Haut, "vergreift" (Autoimmunreaktion). Dabei wandern bestimmte Abwehrzellen in die Haut ein, die dort verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe wie z. B. den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha), Interferon Gamma (INF-gamma) und verschiedene Interleukine ausschütten. Es entsteht eine Entzündung, die nach und nach weitere Zellen der Haut umfasst. In der Folge dringen weitere Abwehrzellen in die Haut ein, die den Entzündungsprozess anheizen und gleichzeitig zu einem deutlich schnelleren und stärkeren Wachstum der Hautzellen beitragen. Normalerweise dauert es etwa vier Wochen, bis neue Hautzellen die Oberfläche erreichen, bei Psoriasis geschieht das innerhalb weniger Tage. Dadurch werden Leder- und Oberhaut bis zu 16-mal dicker als normal. Außerdem vermehren sich die kleinen Blutgefäße in der Haut.

Wodurch diese Reaktionskette in Gang kommt, ist noch ungeklärt. Erbanlagen spielen eine wichtige Rolle. Häufig bricht eine Psoriasis nach einer Infektion aus (z. B. Mandelentzündung). Bakterien (häufig sind es Streptokokken) und Viren können dabei gleichermaßen beteiligt sein. Darüber hinaus können mechanische Reize, z. B. durch eine Armbanduhr oder enganliegende Kleidung, sowie Schnitt- und Schürfwunden, Kratzspuren, Sonnenbrand und Verbrennungen eine Psoriasis provozieren, wenn die Veranlagung dafür besteht. Die gleichen Einflüsse können eine vorhandene Schuppenflechte nach einer Ruhephase wieder aufflackern lassen.

Auch Wetterumschwünge und Stress (Trauerfälle, Angst, Schwierigkeiten im Privat- und Berufsleben), hoher Alkoholkonsum, eine kalorienreiche Ernährung sowie Medikamente wie lithiumhaltige Mittel (bei Manien), Mittel zur Vorbeugung gegen Malaria, Betablocker und ACE-Hemmer (bei hohem Blutdruck) sowie Lipidsenker wie Gemfibrozil (bei Arteriosklerose), können den Ausbruch oder einen erneuten Schub einer Psoriasis bedingen.

Allgemeine Maßnahmen

Alles, was die Haut geschmeidig macht, kann eine Psoriasis bessern. Dafür können Sie ölhaltige Bäder nehmen oder den Körper mit fetthaltigen Lotionen, Cremes oder Salben einreiben.

UV-Strahlen – vor allem die sonst schädlichen UV-B-Strahlen – tragen dazu bei, dass eine Psoriasis schneller abheilt. Bei Aufenthalten im Hochgebirge oder in südlichen Ländern mit intensiver UV-Einstrahlung bessert sich die Schuppenflechte deshalb häufig. Diesen Effekt macht sich auch eine Behandlung mit UV-B-Strahlen in speziellen UV-Bestrahlungsanlagen (ähnlich einem Solarium) beim Hautarzt als Licht- oder Phototherapie zunutze, wobei meist rückfettende Pflegemittel eingesetzt werden, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet. Das Hautbild verbessert sich mit dieser UV-Behandlung innerhalb von drei bis vier Wochen deutlich und die Wirkung hält meistens lange Zeit vor.

Auch UV-A-Strahlen werden therapeutisch genutzt, allerdings in der Regel nur in Kombination mit Arzneimitteln wie bei der PUVA-Therapie. Dieses Verfahren lindert Studien zufolge die Beschwerden einer Schuppenflechte deutlicher als eine Bestrahlung mit UV-B alleine.

Stark salzhaltige Bäder oder ein Aufenthalt am Meer können die Hauterscheinungen ebenfalls abklingen lassen. Bei der kombinierten Bade-Licht-Therapie (Balneophototherapie oder Balneolichttherapie) wird die Haut nach einem Bad mit UV-Licht bestrahlt.

