Medikamente im Test

Parkinsonkrankheit

Allgemeines

Die Parkinsonkrankheit gehört zu den häufigsten altersbedingten Erkrankungen des Nervensystems. Meist beginnt sie zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und schreitet langsam fort. In der deutschen Bevölkerung leiden 1 bis 2 von 1 000 Personen an der Parkinsonkrankheit. Bei den über 65-Jährigen sind 18 von 1 000 betroffen, bei den über 85-Jährigen sind es 22 von 1 000.

Parkinsonartige Beschwerden können eine unerwünschte Begleiterscheinung einer Behandlung mit Neuroleptika sein.

Anzeichen und Beschwerden

Frühsymptome der Parkinsonkrankheit sind abnehmendes Riechvermögen, unruhiger Schlaf mit Bewegungen und Geräuschen, unspezifisches Unwohlsein und schnelle Ermüdbarkeit von Armen und Beinen. Typischerweise betreffen die Bewegungsstörungen zu Beginn nur eine Körperseite. Auf dieser Seite bleiben die Symptome auch im Krankheitsverlauf besonders ausgeprägt.

Entscheidendes Symptom für die Diagnose ist die Akinese. So wird in der Medizin eine zunehmende, sich in unterschiedlichen Körperbereichen zeigende Bewegungsarmut genannt. Die Schritte werden klein, die Arme bewegen sich beim Gehen nicht mehr mit, die Haltung ist gebeugt, die Mimik wird starr. Die Betroffenen sprechen leise und undeutlich und haben Schwierigkeiten beim Schlucken. Für die Diagnose Parkinsonkrankheit muss außerdem mindestens eines der folgenden Symptome hinzukommen: Zittern der Hände – vor allem in Ruhe (Tremor) –, verstärkte Anspannung der Muskulatur (Rigor), aufgrund derer viele Betroffene über Muskel- und Gelenkschmerzen klagen, gestörte Bewegungen mit Problemen beim Aufstehen, Gehen und Umdrehen sowie Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.

Bei fortschreitender Erkrankung funktionieren bei vielen Parkinsonkranken Blase und Darm nicht mehr wie gewohnt. Häufig stellt sich Verstopfung ein. Bei Männern können Potenzstörungen auftreten. Speichel und Tränen fließen vermehrt, der Blutdruck kann absinken. Dann kann es sogar zu Ohnmachten kommen. Schlafstörungen, psychische Veränderungen und verlangsamtes Denken können hinzukommen. Davon unabhängig leiden etwa 40 von 100 Erkrankten an den krankheitsbedingten Veränderungen, sind depressiv und fühlen sich antriebslos.

Bei Menschen mit Parkinson tritt Hautkrebs offenbar häufiger auf als bei anderen. Daher sollten sie unbedingt das Angebot zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen.

Akinetische Krise

Eine lebensbedrohliche Komplikation im fortgeschrittenen Stadium der Parkinsonkrankheit ist die akinetische Krise. Ursache ist ein akuter Mangel an Dopamin. Bei Parkinsonkrankheit steht dem Gehirn von diesem Botenstoff zu wenig zur Verfügung und die Behandlung sorgt wieder für eine größere Menge. Wurden jedoch die Medikamente nicht eingenommen oder konnten sie aufgrund von Durchfall oder eines schweren fieberhaften Infekts nicht richtig wirken, entsteht ein akuter Dopaminmangel. Auch eine Operation kann in eine akinetische Krise führen ebenso wie Medikamente, die die Dopaminrezeptoren blockieren. Hierzu zählen klassische Neuroleptika, die bei Schizophrenien und anderen Psychosen angewendet werden.

Bei einer akinetischen Krise wird der Kranke in kürzester Zeit nahezu vollständig bewegungsunfähig, kann sich nicht mehr verständigen und weder sprechen noch schlucken. Da er nicht mehr genügend Flüssigkeit aufnehmen kann, steigt die Körpertemperatur. Weil er auch seine Medikamente nicht mehr einnehmen kann, ist die Krise ohne ärztliche Hilfe nicht zu bewältigen.

