Medikamente im Test

Kropf, Schilddrüsen­unterfunktion

Allgemeines

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) wird der Körper nicht ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt. Die Krankheit kann sich durch eine Vielzahl von Beschwerden äußern. Meistens wird jedoch der Arzt bei einer Laboruntersuchung darauf aufmerksam. Manche Arten von Schilddrüsenunterfunktion sind mit einer Kropfbildung verbunden.

Als Kropf (Struma) wird eine mehr oder weniger deutliche Schwellung unterhalb des Kehlkopfs infolge einer vergrößerten Schilddrüse bezeichnet. Je nach Alter haben 15 bis mehr als 40 von 100 Menschen in Deutschland eine derart vergrößerte Schilddrüse. Noch vor Jahrzehnten trat die Erkrankung im Süden Deutschlands wesentlich häufiger auf als in küstennahen Regionen, weil in Süddeutschland das Trinkwasser weniger Jod enthält als im Norden und die Menschen viel weniger Seefisch aßen. Durch die Maßnahmen zur Verbesserung der Jodversorgung der Bevölkerung und durch veränderte Ernährungsgewohnheiten sind die regionalen Unterschiede in der Kropfhäufigkeit jedoch nicht mehr ganz so groß.

Eine Untersuchung in Vorpommern bestätigt den Erfolg der vor einigen Jahren eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Jodversorgung – vornehmlich die gesetzliche Erlaubnis, Fertiglebensmittel mit jodiertem Salz herzustellen, ferner Tierfutter mit Jod anzureichern – und durch veränderte Ernährungsgewohnheiten. In diesem ehemaligen Jodmangelgebiet gingen jodmangelbedingte Schilddrüsenerkrankungen wie Kropf, Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenknoten zurück, ohne dass jodbedingte Autoimmunerkrankungen zunahmen.

Inzwischen gilt für ganz Deutschland, dass es kein Jodmangelgebiet mehr ist. Allerdings ist die Jodversorgung noch immer nicht optimal. Dies ergab eine Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. 30 von 100 der untersuchten Personen nehmen weniger Jod auf, als sie laut mittlerem geschätzten Bedarf benötigen.

Anzeichen und Beschwerden

Schilddrüsenunterfunktion

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind nicht sehr spezifisch. Sie kommen auch bei anderen Krankheiten vor und können ferner Ausdruck psychosomatischer oder psychischer Erkrankungen sein. Die Betroffenen klagen über nachlassende Konzentration, Kraft und Leistungsfähigkeit. Sie sind anhaltend müde und frieren. Trägheit und Missstimmung können sich ausbreiten. Die Haut kann aufgedunsen erscheinen, rau werden, die Haare spröde und brüchig, die Stimme heiser. Es kann sich eine schwere Verstopfung einstellen und die Betroffenen können deutlich an Gewicht zulegen. Der Blutdruck sinkt, das Herz schlägt langsam.

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion wird in einer Blutuntersuchung die Konzentration verschiedener Hormone bestimmt. Deren Menge ändert sich im Verlauf der Erkrankung auf typische Weise. Zu Beginn der Erkrankung ist der Wert für das TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) – ein Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüsentätigkeit steuert – erhöht, die Konzentration der eigentlichen Schilddrüsenhormone ist aber noch normal. Erst später liegt dann auch die Konzentration der Schilddrüsenhormone unter dem Normalbereich.

Kropf

Die Betroffenen selbst merken lange Zeit nichts davon, dass sich ihr Schilddrüsengewebe vermehrt. Die meisten Schilddrüsenerkrankungen werden zufällig festgestellt, z. B. wenn der Arzt bei einer Untersuchung den Hals abtastet und eine leichte Vergrößerung im Bereich der Schilddrüse bemerkt. Auch bei einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann ein Kropf entdeckt werden.