Oberflächlich aufliegende Schuppen können Sie entfernen, indem Sie in Kochsalz- oder Ölbädern baden und die Schuppen anschließend in einem Seifen- oder Sodabad abbürsten (ein bis zwei Handvoll Kristallsoda, chemisch Natriumcarbonat, in das Badewasser geben).

Wann zum Arzt?

Einer Schuppenflechte lässt sich – abgesehen von der unter allgemeine Maßnahmen beschriebenen Basispflege – nur mit rezeptpflichtigen Mitteln wirkungsvoll entgegentreten. Wenn Sie die oben genannten Anzeichen bemerken, lassen Sie diese vom Arzt beurteilen.

Behandlung mit Medikamenten

Da unklar ist, wie die Krankheit entsteht, lässt sie sich nicht ursächlich behandeln. Ziel der Behandlung ist es daher, die Hautsymptome deutlich oder vollständig zurückzudrängen.

Rezeptpflichtige Mittel

Äußerlich anzuwendende Salben und Cremes können die Symptome einer Psoriasis auf der Haut bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen deutlich lindern oder vorübergehend verschwinden lassen, insbesondere bei leichten und mittelschweren bzw. örtlich begrenzten Erkrankungsformen.

Für die Behandlung eines akuten Psoriasisschubes eignen sich Mittel mit Glucocorticoide. Cremes und Salben mit einem Einzelwirkstoff aus der Gruppe der Glucocorticoiden werden im Anwendungsgebiet Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis bewertet, haben aber bei der Behandlung der Schuppenflechte ihren festen Platz. Geeignet sind zudem Kombinationspräparate aus Glucocorticoid + Harnstoff oder Glucocorticoid + Salicylsäure.

Die Kombination aus Glucocorticoid + Vitamin-D-Abkömmlingen ist vor allem in der Anfangsbehandlung geeignet, vorausgesetzt, die Dosierung der Einzelkomponenten entspricht den individuellen Anforderungen.

Cremes und Salben mit Vitamin-D-Abkömmlingen sind ebenfalls geeignet, um die Hauterscheinungen einzudämmen oder verschwinden zu lassen.

Sind äußerlich anzuwendende Mittel oder eine Lichttherapie nicht ausreichend, um die Schuppenflechte abklingen zu lassen, was bei etwa jedem Vierten der Fall ist, stehen diverse Präparate zum Einnehmen oder als Spritzen zur Verfügung. Sie hemmen die Abwehrreaktion des Immunsystems. Alle können jedoch schwerwiegende unerwünschte Wirkungen haben.

Methotrexat, das auch bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wird, gilt international als Standardmedikament, obwohl die therapeutische Wirksamkeit trotz des verbreiteten Einsatzes nur durch wenige Studienberichte belegt ist. Es ist dennoch zur Behandlung von schwerer Schuppenflechte geeignet, da mit diesem Mittel die längsten klinischen Erfahrungen vorliegen und somit auch seine Verträglichkeit bei einer langfristigen Anwendung.

Das Mittel bessert den Hautzustand, wenn lokale Behandlungen nicht mehr ausreichen.

Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe von biologisch hergestellten Mitteln, die zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden können, wenn innerliche Mittel erforderlich sind. Zu diesen gehören die TNF-alpha-Hemmstoffe Adalimumab, Etanercept und Infliximab und auch der Interleukin-Hemmstoff Secukinumab. All diese Mittel sind gut wirksam, können aber unter Umständen auch mit schweren Nebenwirkungen einhergehen.

Sie können das Hautbild rasch und deutlich bessern. Adalimumab kann empfohlen werden, wenn Mittel zur äußerlichen Anwendung oder auch eine Lichttherapie die Hautbeschwerden nicht mehr ausreichend verbessern würden und Vorteile gegenüber den anderen als "geeignet" bewerteten Mitteln zur innerlichen Anwendung erwartet werden. Etanercept und Infliximab sind erst geeignet, wenn zuvor Methotrexat, Ciclosporin oder eine PUVA-Therapie nicht ausreichend wirksam waren oder diese Therapieoptionen nicht eingesetzt werden können. Der Interleukin-Hemmstoff Secukinumab ist noch wenig erprobt und gilt daher als "auch geeignet".