Ursachen

Bei Parkinsonkrankheit verändern sich in bestimmten Gehirnregionen Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. In der Folge verringert sich die Dopaminkonzentration im Gehirn. Das stört die Balance zwischen diesem und einem anderen Botenstoff, dem Acetylcholin. Der Überschuss an Acetylcholin bedingt das Zittern und die vermehrte Muskelspannung (Plus-Symptome), der Mangel an Dopamin lässt die Bewegungen unkontrolliert und langsam werden (Minus-Symptome). Die Symptome treten erst auf, wenn etwa 70 Prozent der dopaminproduzierenden Zellen nicht mehr funktionstüchtig sind.

Warum die Nervenzellen erkranken, ist nicht bekannt. Manchmal tritt die Krankheit als Folge anderer Erkrankungen auf, z. B. nach Hirnentzündungen, -verletzungen und -tumoren, bei Erkrankungen von Blutgefäßen im Gehirn und nach Vergiftungen mit Kohlenmonoxid und Metallen. Sie kann sich auch im Gefolge von Abbauerkrankungen des Gehirns wie Demenzen zeigen.

Allgemeine Maßnahmen

Die Begleitbehandlungen sind darauf ausgerichtet, den Kranken so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zu erhalten. Dazu dienen Krankengymnastik, therapeutisches Schwimmen, Massagen, Sprach- und Ergotherapie. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass es Menschen mit leicht bis moderat ausgeprägter Parkinsonkrankheit durch zwei Stunden Tai Chi pro Woche gelingt, die Stabilität ihrer Haltung zu verbessern. Aber auch andere Arten von körperlicher Aktivität wie Stretching, Tanzen, Qigong, Gehen, Laufen und Ausdauertraining können sich auf die Beweglichkeit, das Halten des Gleichgewichts und die geistigen Fähigkeiten positiv auswirken. In der Folge kann sich die Fähigkeit, den Alltag aktiv zu bewältigen, verbessern. Ob eine der genannten Aktivitäten Vorteile gegenüber einer anderen hat, ist nicht ausreichend untersucht. Daher können Sie bei der Wahl der Bewegungstherapie Ihrer persönlichen Neigung folgen.

Damit der Arzt beurteilen kann, wie gut die Behandlung anschlägt, sollten die Betroffenen ein Tagebuch führen, in dem sie festhalten, wie gut ihre Beweglichkeit zu welcher Tageszeit war.

Wenn medikamentöse Therapien nicht mehr weiterhelfen, bleibt als wirksame Behandlungsmöglichkeit die tiefe Hirnstimulation (tHS). Dabei werden in das Gehirn Elektroden eingepflanzt, die mithilfe eines Impulsgebers, der unter das Schlüsselbein implantiert wird, aktiviert werden (Hirnschrittmacher). Die dauerhaft abgegebenen elektrischen Impulse können den Bedürfnissen des Kranken angepasst werden und zerstören das Gehirn nicht. Bei Bedarf können die Elektroden wieder entfernt werden.

Neue Untersuchungen deuten an, dass es sinnvoll sein kann, dieses Verfahren bei ausgewählten Patienten bereits relativ früh einzusetzen. An den Studien nahmen Personen teil, deren Krankheit seit durchschnittlich 7,5 Jahren bestand und bei denen die Bewegungsstörungen trotz medikamentöser Behandlung seit etwa 1,5 Jahren bestanden. Bei ihnen verbesserte die tiefe Hirnstimulation die Lebensqualität und die motorischen Fähigkeiten.

Wann zum Arzt?

Nehmen Sie die unter Anzeichen und Beschwerden erläuterten Frühsymptome bei sich wahr oder fällt Ihnen selbst oder anderen eine der beschriebenen Bewegungsstörungen auf, sollten Sie dies durch einen Arzt abklären lassen.

