Medikamente im Test

Schnupfen

Allgemeines

Schnupfen gehört zu den häufigsten "banalen" Infekten. Infolge einer Virusinfektion entzündet sich die Nasenschleimhaut (Rhinitis) und sondert vermehrt Sekret ab, in dem die Flimmerhärchen der Schleimhautzellen förmlich "ertrinken". Ihrer Reinigungsfunktion können sie dann nicht mehr gerecht werden.

Anzeichen und Beschwerden

Ein Schnupfen beginnt meist mit Kribbeln in der Nase und verstärktem Niesreiz. Durch vermehrtes Niesen versucht der Körper, die Krankheitserreger wieder abzustoßen. Auch Fieber trägt dazu bei, das Abwehrsystem zu aktivieren und die Viren rasch wieder loszuwerden.

Innerhalb von ein bis zwei Tagen schwillt die Nasenschleimhaut an und bildet vermehrt Flüssigkeit. Beides führt dazu, dass sich die Nase "verstopft" anfühlt und dass Sie nicht mehr gut durch die Nase einatmen können. Gleichzeitig nimmt der Geschmackssinn ab, auch Gerüche können Sie nicht mehr so gut wahrnehmen.

Bei Kindern

Vor allem bei Kindern "läuft" die Nase und die Nasenlöcher röten sich schmerzhaft. Häufig kommt als Begleitsymptom noch Husten hinzu.

Ursachen

Schnupfen wird durch Viren ausgelöst.

Vorbeugung

Wer während der Heizperiode, wenn die Zimmerluft meist besonders trocken ist, die Nase täglich mit einer Salzlösung spült, hält die Nasenschleimhaut feucht und unterstützt ihre Selbstreinigungsfunktion. Für solche Spülungen lösen Sie einen Teelöffel Kochsalz in einem halben Liter lauwarmem Wasser und füllen die Flüssigkeit in eine Nasendusche. Die Salzlösung müssen Sie täglich frisch zubereiten, weil sich sonst Krankheitserreger darin vermehren. Sie können die Nase auch mit lauwarmem Leitungswasser spülen – denn bisher ist noch nicht untersucht worden, ob die Salzlösung wesentlich nützlicher ist als Leitungswasser.

Um die Ausbreitung der Schnupfenviren zu verhindern, ist häufiges Händewaschen, insbesondere bei Kindern, sinnvoll.

Bei Kindern

Kindern können Sie die Nase spülen, indem Sie die Salzlösung mit einer Tropfpipette mehrmals täglich in die Nase träufeln.

Allgemeine Maßnahmen

Wenn die Raumluft weniger trocken ist, kann man auch mit verstopfter Nase leichter atmen. Um die Luft anzufeuchten, können Sie Wasserschalen im Raum aufstellen oder feuchte Tücher über die Heizung hängen. Zimmerpflanzen sorgen ebenfalls für ein besseres Raumklima.

Lüften Sie die Räume mehrmals täglich gründlich, auch dadurch wird die Luft meist etwas feuchter.

Es wird zwar empfohlen, viel zu trinken, damit der Schleim flüssig bleibt. Diese Empfehlung beruht aber nicht auf klinischen Untersuchungen, sondern entspringt vielmehr der Erfahrung. Eventuell kann es auch riskant sein, viel zu trinken, vor allem wenn Sie ein schwaches Herz haben oder Ihre Nieren nicht richtig arbeiten. Dann wird die vermehrt aufgenommene Flüssigkeit nicht schnell genug wieder ausgeschieden und belastet deshalb den Kreislauf zusätzlich. Bei Kindern genügt eine normale Flüssigkeitszufuhr.

Dass festsitzender Schleim mithilfe eines Kopfdampfbads besser abfließen kann, ist zwar nicht sicher erwiesen, das Inhalieren warmer Dämpfe kann jedoch bei verstopfter Nase das Atmen erleichtern. Gießen Sie dazu heißes Wasser (ca. 45 °C) in eine Schüssel. Beugen Sie nun den mit einem großen Frotteehandtuch bis zu den Schultern abgedeckten Kopf darüber und atmen Sie die aufsteigenden Dämpfe durch die Nase tief ein.

Sie können einem Liter Wasser auch neun Gramm Kochsalz (ca. zwei Teelöffel) zufügen. Die Salzlösung muss dann jedoch über Vernebler inhaliert werden. Bei einem normalen Kopfdampfbad bleiben die Salze an Topf oder Schüssel hängen und gelangen nicht in die Atemwege. Wenn Sie an Asthma leiden, sollten Sie mit dem Inhalieren vorsichtig sein, da es Asthmaanfälle auslösen kann. Um die Nasenschleimhaut zu befeuchten, sind unter diesen Umständen Salzwasser-Nasensprays vorzuziehen.