Bei besonders schweren Formen der Psoriasis sind Mittel mit Ciclosporin geeignet. Die therapeutische Wirksamkeit ist ausreichend belegt. Die schweren Nebenwirkungen, zum Beispiel an den Nieren, die mit der Anwendung einhergehen können, sind vertretbar, wenn Methotrexat oder auch eine PUVA-Therapie die Schuppenflechte nicht mehr ausreichend bessern.

Tabletten mit Fumarsäureestern sind zur Behandlung der Schuppenflechte mit Einschränkung geeignet. Inzwischen gibt es zwar einige aktuelle Studien zu dieser Kombination, dennoch sollten weitere Untersuchungen den Nutzen kombinierter Fumarsäureester besser belegen. Es fehlen weiterhin Daten, um den Stellenwert der Fumarsäureester im Vergleich zu besser bewerteten, innerlich wirkenden Mitteln festzulegen. Zudem können Fumarsäureester schwere, zum Teil lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen haben.

Führen Sie eine Behandlung im Intimbereich mit einem äußerlich anzuwendenden Mittel durch, sollten Sie beachten, dass einige Präparate die Reißfestigkeit von Latexkondomen und bei längerer Anwendungszeit eventuell auch die der Membran eines Diaphragmas beeinträchtigen können. Näheres hierzu lesen Sie unter Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.

Neue Medikamente

Seit Februar 2015 ist Apremilast (Otezla) zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen Psoriasis verfügbar. Der Wirkstoff hemmt ein in Entzündungszellen aktives Enzym (Phosphodiesterase-4), wodurch die Entzündungsreaktion gebremst wird. Apremilast ist der erste Vertreter dieser Wirkstoffklasse und darf nur eingesetzt werden, wenn eine Behandlung mit Methotrexat oder Ciclosporin sowie eine PUVA-Behandlung nicht angesprochen hat oder diese Mittel nicht eingesetzt werden können. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Mittel die Beschwerden im Vergleich zu einer Scheinbehandlung bessern. In den Studien besserten sich bei 29 bis 33 von 100 mit Apremilast Behandelten die Beschwerden nach 16 Wochen um 75 Prozent, bei den mit einem Scheinmedikament Behandelten traf das nur auf 5 bis 6 von 100 zu. Da es allerdings wieder zu Verschlechterungen kam, obwohl die Behandlung fortgesetzt wurde, ist es fraglich wie nachhaltig dieser Effekt ist. 

Als Nebenwirkungen werden Durchfall und Übelkeit angegeben, darüber hinaus Kopfschmerzen und Atemwegsinfektionen. Das Mittel steht zudem im Verdacht, Depressionen auszulösen. Nach seiner Marktzulassung kam es bei der Behandlung mit dem Mittel zu Selbsttötungsgedanken und Selbsttötungen. Die Langzeitverträglichkeit über ein Jahr hinaus ist noch nicht ausreichend beurteilbar. Das gilt auch für die Anzahl seltener unerwünschter Ereignisse, insbesondere im Hinblick auf Auswirkungen auf das Immun- und Nervensystem sowie Herz und Kreislauf.

Ustekinumab (Stelara) ist ein weiterer Interleukinhemmstoff (IL-12 und IL-23), der für die Behandlung einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte zugelassen ist. Das Mittel kann sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen zum Einsatz kommen, wenn eine Licht-, eine PUVA-Therapie oder andere Mittel zur innerlichen Anwendung wie Methotrexat oder Ciclosporin nicht ausreichend wirksam waren oder nicht eingesetzt werden können. Das Mittel wird in die Haut gespritzt, wobei der Abstand zwischen den Injektionen groß ist (zweite Dosis nach vier Wochen, dann alle zwölf Wochen). In Studien besserte sich nach zwölf Wochen Behandlung bei etwa zwei Drittel der Behandelten (67 von 100) das Hautbild deutlich im Vergleich zu 3 von 100 unter einem Scheinmittel. Allerdings ergaben sich in Tierversuchen und in den klinischen Studien Hinweise, dass das Mittel Krebs auslösen könnte.