Behandlung mit Medikamenten

Parkinsonkranke müssen lebenslang täglich Medikamente einnehmen, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen sollen. Meist ist es notwendig, im Laufe der Zeit die Dosis zu steigern, eventuell sind auch mehrere Arzneimittel erforderlich. Auf diese Weise wird versucht, die belastenden Symptome abzuschwächen. Die Krankheit selbst schreitet aber fort. Obwohl die Abhängigkeit von Medikamenten zunächst erschrecken mag, wird allgemein empfohlen, sofort mit der Behandlung zu beginnen, nachdem die Diagnose gesichert ist. Es gibt Hinweise, dass die den Fortgang der Erkrankung positiv beeinflusst.

Zwei Faktoren entscheiden über die Auswahl des Medikaments: die individuellen Bedingungen des Kranken und die unerwünschten Folgen der Langzeitbehandlung. Dopaminagonisten beispielsweise beeinträchtigen die Beweglichkeit selbst nach jahrelanger Anwendung kaum. Dafür können sie aber eine Reihe von unerwünschten Wirkungen auf die Psyche haben und diese treten gerade bei älteren Menschen häufiger auf.

Bei Levodopa besteht ein anderes Problem. Es ist im Anfangsstadium der Erkrankung zwar sehr gut wirksam, doch nach mehrjähriger Einnahme lässt die Wirksamkeit nach. Dann treten Nebenwirkungen auf, die die Beweglichkeit betreffen. Sie schwankt unvorhersehbar (Fluktuationen): Symptomfreie oder mit unwillkürlichen Bewegungen (Dyskinesien) einhergehende Phasen wechseln plötzlich mit Zuständen schmerzhafter Starre ab (On-off-Symptomatik). Das schränkt die Beweglichkeit der Betroffenen stark ein und belastet sie seelisch sehr.

Um von der Levodopawirkung vor allem im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu profitieren, wird es im Therapieablauf häufig erst spät eingesetzt. Von dieser Regel weicht man allerdings ab, wenn es die individuelle Situation notwendig erscheinen lässt. Wenn jemand beispielsweise wegen der Symptome um seinen Arbeitsplatz bangt, wird man sich früher zur Therapie mit dem hoch wirksamen Levodopa entschließen. Die Dosierung wird aber in jedem Fall so gering wie möglich gehalten – unter Umständen indem gleichzeitig ein zweites Parkinsonmedikament gegeben wird.

Üblicherweise beginnt die Behandlung bei Menschen, die jünger sind als 70 Jahre, mit einem Dopaminagonisten. Als "geeignet" werden Pramipexol und Ropinirol bewertet. Pramipexol wird bevorzugt, wenn das Zittern sehr ausgeprägt ist; Ropinirol eignet sich vor allem, solange die Symptomatik noch milde ist.

Piripedil ist ein neuer Dopaminagonist mit nachgewiesener therapeutischer Wirksamkeit. Seine Nebenwirkungen entsprechen denen der anderen Wirkstoffe aus dieser Gruppe. In Kombination mit Levodopa ist Piribedil nicht wirksamer als die Kombination von Bromocriptin und Levodopa. Für dieses noch wenig erprobte Mittel ist kein relevanter Vorteil gegenüber anderen Dopaminagonisten zu erkennen. Deshalb wird es als "auch geeignet" bei Parkinsonkrankheit bewertet.

Auch Bromocriptin und Cabergolin wirken als Dopaminagonisten. Nach ihrer chemischen Struktur gehören die Substanzen zu den Mutterkornalkaloiden (Ergotalkaloide). Bromocriptin und Cabergolin werden zur Parkinsonbehandlung als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Ihr Einsatz ist nur zu vertreten, wenn andere Dopaminagonisten nicht infrage kommen. Der Grund ist, dass Parkinsonkranke bei einer Behandlung mit diesen Substanzen relativ häufig schwerwiegende Herzklappenveränderungen entwickeln können.

