Medikamente im Test

Insektenstiche

Allgemeines

Stechlustige Mücken und Bremsen können einem die schönsten Sommertage verleiden. Vor allem in feuchtwarmer Umgebung fühlen sie sich wohl, z. B. in der Nähe von Tümpeln, Teichen oder feuchten Stellen in Wiesen und im Wald. Besonders stechfreudig sind sie an Gewittertagen mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie morgens und abends während der Dämmerung.

Bienen, Wespen und Hornissen stechen normalerweise nur, wenn sie geschlagen oder gequetscht werden. Angriffslustig sind sie allenfalls in der Nähe ihrer Brutstätte.

Die zu den Spinnentieren zählenden Zecken lauern vorzugsweise dort, wo es feucht ist: im Unterholz und Gebüsch bis ein Meter Höhe, an Waldrändern, Lichtungen oder Bächen. Auch auf ungemähten Wiesen und in Gärten können Zecken vorkommen. Sie werden im Vorbeigehen unbemerkt abgestreift und lassen sich auf der Haut nieder.

Anzeichen und Beschwerden

Wenn Mücken oder Bremsen zustechen, rötet sich die Haut an der Einstichstelle und es entsteht eine heftig juckende Quaddel, die sich innerhalb einiger Tage zurückbildet.

Wenn eine Biene, Wespe oder Hornisse zusticht, kann dies mit einem scharfen oder brennenden Schmerz einhergehen.

Einen Zeckenstich spüren Sie meist nicht. Erst wenn Sie die Haut absuchen, erkennen Sie die Zecke an einem ein bis zwei Millimeter großen schwarzen Punkt. Hat sie sich mit Blut voll gesogen, ist sie erheblich dicker (bis zu zehn Millimeter) und fällt wieder von der Haut ab. Zurück bleibt ein winziger blutiger Fleck, der manchmal etwas juckt und ansonsten rasch verheilt.

Es besteht ein relativ hohes Risiko, dass Zecken bestimmte Bakterien (Borrelien) übertragen, die eine Haut-, Hirnhaut- und Gelenkentzündung hervorrufen können (Lyme-Borreliose). Bis zu jede dritte Zecke in Europa ist mit Borrelien infiziert. Lediglich 1 bis maximal 2 von 100 Personen, die von einer Zecke gestochen werden, erkranken an einer aktuen Form der Borreliose.

Sehr viel seltener werden mit dem Speichel der Zecken Viren übertragen, die eine Gehirnentzündung (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, abgekürzt FSME) auslösen. Etwa 1 bis 35 von 1 000 Zecken sind hierzulande von derartigen Viren befallen. Diese Zecken kommen nur in bestimmten Landstrichen häufig vor. Nach einer Infektion entwickelt ungefähr jeder Dritte die typischen Symptome einer Hirnhautentzündung.

Bei Kindern

Eine FSME-Infektion verläuft bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen in der Regel deutlich leichter und bis zu einem Alter von 14 Jahren meist ohne bleibende Schäden.

Ursachen

Mücken, Bremsen und Zecken saugen mit ihrem Stechrüssel Blut aus den oberen Hautschichten. Der dabei abgegebene Speichel enthält Stoffe, die die Haut reizen und den teilweise heftigen Juckreiz auslösen.

Bienen, Hornissen und Wespen stechen mit einem Stachel am Hinterleib, der mit einer Giftdrüse in Verbindung steht. Diese pumpt das Gift in den Stichkanal. Das Gift enthält eine Vielzahl von Substanzen, die auch schmerzhaft wirken. Zusätzlich kann es in seltenen Fällen lebensbedrohliche allergische Reaktionen auslösen.

Vorbeugung

Nahrungsmittel und Getränke sollten im Freien abgedeckt werden. Sie locken Bienen und vor allem Wespen an.

Vor dem Trinken sollte kontrolliert werden, ob sich eine Biene, Hornisse oder Wespe im Gefäß befindet.

Über blühende Wiesen sollten Sie nicht ohne Schuhe gehen.

Halten Sie sich nicht in der Nähe von Wespen- oder Hornissennestern auf. Bienen, Wespen und Hornissen sollten Sie nicht mit hastigen Bewegungen verscheuchen, das macht die Tiere aggressiv und erhöht ihre Stechfreudigkeit. Wenn Sie von zahlreichen Tieren umschwärmt werden, sollten Sie nicht mit den Armen schlagen, sondern Mund und Nase mit der Hand bedecken und sich möglichst rasch, am besten in ein Gebäude, in Sicherheit bringen.

Insektenabwehrmittel, auch Repellents genannt, enthalten Stoffe, die Insekten abschrecken. Dann lassen sie sich oft gar nicht erst auf der Haut nieder. Mücken, Bremsen und Zecken lassen sich damit gleichermaßen fernhalten. Einen hundertprozentig zuverlässigen Schutz bieten diese Mittel aber nicht.