Seit 2017 steht mit Dimethylfumarat (Skilarence) erstmals ein Fumarsäureester-Einstoffpräparat zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte zur Verfügung. Das Monopräparat enthält nur den Fumarsäureester Dimethylfumarat und zwar in derselben Menge wie das Fumarsäureestergemisch Fumaderm. In einer Studie wurden die beiden Fumarsäureestermittel direkt miteinander verglichen. Mehr als ein Viertel der Patienten brach die Studie wegen unerwünschter Wirkungen oder unzureichender Wirksamkeit vorzeitig ab, egal mit welchem Fumarsäureestermittel behandelt wurde. Nach 16 Wochen erreichen in den Behandlungsgruppen, die Fumarsäureester erhielten, 37 bis 40 von 100 Behandelten eine deutliche Besserung des Hautbildes, in der Plazebogruppe waren es nur 15 von 100. Die Daten legen eine vergleichbare Wirksamkeit der beiden Fumarsäureesterzubereitungen nahe.

In seinen frühen Nutzenbewertungen führt das IQWiG auch Apremilast (Otezla), Brodalumab (Kyntheum), Dimethylfumarat (Skilarence), Guselkumab (Tremfya) und Ixekizumab (Talz) zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Psoriasiserkrankungen auf. Zu diesen Medikamenten wird die Stiftung Warentest zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich Stellung nehmen.

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Apremilast (Otezla) bei Psoriasis

Apremilast (Otezla) ist seit Januar 2015 für Erwachsene mit Psoriasis (Schuppenflechte) zugelassen. Es kommt für zwei Krankheitsbilder der Psoriasis infrage: Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie beispielsweise in Form einer Behandlung mit Ciclosporin oder Methotrexat oder einer PUVA-Behandlung nicht ausreichend geholfen hat oder nicht geeignet ist. Für Personen mit Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen. Apremilast wird hier alleine oder in Kombination mit antirheumatischen Arzneimitteln angewendet. Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken, eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich zusätzlich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen. Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Arzneimittel werden oft miteinander kombiniert. Typische Vertreter dieser sogenannten systemischen Therapie sind Methotrexat und Ciclosporin. Apremilast soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und verschiedene entzündungsfördernde und -hemmende Botenstoffe beeinflusst.

Anwendung

Apremilast wird als Tablette eingenommen. Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Apremilast zweimal täglich. Der Abstand zwischen den beiden Einnahmen sollte ungefähr zwölf Stunden betragen. Die Dosis beträgt zu Beginn der Behandlung 10 mg Apremilast und wird innerhalb von etwa fünf Tagen auf 30 mg gesteigert.

Andere Behandlungen 

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie nicht geeignet ist, kommt eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab oder Infliximab) infrage. Alternativ steht Ustekinumab zur Verfügung. Für Personen mit Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen, kommt ein TNF-α-Antagonist infrage. Dieser kann auch mit Methotrexat kombiniert werden.

Bewertung 

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Frühjahr 2015 geprüft, welche Vor- und Nachteile Apremilast bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis oder mit Psoriasis-Arthritis hat im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien. Um diese Fragen zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor. Für beide Krankheitsbilder kann daher die Frage, welche Vor- und Nachteile Apremilast gegenüber den bisherigen Standardtherapien hat, nicht beantwortet werden.

Weitere Informationen 

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Apremilast (Otezla). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/161/

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Brodalumab (Kyntheum) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Brodalumab (Kyntheum) ist seit Juli 2017 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Die Haut kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Eine Psoriasis wird gewöhnlich mit Cremes oder Salben behandelt. Bei schweren Verläufen kommt eine Bestrahlung mit UV-Licht (Phototherapie) infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise die Entzündung verlangsamen oder stoppen sollen. Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die im ganzen Körper (systemisch) wirken, nennt man systemische Therapie. Brodalumab soll die Entzündung der Haut verringern, indem es verschiedene Botenstoffe hemmt.