Relativ neu unter den Dopaminagonisten ist Rotigotin. Es wird als Pflaster angewendet. Rotigotin beeinflusst Parkinsonsymptome weniger gut als Tabletten mit Pramipexol oder Ropinirol. Die unerwünschten Wirkungen beider Anwendungsformen sind gleich – nur treten bei bis zu 40 von 100 Pflasteranwendern zusätzlich Hautreizungen auf. Das führt zur Bewertung von Rotigotin als "mit Einschränkung geeignet". Allerdings sind diese Pflaster angebracht, wenn jemand schlecht schlucken kann.

Wenn die Behandlung mit einem Dopaminagonisten nicht oder nicht mehr ausreicht, um die Beschwerden zurückzudrängen, wird zusätzlich Levodopa in der geringstmöglichen Dosierung gegeben.

Zeigt sich die Krankheit erst mit über 70 Jahren oder kommen die oben genannten Medikamente aufgrund von Gegenanzeigen nicht infrage, wird Levodopa in Kombination mit Benserazid oder Levodopa mit Carbidopa eingesetzt. Diese festgelegten Kombinationen aus zwei Substanzen haben eine gesicherte therapeutische Wirksamkeit und werden als "geeignet" bewertet.

Entacapon wird nur zusammen mit Levodopa und einem der oben genannten Kombinationspartner eingesetzt, wenn sich mit diesem allein der Zustand nicht stabil halten lässt. Dann verlängert es die Wirkdauer von Levodopa und hilft, dessen Dosierung gering zu halten. Es wird sowohl als "geeignet" bewertet, wenn Entacapon und Levodopa aus getrennten Produkten miteinander kombiniert werden, als auch, wenn sie in einer festgelegten Dreierkombination vorliegen.

Der MAO-B-Hemmer Rasagilin hemmt den Abbau von Dopamin und sorgt so dafür, dass mehr von diesem Überträgerstoff zur Verfügung steht. Rasagilin kann die Beschwerden bei Parkinsonkrankheit nicht so gut lindern wie Levodopa und Dopaminagonisten. Sein Vorteil ist, dass in Kombination mit Levodopa die Beweglichkeit weniger stark schwankt. Rasagilin ist weniger gut erprobt als Selegilin, ein anderer MAO-B-Hemmer, der hier aber nicht besprochen wird, weil er nicht zu den häufig verordneten Medikamenten gehört. Da Rasagilin zudem keinen relevanten Vorteil gegenüber Selegilin aufweist, wird es als "auch geeignet" bewertet.

Amantadin ist ein älteres Arzneimittel, dessen therapeutische Wirksamkeit durch Studien, wie sie heute gefordert werden, nicht ausreichend belegt ist. Es kann eingesetzt werden, wenn Levodopa zu Bewegungsstörungen führt und das z. B. durch den Zusatz von Dopaminagonisten nicht abgefangen werden kann. Insbesondere bei älteren Menschen kann Amantadin Verwirrtheit und Halluzinationen auslösen. Amantadin wird bei Parkinsonkrankheit als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Auch Anticholinergika sind ältere Medikamente, deren Wirksamkeit durch Studien, die dem heutigen Standard entsprechen, nicht so gut belegt ist wie die der neueren Mittel. Sie gelten daher als "mit Einschränkung geeignet". Sie sollen nur eingesetzt werden, wenn besser bewertete Arzneimittel allein Beschwerden wie das Händezittern nicht beheben. Diese Arzneimittel werden auch bei parkinsonähnlichen Beschwerden eingesetzt, die durch Medikamente wie Neuroleptika eintreten können.

Akinetische Krise

Bei der intensivmedizinischen Behandlung wird schnelllösliches L-Dopa über eine Magensonde oder Amantadin als Infusion gegeben.