Wann zum Arzt?

Wenn sich der Schnupfen nach einer Woche immer noch nicht gebessert hat, das Fieber anhält und trotz allgemeiner Maßnahmen länger als fünf Tage Schmerzen hinter der Stirn oder den Wangenknochen bestehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dann besteht der Verdacht auf eine bakterielle Nebenhöhlenentzündung, die ärztlich behandelt werden sollte.

Behandlung mit Medikamenten

"Ohne Medikamente dauert ein Schnupfen sieben Tage, mit ihnen eine Woche", sagt der Volksmund. Zu Recht, denn gegen Schnupfenviren gibt es noch kein wirksames Mittel. Alle Medikamente, die Sie bei Schnupfen einsetzen können, lindern die Symptome allenfalls vorübergehend und auch das nicht ganz risikofrei. Die Krankheitszeit verkürzen sie nicht.

Salzlösungen, wie sie im Abschnitt "Vorbeugung" empfohlen wurden, gibt es auch als Fertigprodukt zu kaufen. Sie sind geeignet, um die Nasenschleimhaut zu befeuchten, und erleichtern so das Reinigen der Nase. Salzlösungen und andere Substanzen sind ebenfalls geeignet, um die Nasenschleimhaut zu pflegen und zu befeuchten, bieten aber gegenüber den einfachen Salzlösungen keinen nachgewiesenen Vorteil. Bei manchen Mitteln ist angegeben, dass sie auf die entzündete Nasenschleimhaut auch abschwellend wirken. Dies ist jedoch nicht ausreichend nachgewiesen; für diesen Zweck sind die salzhaltigen Lösungen wenig geeignet. Salzhaltige Nasensalben sind geeignet, um den Naseneingang zu pflegen. Werden sie tiefer ins Nasenloch gestrichen, kann das darin enthaltene Vaselin jedoch die Härchen in der Nasenschleimhaut verkleben, was die Selbstreinigungskraft der Nase hemmt.

Eine Nasenlösung mit Sesamöl + anderen Substanzen soll trockene oder geschädigte Nasenschleimhaut pflegen und vermehrter Krustenbildung vorbeugen. Es liegen aber nur wenige Kurzzeitstudien mit einer geringen Anzahl von Probanden vor, um Nutzen und unerwünschte Wirkungen abzuschätzen. Das Mittel ist daher allenfalls zur kurzzeitigen Anwendung geeignet, um Borken und Krusten anzulösen und die Nasenschleimhaut mit einem Fettfilm vor weiterer Austrocknung zu schützen.

Schleimhautabschwellende Mittel sowie die Kombination Schleimhautabschwellendes Mittel + Dexpanthenol sind geeignet, um eine verstopfte Nase wieder frei zu machen. Alle diese Mittel dürfen Sie aber nur wenige Tage anwenden, weil sonst die Nasenschleimhaut Schaden nehmen kann, siehe auch Vorsicht: Nasentropfen-Nase! Der Zusatz von Dexpanthenol kann die Pflege der Nasenschleimhaut unterstützen, insbesondere wenn diese sehr empfindlich oder leicht entzündet ist.

Bei Kindern unter zwölf Jahren, insbesondere bei Neugeborenen und Säuglingen, sind bei Schnupfen Kochsalzlösungen generell zu bevorzugen. Wenn abschwellende Mittel eingesetzt werden müssen, etwa bei Schlaf- oder Trinkproblemen, müssen Dosierung und Anwendungshäufigkeit streng eingehalten werden.

Nasentropfen, die nur Dexpanthenol enthalten, sind geeignet, um die Nasenschleimhaut zu pflegen oder zu befeuchten, z. B. bei einer durch lange Anwendung von schleimhautabschwellenden Mitteln bedingten Nasentropfen-Nase.

Bei allen Nasensprays und -tropfen sollten Sie Präparate ohne Konservierungsmittel bevorzugen, weil Konservierungsmittel (wie z. B. Benzalkoniumchlorid) die Bewegung der Flimmerhärchen in der Nasenschleimhaut behindern. Dadurch verringert sich die Selbstreinigungskraft der Nase, was bei Schnupfen nachteilig ist.

Nasentropfen mit einem Antiseptikum sind wenig geeignet, um Schnupfen bei Säuglingen und Kleinkindern zu behandeln, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist.

Kapseln mit den pflanzlichen Extrakten aus Anis + Primel + Thymian sollen bei Schnupfen zähes Nasensekret lösen. Die therapeutische Wirksamkeit sollte jedoch noch besser nachgewiesen werden. Sie sind deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Die Kombination schleimhautabschwellendes Mittel + Antihistaminikum zum Einnehmen ist nicht sinnvoll zusammengesetzt und deshalb wenig geeignet.