Anwendung

Brodalumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 210 mg. In den ersten drei Wochen wird der Wirkstoff einmal wöchentlich, danach jede zweite Woche unter die Haut gespritzt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat oder Secukinumab zur Verfügung. Für Patientinnen und Patienten, bei denen andere systemische Therapien nicht ausreichend erfolgreich waren oder nicht geeignet sind, kommt eine Behandlung mit Adalimumab, Infliximab, Ustekinumab oder Secukinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Brodalumab für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt, im Vergleich zu den Standardtherapien hat. Der Hersteller legte zwei Studien vor, aus denen die Daten von insgesamt 494 Personen ausgewertet werden konnten. Es handelt sich ausschließlich um Patientinnen und Patienten, bei denen andere systemische Therapien nicht ausreichend erfolgreich oder nicht geeignet waren. In den Studien erhielt eine Gruppe der Teilnehmenden (314 Personen) eine Standardtherapie mit Ustekinumab, während die andere Gruppe (180 Personen) eine Therapie mit Brodalumab erhielt. Für diese Patientinnen und Patienten zeigten sich nach 52 Wochen folgende Ergebnisse.

Welche Vorteile hat Brodalumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studien deuten hier auf einen Vorteil von Brodalumab im Vergleich zu einer Behandlung mit Ustekinumab hin. Mit Ustekinumab bildete sich bei gut 20 von 100 Personen die Hautentzündung zumindest vorübergehend fast völlig zurück. Mit Brodalumab war das bei etwa 50 von 100 Personen der Fall. Der Hersteller legte keine Daten vor, wie die Patientinnen und Patienten ihre Krankheitsbeschwerden selbst einschätzen. Auch zur Auswirkung der Therapien auf eine Nagelpsoriasis legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Nach ersten Abschätzungen deuten die Studien einen Vorteil für Brodalumab an. Bei Studienende gaben etwa 52 von 100 der mit Brodalumab behandelten Personen an, dass ihre Erkrankung die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt. Bei der Behandlung mit Ustekinumab war dies bei etwa 34 von 100 Personen der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: In beiden Gruppen verstarben nur sehr wenige Patientinnen und Patienten.
  • Abbruch wegen Nebenwirkungen: Hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen. Es brachen etwa ein bis 4 von 100 Personen ihre Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.

Welche Fragen sind noch offen?

Schwere Nebenwirkungen: Es lässt sich nicht beurteilen, ob sich Brodalumab und Ustekinumab hier unterscheiden. Der Hersteller legte keine geeigneten Daten zu einzelnen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Infektionen vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Brodalumab (Kyntheum).URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/310/

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Dimethylfumarat (Skilarence) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Der Wirkstoff Dimethylfumarat (Skilarence) ist seit Juni 2017 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Dimethylfumarat soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern.

Anwendung

Der Wirkstoff ist als Tablette in den Dosierungen 30 und 120 mg verfügbar. Die Dosis sollte langsam gesteigert werden:

  • in der ersten Woche 30 mg täglich.
  • in der zweiten Woche 60 mg täglich.
  • in der dritten Woche 90 mg täglich.
  • in der vierten Woche 120 mg täglich.
  • Ab der fünften Woche wird die Dosis wöchentlich um 120 mg gesteigert, bis die Maximaldosis von 720 mg täglich erreicht ist.

Die Dosis kann abhängig von Unverträglichkeiten, Behandlungserfolg oder Blutwerten angepasst werden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen neben einer Psoralen-UVA-Therapie (PUVA) die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat oder Secukinumab zur Verfügung.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie mit PUVA, Ciclosporin oder Methotrexat erfolglos war oder nicht geeignet ist, kommt eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab oder Infliximab), Secukinumab oder Ustekinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Dimethylfumarat Vor- oder Nachteile für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Dimethylfumarat (Skilarence). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/317/

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Guselkumab (Tremfya) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Guselkumab (Tremfya) ist seit November 2017 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Die Haut kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Eine Psoriasis wird gewöhnlich mit Cremes oder Salben behandelt. Bei schweren Verläufen kommt eine Bestrahlung mit UV-Licht (Fototherapie) infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise die Entzündung verlangsamen oder stoppen sollen. Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die im ganzen Körper (systemisch) wirken, nennt man systemische Therapie. Guselkumab ist eine systemische Therapie und soll die Entzündung der Haut verringern, indem es einen entzündungsfördernden Botenstoff hemmt.

