Medikamente im Test

Bakterielle Infektionen allgemein

Allgemeines

Wenn krankheitserregende Bakterien in den Körper eindringen, versucht dieser, sich ihrer so schnell wie möglich wieder zu entledigen. Dafür produziert das Immunsystem eine Reihe von Stoffen, die unter anderem eine Entzündungsreaktion in Gang setzen. Um eine solche Infektion bekämpfen zu können, muss erst einmal herausgefunden werden, welche Bakterien die Infektion ausgelöst haben. Dafür gibt es spezielle Tests.

Bakterien lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: in gramnegative und grampositive. Diese Einteilung geht auf den dänischen Arzt Hans C. Gram zurück, der für Bakterien ein spezielles Färbeverfahren entwickelt hat. Bakterien, die sich damit dunkelblau anfärben lassen, sind "grampositiv", färben sie sich rot, sind sie "gramnegativ".

Grampositive Bakterien haben andere Eigenschaften als gramnegative und reagieren unterschiedlich auf Antibiotika. Bei den grampositiven und gramnegativen Bakterien gibt es weitere Unterteilungen, Untergruppen und "Familien".

Anzeichen und Beschwerden

Die meisten bakteriellen Infektionen machen sich mit Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl (Müdigkeit, Abgeschlagenheit) bemerkbar. Darüber hinaus zeigen sich Krankheitssymptome in den Geweben oder Organen, in denen sich die Bakterien eingenistet haben: bei einer Lungenentzündung z. B. als Atembeschwerden, bei einer bakteriellen Halsinfektion als Schmerzen beim Schlucken, bei einer Blasenentzündung als Brennen beim Wasserlassen.

Manchmal schwelt eine Infektion lange Zeit unbemerkt vor sich hin, bis die Bakterien so zahlreich geworden sind, dass deutliche Krankheitssymptome auftreten.

Ursachen

Bakterien gedeihen überall in unserer Umwelt. Am häufigsten gelangen sie über die Hände und über verletzte Haut oder Körperöffnungen (Mund, Nase, Harnröhre) in den Organismus.

Vorbeugung

Eine der besten und wichtigsten Maßnahmen, um sich vor bakteriellen Infektionen zu schützen, ist, sich häufig die Hände zu waschen. Das gilt insbesondere beim Kontakt mit infizierten Personen.

Wer sich im Alltag an die üblichen Hygieneregeln hält, kann auf Desinfektionsmittel verzichten. Normale Haushaltsreiniger reichen aus. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln fördert nur die Resistenzentwicklung der Bakterien.

In einigen Situationen müssen Antibiotika vorbeugend eingesetzt werden:

  • Bei bestimmten Operationen, z. B. am Dickdarm, um Wundinfektionen zu verhindern.
  • Bei Personen mit einer künstlichen Herzklappe, die früher schon einmal eine Herzklappenentzündung hatten oder deren Herzklappen nicht mehr richtig funktionieren, wenn ein zahnärztlicher Eingriff bevorsteht. Dabei gelangen Bakterien besonders leicht in die Blutbahn, können sich an den Herzklappen festsetzen und dort schwere Entzündungen auslösen. Antibiotika sollen dies verhindern. Für diesen Zweck genügt die einmalige Gabe des Antibiotikums, wichtig ist jedoch, dass dies früh genug geschieht. Wenn der Eingriff beginnt, muss das Antibiotikum bereits in ausreichender Menge im Blut vorhanden sein. Es wird deshalb eine halbe bis eine Stunde vorher gespritzt oder als Tablette geschluckt.
  • Bei Kindern nach Abklingen wiederholter Nierenbeckenentzündungen, wenn ein Rückfluss des Urins aus der Blase in die Harnleiter droht oder bereits besteht. Die vorbeugende Gabe von Antibiotika, die sich über längere Zeit erstrecken sollte, kann dann eine neuerliche Infektion der Nieren verhindern und beugt der Zerstörung von Nierengewebe vor.
  • Als flankierende Maßnahme, um zu vermeiden, dass Bakterien aus Entzündungsherden, die für Antibiotika schlecht erreichbar sind, ins Blut gelangen und sich im Körper ausbreiten, z. B. bei Abszessen.