Später kann ein von außen sichtbarer Kropf anzeigen, dass die Regulationsfunktion der Schilddrüse gestört ist. Ein ausgeprägter Kropf kann die Atmung beeinträchtigen.

Jugendliche entwickeln häufig in der Zeit der Pubertät einen Kropf. Dessen Wachstum lässt sich durch die Gabe von Jod zumeist stoppen.

Bei Kindern

Säuglinge können auffallend träge sein, sodass sogar ihre Bereitschaft zu trinken darunter leidet. Auch eine hartnäckige Verstopfung ist ein typisches Zeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Liegt die Schilddrüsenstörung bereits bei der Geburt vor, wird sie in aller Regel bei der zweiten Vorsorgeuntersuchung (U2) des Babys festgestellt.

Ursachen

Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann auf einer chronischen Entzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) beruhen, in deren Verlauf das hormonproduzierende Gewebe zerstört wird. Nur selten ist sie eine Folge von erheblichem Jodmangel.

Eine Unterfunktion ohne Kropfbildung tritt auf, wenn die Schilddrüse z. B. wegen einer Krebserkrankung operativ entfernt oder durch Strahlung zerstört wurde. Sie kann auch auf einer anlagebedingt zu kleinen Schilddrüse beruhen oder auf einer gestörten Jodverwertung. Ganz selten liegt es daran, dass das Hormon TSH fehlt, das die Schilddrüse anregt, ihre Hormone auszuschütten. Derartige Störungen können bei Erkrankungen der Hirnanhangdrüse auftreten. Bei einer solchen Ursache gibt der TSH-Wert, der bei einer Blutuntersuchung bestimmt wird, keine Auskunft über die Schilddrüsenfunktion.

Kropf

Viele Faktoren können zu einer Schilddrüsenvergrößerung oder einem Kropf führen. Die bei Weitem häufigste Ursache ist eine unzureichende Jodversorgung. Jod ist für die Schilddrüsenhormone ein unentbehrlicher Baustein. Nimmt der Körper zu wenig Jod auf, kann die Schilddrüse nicht genügend Hormone produzieren. Darauf reagiert die Hirnanhangdrüse, indem sie mehr von dem Steuerungshormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) ausschüttet. Dieses und Wachstumsfaktoren, die die Schilddrüse selbst bildet, regen die Schilddrüsenzellen an, sich zu vermehren (Kropfbildung). Mit diesem zusätzlichen Gewebe versucht der Körper, dem Mangel entgegenzuwirken.

Im Alter nimmt die Tendenz des Schilddrüsengewebes, sich zu vermehren, ab.

Manchmal tritt ein Kropf auch im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer -überfunktion auf.

Vorbeugung

Der Körper benötigt nur winzige Mengen Jod. Diese nimmt er mit der Nahrung auf, wenn Lebensmittel und Getränke genügend Jod enthalten. Das Gestein, durch das das Regenwasser sickert und zum Grundwasser wird, das in Deutschland als Trinkwasser dient, enthält jedoch nur wenig Jodsalze. Und die Böden, auf denen hierzulande Gemüse, Getreide und Futterpflanzen wachsen, sind jodarm. Nahrungsmittel von Tieren, die jodarmes Futter fressen, sind ebenfalls arm an Jod. Dem begegnet man inzwischen, indem zunehmend mehr mit Jod angereichertes Futter verwendet wird. Dadurch ist der Jodgehalt in Milch- und Milchprodukten sowie in Fleisch und Fleischwaren gestiegen. Dennoch erreichen nicht alle Erwachsenen mit diesen Lebensmitteln die durchschnittlich empfohlene Tagesmenge an Jod von 200 Mikrogramm (μg) – das sind 0,2 Milligramm (mg) –, da sie von den jodreichen Nahrungsmitteln nicht so viel essen wie es wünschenswert wäre. Besser wäre es, den Speiseplan umzustellen und mehr Meeresfische wie Seelachs, Kabeljau und Makrele, außerdem Milch, Milchprodukte sowie jodhaltige Mineralwässer zu sich zu nehmen. Zum Salzen selbst zubereiteter Speisen empfiehlt sich mit Jod angereichertes Kochsalz. Jodiertes Speisesalz (Jodsalz) enthält 2 Milligramm Jod in 100 Gramm Salz.