Anwendung

Guselkumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 100 mg. Nach der ersten Gabe von 100 mg Guselkumab wird der Wirkstoff etwa 4 Wochen später in gleicher Dosis erneut unter die Haut gespritzt. Danach wird Guselkumab alle 8 Wochen verabreicht. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 Wochen keine Besserung, wird empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat oder Secukinumab oder eine Fototherapie zur Verfügung. Für Patientinnen und Patienten, bei denen andere systemische Therapien nicht ausreichend erfolgreich waren oder nicht geeignet sind, kommt eine Behandlung mit Adalimumab, Infliximab, Ustekinumab oder Secukinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 für folgende Gruppen geprüft, welche Vor- und Nachteile Guselkumab im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat:

  • Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt.
  • Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine andere systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt.

Mehr Wissen

Guselkumab (Tremfya) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, welche Vor- und Nachteile Guselkumab (Handelsname Tremfya) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, für die eine systemische Therapie infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 119 Patientinnen und Patienten vor, von denen 60 Personen eine Therapie mit Guselkumab erhielten und 59 Personen mit der Standardtherapie Fumarsäureester behandelt wurden. Die Personen hatten mindestens ein halbes Jahr vor Beginn der Studie keine systemische Therapie erhalten und wurden etwa ein halbes Jahr behandelt.

Welche Vorteile hat Guselkumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist hier auf einen Vorteil von Guselkumab im Vergleich zu der Standardbehandlung hin. Nach etwa 6 Monaten hatte sich bei 50 von 100 der mit Guselkumab behandelten Personen die Hautentzündung zumindest vorübergehend zurückgebildet. Bei den mit Fumarsäureester behandelten Personen war dies bei etwa 15 von 100 der Fall.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Nach ersten Abschätzungen deutet die Studie auf einen Vorteil für Guselkumab hin. Nach etwa 4 Monaten gab die Hälfte der mit Guselkumab behandelten Personen an, dass ihre Erkrankung die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigte. Bei der Behandlung mit Fumarsäureester war dies erst nach knapp 6 Monaten der Fall.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Auch hier weist die Studie auf einen Vorteil für Guselkumab hin: In dieser Gruppe brach niemand die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab, während dies mit Fumarsäureester bei knapp 28 von 100 Personen der Fall war.
  • Bei Magen-Darm-Erkrankungen deutet die Studie nach ersten Abschätzungen ebenfalls auf einen Vorteil hin. Bei knapp 22 von 100 Personen trat diese Nebenwirkung infolge der Therapie mit Guselkumab auf, während dies infolge von Fumarsäureester bei 81 von 100 Personen der Fall war.
  • Hitzegefühl: Hier wies die Studie ebenfalls auf einen Vorteil für Guselkumab hin: Bei niemandem in dieser Gruppe trat diese Nebenwirkungen auf, während dies mit Fumarsäureester bei 31 von 100 Personen der Fall war.

Welche Nachteile hat Guselkumab?

Es zeigten sich keine Nachteile von Guselkumab im Vergleich zu Fumarsäureester.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Weder bei schweren Nebenwirkungen noch bei Infektionen und parasitären Erkrankungen zeigte sich ein Unterschied zwischen den Therapien.

Welche Fragen sind noch offen?

Krankheitsbeschwerden: Der Hersteller legte keine Daten vor, wie die Patientinnen und Patienten ihre Krankheitsbeschwerden selbst einschätzen. Auch zu Hautentzündungen auf der Kopfhaut lagen keine Daten vor.

Guselkumab (Tremfya) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine andere systemische Therapie nicht infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, welche Vor- und Nachteile Guselkumab (Handelsname Tremfya) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, für die keine andere systemische Therapie infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller 2 Studien vor. Insgesamt konnten die Daten von 464 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden, die Guselkumab erhielten und von 317 Personen, die mit der Standardtherapie Adalimumab behandelt wurden.