Leichte Sommerkleidung, die Arme und Beine bedeckt, macht es Mücken und Bremsen schwer, eine freie Hautstelle zu finden, an der sie zustechen können. Ein Moskitonetz über dem Bett oder Fliegengitter vor den Fenstern halten die Mücken nachts fern und ermöglichen einen ungestörten Schlaf.

In Rollladenkästen, alten Bäumen und unter Dachgiebeln nisten sich Wespen und Hornissen besonders gerne ein. Stochern Sie dort aber nicht ungeschützt herum, um die Nester zu entfernen. Ein plötzlich aufgeschreckter Schwarm ist besonders aggressiv.

Laufen Sie möglichst nicht mit bloßen Beinen in hohem Gras, durch Gebüsch oder durchs Unterholz. Dort lauern Zecken – sie lassen sich nicht von Bäumen fallen. Wenn Sie bei einer Wanderung feste Schuhe, Socken oder Kniestrümpfe und lange Hosen tragen (am besten in die Strümpfe gestopft), sind Sie bis zu einem gewissen Maß geschützt. Allerdings können die Zecken auch auf der Kleidung entlang wandern, bis sie eine Stelle finden, an der die Haut nicht bedeckt ist. Auf heller Kleidung sind die Zecken leichter zu entdecken als auf dunkler.

Die verfügbare Impfung kann nicht vor dem Zeckenstich schützen, sondern nur vor einer FSME und auch das nur begrenzt. Die Impfung empfiehlt sich wegen der damit verbundenen Risiken nur, wenn Sie im Frühjahr oder Sommer in einem Gebiet wandern oder zelten, in dem Zecken häufig mit FSME-Erregern infiziert sind (z. B. südliches Hessen, Bayern, Österreich, Schwäbische Alb, Schwarzwald, Vogesen) oder dauerhaft in einem FSME-Gebiet leben und viel Zeit in der Natur verbringen. Eine FSME-Impfung ist bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen möglich.

Allgemeine Maßnahmen

Den Stachel einer Biene, Wespe oder Hornisse sollten Sie schnell aus der Haut herausziehen, damit möglichst wenig Insektengift in die Haut gelangt.

Ein Tropfen Spucke kann den starken Juckreiz momentan etwas lindern. Ähnliche Dienste leistet ein Eiswürfel, mit dem Sie kurz über den Stich streichen, oder Sie legen für fünf Minuten eine Scheibe Zitrone oder Zwiebel auf die Stichstelle. Wenn Sie die Haut um den Mückenstich herum zwischen zwei Fingern etwas kneifen oder mit den Fingernägeln eindrücken, kann der Juckreiz ebenfalls etwas nachlassen, Achten Sie aber darauf, die Haut dabei nicht zu schädigen.

Nicht kratzen! Das Kratzen reizt die Haut und verschlimmert den Juckreiz eher, als dass es ihn lindert. Wird die Haut blutig gekratzt, kann sich die Wunde infizieren.

Suchen Sie bei sich selbst beziehungsweise bei Kindern nach einem Spaziergang oder einer Wanderung immer die gesamte Hautoberfläche (nicht nur die unbedeckten Hautstellen) auf Zecken ab, auch Haaransatz, Kopf, Achselhöhlen, Kniekehlen und die Genitalregion. Je früher Sie die Zecke entfernen, umso geringer ist das Risiko, dass mit dem Speichel bereits Borrelien übertragen wurden. FSME-Viren werden dagegen sofort übertragen.

Wann zum Arzt?

Wenn die Haut um einen Insekten- oder Zeckenstich stark anschwillt, sich entzündet und eitert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn nach dem Stich einer Biene, Wespe oder Hornisse die Haut am ganzen Körper zu jucken beginnt, die Augenlider anschwellen oder das Atmen schwerfällt, müssen Sie unverzüglich einen Notarzt rufen (Telefon 112), weil es sich um einen allergischen Schock handeln kann.

Bildet sich nach einem Zeckenstich an der Stichstelle ein großer roter Fleck oder ein Bereich mit einem runden roten Rand (Erythem), besteht der Verdacht, dass eine Zecke Borrelien übertragen hat. Beobachten Sie den Bereich um den Zeckenstich und die Haut am ganzen Körper genau, oft entwickelt sich das Erythem erst ein bis zwei Wochen nach dem Stich und möglicherweise auch an einer Stelle, die weitab von der Stichstelle liegt. Sobald Sie einen solchen Fleck bemerken, müssen Sie sich rasch in ärztliche Behandlung begeben. Auch wenn Sie nach einem Zeckenstich unerklärliche Schmerzen in einem Gelenk spüren, wenn ein Gelenk anschwillt oder wenn Sie Kopfschmerzen und Fieber bekommen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Eine Lyme-Borreliose muss zügig mit Antibiotika behandelt werden.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptfreie Mittel

Äußerlich anzuwendende Mittel mit Antihistaminika sind zur Behandlung von Mücken- oder Bremsenstichen wenig geeignet, weil der Wirkstoff nicht schnell und tief genug in die Haut eindringt. Bei den Gels beruht der juckreizlindernde Effekt in erster Linie auf der kühlenden Wirkung des Gels.