Fertigprodukte wie Brot und Backwaren, die mit Jodsalz hergestellt wurden, tragen ebenfalls zur Jodversorgung bei. Auch in Kantinen und Restaurants kann Jodsalz verwendet werden. Durch die Kombination dieser verschiedenen Elemente kann es dem Großteil der Menschen in Deutschland gelingen, annähernd die durchschnittlich empfohlene Menge Jod aufzunehmen.

Für schwangere und stillende Frauen genügt eine bewusst jodhaltige Ernährung oft nicht, um den in dieser Zeit erhöhten Jodbedarf (Schwangere 230 Mikrogramm, Stillende 260 Mikrogramm) zu decken. Daher wird Frauen empfohlen, in dieser Zeit Jodidtabletten einzunehmen. Die Dosis richtet sich nach den Ernährungsgewohnheiten und liegt bei täglich 100 bis 200 Mikrogramm Jodid. Dass die Einnahme von Jod während der Schwangerschaft den Gesundheitszustand von Mutter und Kind generell bessert, ist allerdings noch nicht ausreichend belegt.

Informationen zum Thema Jodallergie finden Sie unter Allergisch gegen Jod?.

Allgemeine Maßnahmen

Kropf

Drei Verfahren gibt es, um eine vergrößerte Schilddrüse zu verkleinern: das Medikament Levothyroxin, die Radiojodtherapie und eine Operation. In einer Studie hat man verglichen, wie sich die Größe eines Kropfes verändert, wenn man ihn entweder mit Levothyroxin behandelt oder einer Radiojodtherapie unterzieht. Bei der Hälfte der Patienten mit einer Levothyroxinbehandlung verkleinerte sich der Kropf kaum. Nach der Radiojodbehandlung verkleinerte er sich innerhalb von zwei Jahren bei der Hälfte der Patienten hingegen um mehr als 40 Prozent.

Eine vergrößerte Schilddrüse, die sich durch Medikamente nicht verkleinern lässt, muss also entweder mit einer Radiojodtherapie behandelt oder operiert werden. Diese Verfahren haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Eine Operation verringert die mit einem Kropf einhergehenden Beschwerden prompt, birgt aber das Risiko, dass anschließend eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Außerdem können bei etwa 1 bis 2 von 100 Operierten die Stimmbandnerven oder das Gewebe der Nebenschilddrüse geschädigt werden.

Bei einer Radiojodtherapie schluckt der Patient radioaktives Jod. Dieses reichert sich fast ausschließlich im Schilddrüsengewebe an und zerfällt innerhalb von etwa acht Tagen. Dabei wird radioaktive Strahlung freigesetzt, die vor allem die besonders aktiven Schilddrüsenbereiche zerstört. Da diese Strahlung nur eine ganz geringe Reichweite hat, bleibt angrenzendes Gewebe unbelastet. In Deutschland darf diese Behandlung nur im Krankenhaus durchgeführt werden, unter anderem damit radioaktiv kontaminierter Stuhl und Urin der Patienten nicht in die Umwelt gelangt. Als unerwünschte Wirkung kann die Radiojodbehandlung zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Dieses Risiko lässt sich allerdings gering halten, wenn die Dosierung des radioaktiven Jods individuell berechnet wird. Ob sich durch die Therapie das Krebsrisiko erhöht, ist nicht ausreichend untersucht. Bisher deutet aber nichts darauf hin.

Wann zum Arzt?

Schilddrüsenunterfunktion

Wenn Sie die unter "Anzeichen und Beschwerden" beschriebenen Symptome bei sich feststellen, sollten Sie sich an einen Arzt wenden: Nur er kann klären, ob sich dahinter eine Schilddrüsenunterfunktion verbirgt.