In manchen Krankenhäusern, Praxen und ambulanten Operationszentren ist es leider noch immer üblich, nach Operationen mit erhöhtem Infektionsrisiko mehrere Tage lang Antibiotika zu geben, in der Hoffnung, auf diese Weise Infektionen vorzubeugen, die als Folge des Eingriffs auftreten können (z. B. eine Wundinfektion oder Lungenentzündung). Dass eine Antibiotikagabe nach der Operation noch wirksam schützt, ist nicht belegt, vielmehr fördert sie eher die Resistenzbildung der Bakterien. Das Vorgehen dient meist allein der Absicherung der Ärzte, alles getan zu haben, um solche Infektionen zu verhindern.

Behandlung mit Medikamenten

In diesem Kapitel werden nur Antibiotika zum Einnehmen besprochen. Angaben zu äußerlich anzuwendenden Antibiotika finden Sie bei den jeweiligen Anwendungsgebieten, also z. B. bei Akne, Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis, Wunden, Bakterielle Infektionen der Scheide.

Wird der Körper nicht selbst mit den krankheitsauslösenden Bakterien fertig, muss die Infektion mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika helfen jedoch nur, wenn eine Infektion tatsächlich durch Bakterien hervorgerufen wurde. Es gibt Krankheiten, bei denen das zweifelsfrei feststeht oder mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall ist. Dazu gehören:

  • Gallenblasenentzündung
  • Harnwegsinfektionen (Blase und Nieren)
  • eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
  • Lungenentzündung
  • Lyme-Borreliose
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre durch Helicobacter
  • Scharlach
  • Wundrose (Erysipel)
  • Syphilis
  • Tripper (Gonorrhoe)
  • Typhus, Paratyphus.

Bei diesen schwerwiegenden bakteriellen Infektionen sind Antibiotika unverzichtbar.

Darüber hinaus können im Körper zahlreiche weitere Infektionen vorkommen, die durchaus nicht immer auf Bakterien zurückgehen. Eine akute Bronchitis, ein Schnupfen oder eine akute Nasennebenhöhlenentzündung beispielsweise werden fast immer durch Viren verursacht. Bei diesen Infektionen sind Antibiotika sinnlos, denn gegen Viren wirken sie nicht. Wenn sich jedoch auf die durch die Viren geschädigte Schleimhaut eine bakterielle Infektion aufpfropft (Superinfektion), kann es sinnvoll sein, diese mit Antibiotika zu bekämpfen. Beispiele für solche Superinfektionen sind:

  • Husten, der länger als drei Wochen anhält, und gleichzeitig hohes Fieber nach einer akuten Virusbronchitis.
  • Nasennebenhöhlenentzündungen, die länger als 10 bis 14 Tage anhalten, deren Beschwerden sich verschlimmern (z. B. anhaltend heftige Kopfschmerzen, hohes Fieber über 39 °C).

Unkomplizierte akute Infektionen der oberen Atemwege müssen nicht mit Antibiotika behandelt werden, weil sich gezeigt hat, dass eine rasche Gabe von Antibiotika weder den Krankheitsverlauf bessert, noch die Krankheitsdauer nennenswert verkürzt.

Auswahl des Wirkstoffs

Nicht jedes Antibiotikum bekämpft alle Bakterien gleich gut. Einige Wirkstoffe töten nur wenige Bakterienarten ab (Schmalspektrumantibiotika), andere wirken gegen eine Vielzahl verschiedener Bakterien gleichzeitig (Breitspektrumantibiotika). Oft können zunächst Schmalspektrum-Antibiotika angewendet werden. Bei schweren Infektionen oder wenn ein hohes Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf besteht (z. B. bei über 65-Jährigen oder bei bestehender schwerer chronisch-obstruktiver Bronchitis) kann es sinnvoll sein, gleich mit Breitspektrumantibiotika zu beginnen, um dann – wenn aufgrund eines speziellen Tests (Antibiogramm) nach zwei oder drei Tagen feststeht, auf welches Antibiotikum die Bakterien am besten ansprechen – zu einem Schmalspektrumantibiotikum zu wechseln.