Behandlung bei nachlassender Levodopawirkung

Nach mehreren Jahren der Behandlung mit Levodopa beginnt dieses kürzer zu wirken, wobei die Intensität der Wirkung stark schwankt. Dann gibt es Phasen mit guter Beweglichkeit ("On"-Phasen) und Phasen mit schlechter Beweglichkeit ("Off"-Phasen). Es ist sogar möglich, dass eine Bewegung wie das Gehen plötzlich blockiert wird und nicht mehr zu Ende geführt werden kann (Freezing). Oft lässt die Wirkung von Levodopa stärker nach, wenn das Medikament zum Essen eingenommen wird. Daher sollte es eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten oder 45 Minuten danach eingenommen werden.

Diejenigen, die bisher nur mit Levodopa behandelt wurden, können bei nachlassender Wirkung zusätzlich einen Dopaminagonisten oder Entacapon einnehmen, während gleichzeitig die Levodopadosis herabgesetzt wird.

Im weiteren Verlauf der Krankheit verstärkt sich die Unbeweglichkeit immer mehr. Darüber hinaus setzen Störungen ein, bei denen die Bewegungen vom Willen nicht mehr steuerbar sind. Jetzt wirkt Levodopa nahezu nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip: Wirkt es, ist die Beweglichkeit insgesamt gut, allerdings treten vor allem im Gesichtsbereich und an Armen und Beinen Bewegungsstörungen (Hyperkinesen, "On"-Phänomene) auf, die mit dem Willen nicht zu beeinflussen sind. In Zeiten, in denen es nicht wirkt, ist der Betroffene in schmerzhafter Starre gefangen ("Off"-Phänomene). Dieses trifft ihn vor allem in den Morgenstunden.

Sollen insbesondere die Hyperkinesen behoben werden, wird die Levodopadosis so weit wie möglich verringert und zusätzlich eines der anderen geeigneten Parkinsonmedikamente (Amantadin, Dopaminagonisten) gegeben. Um der schmerzhaften Bewegungsstarre zu begegnen, bemüht man sich um eine gleichmäßige Dopaminwirkung tagsüber und nachts. Dazu kann Levodopa in Form eines Präparats eingenommen werden, das seinen Wirkstoff verzögert freisetzt. Oder es kann ein Dopaminagonist mit längerer Wirkungsdauer (Cabergolin) eingesetzt werden. Auch Pramipexol und Ropinirol gibt es als Präparate, die den Wirkstoff nach und nach freisetzen. Eine weitere Möglichkeit ist, Levodopa mit Entacapon zu kombinieren.

Behandlung einer Psychose infolge der Parkinsonbehandlung

Zu den Komplikationen einer Langzeitbehandlung der Parkinsonkrankheit gehören psychische Erkrankungen. 10 bis 30 von 100 Betroffenen entwickeln durch die Medikamente Wahnvorstellungen (paranoide Störungen) und Halluzinationen, wie sie bei einer Psychose auftreten können. Bei solchen Symptomen sollte die Dosierung der Parkinsonmedikamente verringert werden. Möglicherweise kann das Medikament auch ganz abgesetzt werden. In dieser Reihenfolge sind Parkinsonmittel am ehesten entbehrlich: Anticholinergika, Amantadin, Dopaminagonisten, Entacapon, Levodopa. Wenn die Medikation verringert wird, muss das in jedem Fall langsam "ausschleichend" geschehen.

Mit den klassischen Neuroleptika, wie sie bei Psychosen gebraucht werden, können Parkinsonkranke mit psychischen Symptomen nicht behandelt werden, da diese Mittel die Wirkung der Parkinsonmedikamente aufheben. Für Parkinsonkranke eignen sich nur die atypischen Neuroleptika, allen voran Clozapin.