Kropf

Ein Hals, der dicker geworden ist, sollte vom Arzt beurteilt werden. Untersuchungen, z. B. mit Ultraschall, geben Aufschluss über die Größe der Schilddrüse und können einen Kropf bestätigen. Andere Tests überprüfen die Funktion des Organs und stellen fest, ob es genügend oder zu viel Hormone produziert.

Die Einnahme von Jodidtabletten sollte in jedem Fall mit einem Arzt abgesprochen sein. Das gilt auch für schwangere und stillende Frauen sowie für Jugendliche. Es muss sichergestellt sein, dass keine Schilddrüsenüberfunktion besteht. Bei einer solchen Erkrankung, die auch unbemerkt vorliegen kann, darf keine größere Menge Jod zugeführt werden. Durch die Einnahme von Jod in Tablettenform kann sich eine Überfunktion verschlimmern und es kann zu einer akuten lebensbedrohlichen Krise kommen. Bei der Verwendung von Jodsalz besteht diese Gefahr nicht, da dessen Jodgehalt deutlich geringer ist.

Wenn Sie Jodidtabletten einnehmen wollen, um einem Kropf vorzubeugen, müssen Sie diese selbst bezahlen. Das gilt auch, wenn der Arzt zur Einnahme geraten hat. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für jodhaltige Mittel nur, wenn der Arzt sie verordnet, um eine Schilddrüsenerkrankung zu behandeln. Näheres hierzu finden Sie in der Ausnahmeliste.

Behandlung mit Medikamenten

Kropf

Ein Kropf sollte möglichst früh behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden, die im Zusammenhang mit der Schilddrüsenfunktionsstörung in späteren Jahren auftreten können. Bei älteren Menschen kann es genügen, die Schilddrüse regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.

Rezeptfreie Mittel

Ein Kropf, der ausschließlich auf Jodmangel beruht, wird mit einer gezielten Zufuhr von Jodid behandelt. Die Präparate sind geeignet, um Jod zuzuführen. Damit dienen sie sowohl der Vorbeugung gegen Schilddrüsenerkrankungen, die auf einem Jodmangel beruhen, als auch ihrer Behandlung.

Bei jüngeren Menschen lässt sich ein Kropf durch eine Behandlung mit Jod eher zurückbilden als bei älteren. Bei diesen begrenzt Jod aber ein weiteres Kropfwachstum.

Rezeptpflichtige Mittel

Besteht gleichzeitig ein Mangel an Jod und an Schilddrüsenhormon, wird zunächst das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin eingenommen. Es ist für diese Anwendung geeignet. Nach ein bis zwei Jahren hat sich die Drüse so weit verkleinert, wie es mit dieser Behandlung möglich ist. Dann kann die Hormonbehandlung beendet werden. Liegt trotz Verwendung von jodiertem Speisesalz weiterhin ein Jodmangel vor, müssen in der Folge Jodidtabletten eingenommen werden, um eine erneute Kropfbildung zu vermeiden.

Die Einnahme einer festgelegten Kombination aus Schilddrüsenhormon und Jod ist nicht notwendig. Bislang vorliegende Studienergebnisse können nicht ausreichend belegen, dass die Kropfbehandlung mit einer solchen Kombination für die Betroffenen nennenswerte Vorteile hat. Die Mittel werden daher als "wenig geeignet" eingestuft.

Zur Kropfbehandlung werden auch Arzneimittel mit zwei Schilddrüsenhormonen, nämlich Levothyroxin und Liothyronin, angeboten. Levothyroxin wird vom Körper nach Bedarf in die eigentliche Wirkform des Schilddrüsenhormons umgewandelt. Liothyronin wird im Körper direkt als Schilddrüsenhormon wirksam. Die Kombination mit Liothyronin bringt keinen therapeutischen Vorteil gegenüber der alleinigen Behandlung mit Levothyroxin. Es können im Gegenteil häufiger unerwünschte Wirkungen auftreten. Daher wird eine Kombination aus diesen beiden Wirkstoffen als "wenig geeignet" beurteilt.