Welche Vorteile hat Guselkumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studien belegen hier einen Vorteil von Guselkumab: Mit Guselkumab bildete sich in einem halben Jahr bei etwa 45 von 100 Personen die Hautentzündung zumindest vorübergehend zurück. Mit Adalimumab war das bei etwa 26 von 100 Personen der Fall.
  • Krankheitsbeschwerden: Auch hier belegen die Studien einen Vorteil von Guselkumab: 29 von 100 Personen mit Guselkumab gaben an, dass sich ihre Beschwerden wie Juckreiz und Schmerzen nach 6 Monaten verbessert hatten, während dies bei Personen mit Adalimumab nur bei 17 von 100 der Fall war.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Hier belegen die Studien ebenfalls einen Vorteil von Guselkumab. Etwa 57 von 100 der mit Guselkumab behandelten Personen gaben an, dass ihre Erkrankung die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt hat. Bei der Behandlung mit Adalimumab war dies bei nur knapp 39 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Guselkumab?

Es zeigten sich keine Nachteile von Guselkumab im Vergleich zu Adalimumab.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Kein Unterschied zeigte sich bei:

  • Hautentzündungen der Nägel
  • schweren Nebenwirkungen
  • Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen Infektionen und parasitären Erkrankungen

Auch bei Entzündungen der Kopfhaut konnte kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungen nachgewiesen werden.

Welche Fragen sind noch offen?

Hautentzündungen auf Händen und Füßen: Der Hersteller legte keine geeigneten Daten zu diesen Krankheitsbeschwerden vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Guselkumab (Tremfya). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/332/

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Ixekizumab (Taltz) bei Schuppenflechte (Psoriasis)

Ixekizumab (Taltz) ist seit Oktober 2016 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Seit Januar 2018 kann Ixekizumab auch bei Personen mit Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden, bei denen eine Therapie mit klassischen antirheumatischen Arzneimitteln oder Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Zur Basistherapie einer Psoriasis-Arthritis gehören sogenannte klassische krankheitsmodifizierende Wirkstoffe wie Methotrexat oder Leflunomid. Wenn diese nicht mehr ausreichend helfen, kann die Basistherapie auf biologisch hergestellte Wirkstoffe (Biologika) umgestellt werden. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Etanercept, Golimumab, Adalimumab oder Infliximab.

Ixekizumab soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Ixekizumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 80 mg.

Bei einer mittelschweren oder schweren Plaque-Psoriasis wird der Wirkstoff in der ersten Woche einmalig in einer Dosierung von 160 mg unter die Haut gespritzt. In den darauffolgenden 12 Wochen wird Ixekizumab jede zweite Woche in einer Dosierung von 80 mg angewendet. Danach kommt der Wirkstoff einmal monatlich (80 mg) zum Einsatz.

Bei einer Psoriasis-Arthritis wird Ixekizumab nach der ersten Anwendung (160 mg) einmal monatlich in einer Dosierung von 80 mg gespritzt.

Treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf, kommt Ixekizumab wie bei der Plaque-Psoriasis zum Einsatz.

Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen außer einer Phototherapie die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin oder Methotrexat zur Verfügung.

Wenn diese Therapien erfolglos waren oder nicht geeignet sind, kommt eine Behandlung mit Biologika wie Adalimumab oder Infliximab oder dem Wirkstoff Ustekinumab infrage.