Neue Medikamente

In seinen frühen Nutzenbewertungen führt das IQWiG Safinamid (Xadago) und Opicapon (Ongentys) zur Behandlung der Parkinsonkrankheit auf. Zu diesen Mitteln wird die Stiftung Warentest gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich Stellung nehmen.

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Safinamid (Xadago) bei Parkinson

Safinamid (Xadago) ist seit Februar 2015 für Personen mit Parkinson zugelassen. Das Medikament wird mit anderen Wirkstoffen kombiniert. Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, deren Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind. Sie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Krankheit kann sehr belastend sein, da sie die Bewegungsfähigkeit stark einschränken kann. Häufige Symptome sind eine Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern, das in Ruhezuständen auftritt. Safinamid kommt für Personen infrage, bei denen die Krankheit bereits fortgeschritten ist und trotz der Behandlung mit anderen Wirkstoffen immer wieder Bewegungsstörungen auftreten. Der neue Wirkstoff soll in Kombination mit anderen Medikamenten die Beschwerden der Patientinnen und Patienten verbessern.

Anwendung

Safinamid wird einmal täglich als Tablette (50 oder 100 mg) eingenommen. Die Anfangsdosis beträgt 50 mg und kann auf 100 mg erhöht werden. Safinamid wird zusätzlich zum Wirkstoff Levodopa eingenommen und kann auch mit weiteren Parkinson-Medikamenten kombiniert werden. Die tägliche Dosis hängt vom individuellen Krankheitsgrad, Beschwerden und den anderen kombinierten Wirkstoffen ab.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapien kommen bei Personen mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung eine Behandlung mit dem Wirkstoff Levodopa in einer Kombination z. B. mit einem Monoamin-Oxidase (MAO)-B-Hemmer infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, welche Vor- und Nachteile Safinamid für Personen mit einer fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat. Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Safinamid (Xadago). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/171/

Frühe Nutzenbewertung des IQWiG

Opicapon

Ongentys bei Parkinson

Opicapon (Ongentys) ist seit Juni 2016 für erwachsene Personen mit Parkinson zugelassen, bei denen die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Der Wirkstoff kommt für Patientinnen und Patienten infrage, die mit Levodopa und DOPA-Decarboxylase-Hemmern behandelt werden, aber trotzdem immer wieder Bewegungsstörungen haben. Opicapon wird mit Levodopa und DOPA-Decarboxylase-Hemmern kombiniert.

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Krankheit kann sehr belastend sein, da sie die Bewegungsfähigkeit stark einschränken kann. Häufige Symptome sind eine Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern, das in Ruhezuständen auftritt.

Opicapon soll die Wirksamkeit von Levodopa verbessern, indem es gemeinsam mit einem DOPA-Decarboxylase-Hemmer den Abbau von Levodopa verlangsamt und so dessen Konzentration im Blut erhöht.

Anwendung

Opicapon wird einmal täglich als Hartkapsel (50 mg) eingenommen. Die Anwendung erfolgt eine Stunde vor oder nach der Einnahme der Levodopa-Medikation vor dem Zubettgehen.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapien kommen bei Personen mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung, bei denen trotz einer Behandlung mit Levodopa und DOPA-Decarboxylase-Hemmern immer wieder Bewegungsstörungen auftreten, eine zusätzliche Behandlung mit einem Non-Ergot-Dopaminagonisten, einem Monoamin-Oxidase (MAO)-B-Hemmer oder einem Catechol-O-Methyl-Transferase-Hemmer (COMT-Hemmer) infrage. Wenn alle medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Beschwerden nicht ausreichend gelindert werden können, kann eine tiefe Hirnstimulation erwogen werden. Bei der tiefen Hirnstimulation werden Elektroden in die betroffenen Bereiche des Gehirns platziert, die die Bewegungsstörungen lindern sollen.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Opicapon für Personen mit einer fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat. Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Opicapon (Ongentys). URL: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/260/

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