Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Blutschwämmchen

Allgemeines

Ein Hämangiom, auch Blutschwamm oder „Erdbeermal“ genannt, ist eine Wucherung von Blutgefäßen, die ein Geschwulst in oder unter der Haut gebildet haben.

Ein solcher Blutschwamm tritt bei schätzungsweise 4 bis 5 von 100 Neugeborenen auf, bei Frühgeborenen sind es bis zu 22 von 100. Bei Mädchen tritt das Hämangiom häufiger auf als bei Jungen.

Anzeichen und Beschwerden

Hämangiome zeigen sich vor allem in den ersten Tagen oder Monaten nach der Geburt und sind meist ungefährlich. Sie werden besonders häufig an Kopf und Hals beobachtet. Mitunter kommen sie aber auch an inneren Organen vor, dann ist vor allem die Leber betroffen.

Im Allgemeinen wächst das Hämangiom nur in den ersten Lebenswochen noch weiter. Mit zunehmendem Alter bilden sich bei 80 bis 90 von 100 Kindern die Hämangiome immer weiter zurück und sind bis zum Alter von sieben bis neun Jahren verschwunden. Nur wenige Hämangiome verursachen Komplikationen wie Geschwüre, Narben oder Blutungen.

Ursachen

Über die Ursachen dieser Gefäßwucherung gibt es zwar verschiedene Hypothesen, geklärt sind sie aber bislang nicht.

Allgemeine Maßnahmen

Bei kleinen, flachen Blutschwämmchen kann eine Kälte- oder Lasertherapie eingesetzt werden. Eine Operation des Hämangioms wird nur empfohlen, wenn Komplikationen befürchtet werden.

Wann zum Arzt?

Hat ein Säugling ein Hämangiom, sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden. Bei unkomplizierten Hämangiomen, beispielsweise kleinere Male am Rumpf, den Armen oder Beinen, genügt die Beobachtung durch den Arzt. Eine Behandlung ist erforderlich, wenn durch das Hämangiom das Leben des Kindes oder wichtige Körperfunktionen bedroht werden. Das kann der Fall sein, wenn es sich in der Nähe der Atemorgane oder der Augen befindet. Ein Eingreifen ist ebenfalls notwendig, wenn Geschwüre entstehen, die Schmerzen verursachen oder nicht heilen wollen, wenn bleibende Narben drohen oder das Aussehen des Kindes stark beeinträchtigt werden könnte.

Behandlung mit Medikamenten

Rezeptpflichtige Mittel

Zur Behandlung eines Blutschwamms dient Propranolol, ein Betablocker, der unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck oder bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Der Wirkstoff ist für Säuglinge ab der fünften Woche zugelassen, die ein wachsendes Hämangiom haben. Propranolol ist zur Behandlung geeignet, wenn das Hämangiom mit einem erhöhten Risiko für bleibende Schäden oder Entstellung einhergeht.