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Gürtelrose

Allgemeines

Eine Gürtelrose (Zoster) ist das Wiederaufflammen einer früheren Infektion mit dem Varizella-zoster-Virus. Das Virus gehört zu den Herpesviren und verursacht Windpocken. Eine Gürtelrose tritt vorwiegend bei älteren Menschen oder bei geschwächtem Immunsystem auf.

Anzeichen und Beschwerden

Zu Beginn der Gürtelrose, noch bevor sich ein Hautausschlag bildet, fühlt man sich meist abgeschlagen und müde. Den Hauterscheinungen können zusätzlich öfter brennende oder einschießende Schmerzen vorausgehen. Dann entstehen Hautbläschen in gruppierter Anordnung entlang den unter der Haut liegenden sensiblen Nervenbahnen. Diese sind äußerst schmerzhaft.

Der Name "Gürtelrose" ist nicht ganz korrekt, denn die Bläschen zeigen sich zwar häufig in der Taillenregion, aber durchaus nicht nur dort. Sie können am ganzen Körper auftauchen, vom Kopf bis zum kleinen Zeh. Es ist auch nicht zwingend, dass sich ein "Gürtel" Hautbläschen um den ganzen Rumpf herum bildet, vielmehr treten die Bläschen vorwiegend halbseitig auf.

Infolge einer Gürtelrose können vor allem starke Nervenschmerzen auftreten (postzosterische Neuralgien), die wenige Tage, manchmal aber auch viele Monate lang anhalten können.

Ursachen

Gürtelrose (Zoster) wird durch Varizella-zoster-Viren ausgelöst. Dabei handelt es sich um die gleichen Viren, die auch Windpocken (Varizella) verursachen. Varizella-zoster-Viren gelangen erstmals in den Körper, wenn Windpocken auftreten, meist in der Kindheit. Danach ruhen die Viren in den Nervenknoten. Erst wenn die Viren durch eine geschwächte Immunabwehr oder starke seelische Belastungen reaktiviert werden, kommt es zur Gürtelrose und nicht mehr zu Windpocken.

Vorbeugung

Gegen Gürtelrose stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Shingrix ist ein Totimpfstoff. Er enthält nur bestimmte Proteine des Varicella-Zoster-Virus. Laut Studien erzeugt er eine hohe Immunantwort, schützt wirkungsvoll vor Gürtelrose und vor der möglichen Folge chronischer Schmerzen.

Außerdem steht noch der Lebendimpfstoff Zostavax zur Verfügung. Bisherigen Unter­suchungen zufolge ist der Lebend­impf­stoff sehr wahr­scheinlich weniger wirk­sam als der Totimpf­stoff. Für hoch­gefähr­dete Personen, etwa bei geschwächtem Immun­system, ist der Lebend­impf­stoff außerdem nicht zugelassen.

Ausführliche Informationen zu den Impfungen unter Wind­pocken und Gürtelrose: Welcher Impf­stoff für wen sinn­voll ist. *

Allgemeine Maßnahmen

Es ist wichtig, das Aufkratzen der Bläschen zu vermeiden, um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren und um Narben zu vehindern. Daher wird eine sorgfältige Hautpflege empfohlen. Welches Hautpflegemittel in Frage kommt, sollten Sie mit dem Arzt besprechen. Es hängt davon ab, in welchem Zustand sich die Haut momentan befindet. Um die Bläschen schneller auszutrocknen, kann eine Zinkschüttelmixtur aus der Apotheke helfen.

Wann zum Arzt?

Eine Gürtelrose sollte möglichst bald nach Auftreten der schmerzhaften Hauterscheinungen vom Arzt behandelt werden. Falls in der Nähe der Augen Beschwerden auftreten, sollten Sie sofort zum Arzt.

Behandlung mit Medikamenten

Ziel der Behandlung einer Gürtelrose ist es, die akuten Hauterscheinungen und Schmerzen zu lindern. Außerdem soll erreicht werden, dass sich das Risiko für Folgeschäden verringert und keine Nervenschmerzen auftreten, wenn die Hautbläschen abgeklungen sind.

Aciclovir- oder Brivudin-Tabletten können bei einer Gürtelrose den Krankheitsverlauf abmildern und das Abheilen der Bläschen beschleunigen. Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist, dass die Mittel sehr schnell, möglichst am ersten Tag nach Ausbruch der Gürtelrose, eingesetzt und ausreichend hoch dosiert werden. Vor allem wenn das Risiko besteht, dass die Gürtelrose mit Komplikationen verläuft, ist ein Behandlungsversuch ratsam.

Da bei Personen über 50 Jahre das Risiko für spätere Neuralgien höher ist als bei Jüngeren, sollten sie auf jeden Fall mit antiviralen Mitteln behandelt werden. Auch wenn sich die Gürtelrose im Gesicht zeigt oder das Immunsystem geschwächt ist, sind solche Mittel sinnvoll. Dass die Gürtelrose tatsächlich schneller abklingt und sich Nervenschmerzen vermeiden lassen, ist aber nicht in jedem Fall garantiert.

Ebenfalls anzuraten ist die Behandlung, wenn die Gürtelrose mit starken Schmerzen einhergeht, sich im Kopf- und Halsbereich ausbreitet oder wenn eine schwere Neurodermitis mit ausgedehnten Hauterscheinungen besteht.

Zusätzlich zur antiviralen Therapie ist in der akuten Krankheitsphase häufig der Einsatz von Schmerzmitteln erforderlich. Die Wahl des Mittels richtet sich nach der Stärke der Schmerzen. Ibuprofen oder Paracetamol werden bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, Opioide wie Tramadol bei starken Schmerzen eingesetzt.

Setzen nach Abschluss der Behandlung mit den antiviralen Mitteln chronische Nervenschmerzen ein, können diese mit trizyklischen Antidepressiva, mit Wirkstoffen wie Amitriptylin und Clomipramin, oder mit Antiepileptika wie Carbamazepin oder Gabapentin behandelt werden.