Für Personen mit aktiver Psoriasis-Arthritis kommen folgende Therapien infrage:

  • Für Personen, bei denen sich die Krankheit vermutlich nur langsam verschlechtert und wenn eine vorherige Behandlung mit einem einzelnen klassischen Basismedikament nicht ausreichend wirkte oder nicht vertragen wurde, ist der Wechsel auf ein anderes klassisches Basismedikament wie Methotrexat oder Leflunomid oder eine Kombination beider Wirkstoffe möglich.
  • Für Personen, bei denen die klassischen Wirkstoffe nicht ausreichend geholfen haben, kommt ein Biologikum in Kombination mit Methotrexat infrage. Wird Methotrexat nicht vertragen, kann das Biologikum auch als Einzeltherapie angewendet werden.
  • Für Personen mit Psoriasis-Arthritis kommt ein Wechsel zu einem anderen Wirkstoff aus der Klasse der Biologika in Kombination mit Methotrexat infrage, wenn eine Einzel- oder Kombinationstherapie mit Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder nicht vertragen wurde. Auch in diesem Fall kann bei Unverträglichkeit von Methotrexat das Biologikum als Einzeltherapie angewendet werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 für folgende Gruppen geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat:

  • Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt.
  • Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, für die eine andere systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt.

Mehr Wissen

Ixekizumab (Taltz) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab (Handelsname Taltz) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, für die eine systemische Therapie infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 83 Patientinnen und Patienten vor, von denen 40 Personen eine Therapie mit Ixekizumab erhielten und 43 Personen mit der Standardtherapie Fumarsäureester behandelt wurden.

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist auf einen Vorteil von Ixekizumab im Vergleich zu Fumarsäureester hin. Etwa 60 von 100 Personen, die Ixekizumab anwendeten, waren bei Studienende beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Fumarsäureester war dies bei etwa 2 von 100 Personen der Fall.

Weitere Vorteile deuteten sich in der Studie für die nachfolgend genannten Punkte an. Die vorgelegten Daten ließen aber keine Schätzung zu, wie groß diese Vorteile im Vergleich zur Standardtherapie waren.

  • Erscheinungsfreiheit im Gesicht und am Hals
  • Besserung schmerzender Hautstellen
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

Es zeigten sich keine Nachteile des neuen Wirkstoffs gegenüber der Standardtherapie.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Erscheinungsfreiheit im Genitalbereich: Auch hier gab es keinen Unterschied zwischen den Therapien.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur Auswirkung auf eine Nagelpsoriasis, den Gesundheitszustand sowie zu schweren Nebenwirkungen legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.

Ixekizumab (Taltz) für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine andere systemische Therapie nicht infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab (Handelsname Taltz) im Vergleich zur Standardtherapie für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis hat, bei denen eine andere systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt. Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 302 Patientinnen und Patienten vor, von denen 136 Personen eine Therapie mit Ixekizumab erhielten und 166 Personen mit Ustekinumab behandelt wurden.

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist auf einen Vorteil von Ixekizumab hin. Knapp 49 von 100 Personen, die Ixekizumab anwendeten, waren im Laufe der 24-wöchigen Behandlung beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Ustekinumab war dies nur bei knapp 24 von 100 Personen der Fall.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Auch hier gibt die Studie einen Hinweis auf einen Vorteil der neuen Therapie: 66 von 100 Patientinnen und Patienten mit Ixekizumab gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hätte, mit der Standardtherapie war dies nur bei 53 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

Beschwerden durch die Injektionen: Bei diesen Nebenwirkungen weist die Studie auf einen Nachteil von Ixekizumab hin. Bei der Injektion mit Ixekizumab traten bei etwa 19 von 100 Personen Nebenwirkungen auf. Nach Injektion von Ustekinumab war dies bei 3 von 100 Personen der Fall. Typische Beschwerden sind beispielsweise Schmerzen oder Hautrötung an der Einstichstelle.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Juckreiz und Hautschmerz: Bei diesen Beschwerden konnte kein Unterschied nachgewiesen werden.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Auch hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.
  • Schwere Nebenwirkungen: Schwere Nebenwirkungen traten bei beiden Therapien vergleichbar häufig auf. In beiden Gruppen waren etwa 2 bis 3 von 100 Personen betroffen.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Hier zeigte sich ebenfalls kein Unterschied. In beiden Gruppen brachen je ein bis 2 von 100 Personen die Therapie ab.
  • Anfälligkeit für Infektionen: Auch bei diesen Nebenwirkungen ließ sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen nachweisen.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ixekizumab (Taltz).URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/279/