Schilddrüsenunterfunktion

Seit einigen Jahren wird unter Wissenschaftlern intensiv diskutiert, ab wann eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt und behandelt werden sollte. Dabei ist strittig, ob die Diagnose in allen Arztpraxen gleichermaßen gestellt wird, wo die untere Grenze liegt, ab der Schilddrüsenhormone zugeführt werden sollten, und wie groß das Risiko ist, wenn unnötig früh Medikamente eingenommen werden.

Der Normbereich von TSH wird mit 0,4 bis 4 mU (Milliunit) pro Liter angeben. Derzeit geht man davon aus, dass sich bei einem TSH-Wert von mehr als 7 bis 10 mU pro Liter das Risiko für ein schwerwiegendes Herz-Kreislauf-Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Also müsste es für Menschen mit einem TSH-Wert zwischen 4,5 und 10 mU pro Liter eigentlich sinnvoll sein, Schilddrüsenhormone einzunehmen. Zur Zeit gibt es aber keine hochwertigen Studien, die belegen, dass das tatsächlich vorteilhaft ist. Das gilt besonders für Personen, die keine anderen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen und bislang auch keine typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion haben. Bei ihnen kann die Hormonbehandlung in diesem Stadium vielmehr zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen, in deren Folge eine Osteoporose entstehen kann, bei der die Gefahr von Knochenbrüchen steigt. Auch Vorhofflimmern tritt dann häufiger auf.

Nach dem derzeitigen Stand des Wissens sollte es bei Menschen über 65 Jahren genügen, einen erhöhten TSH-Wert durch die Einnahme von Levothyroxin auf 4 bis 6 mU pro Liter zu senken. In diesem Bereich scheint die Sterberate am geringsten, die Lebensqualität am höchsten zu sein.

Rezeptpflichtige Mittel

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird behandelt, indem dem Körper das Hormon, das er nicht oder nicht mehr ausreichend produziert, als Medikament zugeführt wird. Die dafür geeigneten Arzneimittel enthalten das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin. Eine solche Hormonbehandlung muss in der Regel lebenslang fortgeführt werden. Das gilt ebenso, wenn die Unterfunktion darauf beruht, dass Ihnen die Schilddrüse z. B. wegen einer Krebserkrankung operativ entfernt oder durch Strahlung ganz oder teilweise zerstört wurde.

Beruht der Hormonmangel auf einer akuten Entzündung der Schilddrüse, kann die Therapie manchmal beendet werden, nachdem die Entzündung abgeklungen ist, sich die Schilddrüse erholt hat und wieder ausreichend eigene Hormone bildet.

Es ist nicht erforderlich, bei einer Schilddrüsenunterfunktion generell ein Präparat mit einer Kombination aus Schilddrüsenhormon und Jod einzusetzen. Das fehlende Schilddrüsenhormon kann mit einem Präparat, das nur Levothyroxin enthält, ersetzt werden. Dass die Gabe der festgelegten Kombination bei einer Schilddrüsenunterfunktion besser wirkt als die Behandlung mit Levothyroxin allein, ist nicht nachgewiesen. Die Mittel werden daher als "wenig geeignet" bewertet.

Zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion werden auch Arzneimittel mit zwei Schilddrüsenhormonen, nämlich Levothyroxin und Liothyronin, angeboten. Diese Kombination bringt keinen Vorteil gegenüber der Behandlung mit Levothyroxin allein, sie hat im Gegenteil den Nachteil, dass deutlich mehr unerwünschte Wirkungen auftreten können. Darum wird diese Kombination als "wenig geeignet" beurteilt.