Für die Praxis bedeutet das: Der Arzt grenzt die Keime ein, die als Erreger infrage kommen, und wählt ein Antibiotikum aus, das diese Keime erfahrungsgemäß gut bekämpft. Ist unklar, welche Bakterien die Infektion ausgelöst haben (z. B. bei wiederholten Infekten), sollte der Arzt sie anhand einer Bakterienkultur ermitteln. Dafür nimmt er einen Abstrich aus dem infizierten Gewebe (z. B. einen Rachenabstrich bei einer Mandelentzündung) oder der offenen Wunde. Befinden sich die Bakterien in Körperflüssigkeiten, z. B. bei Blasenentzündungen im Urin, genügt eine Probe davon. Um die Infektion schon in der Zeit zu bekämpfen, bis das Untersuchungsergebnis vorliegt, kann die Therapie mit einem Antibiotikum beginnen, von dem der Arzt annimmt, dass es gut wirkt. Liegt das Ergebnis der Bakterienkultur vor, sollte er gegebenenfalls auf ein gezielter wirkendes Mittel umstellen.

Diese Vorgehensweise ist grundsätzlich wünschenswert, viele Ärzte richten sich in der Praxis jedoch nicht danach, denn es ist einfacher, von vornherein ein Breitband-Antibiotikum zu geben, bei dem man sicher sein kann, den auslösenden Keim zu treffen. Diese Art der Behandlung zieht jedoch zwangsläufig Resistenzprobleme nach sich, sodass hochwirksame Mittel vorzeitig "verbraucht" werden.

Besonders problematisch sind Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden (nosokomiale Infektionen). Auch wenn sie außerhalb der Kliniken gleichermaßen vorkommen (wie z. B. Lungenentzündungen), müssen sie doch wegen des oft unterschiedlichen Erregerspektrums meist mit anderen Antibiotika behandelt werden. Hinzu kommt, dass viele Keime, die aus dem Krankenhaus stammen, gegen die gängigen Antibiotika resistent sind, sodass nosokomiale Infektionen meist mit stärker wirksamen Antibiotika und häufig auch über längere Zeit zu behandeln sind als außerhalb des Krankenhauses erworbene Infektionen.

Es gibt verschiedene Gruppen von Antibiotika, die gegen unterschiedliche Erreger wirksam sind:

  • Cephalosporine
  • Chinolone
  • Makrolide
  • Penicilline
  • Tetracycline

sowie Clindamycin, das keiner der genannten Stoffgruppen zuzuordnen ist.

Cephalosporine wie Cefuroxim, Ceftriaxon und Cefotaxim sind geeignet bei bakteriellen Infektionen der Atemwege einschließlich der Lungen, Nasennebenhöhlen und Haut, wenn Penicilline nicht vertragen werden. Sie sind ebenfalls geeignet bei komplizierten Harnwegsinfekten, wenn der Arzt geprüft hat, ob die Bakterien auf das Mittel ansprechen. Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten dagegen sind Cephalosporine mit Einschränkung geeignet. Hier sollten die als "geeignet" erachteten Mittel vorgezogen werden. Näheres lesen Sie unter Harnwegsinfektionen.

Das als Infusion zu verabreichende Cephalosporin Ceftriaxon ist geeignet zur Behandlung der Borreliose im Stadium 2 und 3.

Chinolone, auch Gyrasehemmer genannt, sind je nach Zulassung geeignet bei komplizierten Harnwegsinfektionen (Ausnahme: Moxifloxacin) sowie bei Lungenentzündungen durch Pneumokokken und gramnegative Keime, wenn ein bakteriologischer Nachweis bestätigt hat, dass die Erreger von den Mitteln abgetötet werden. Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen sind Chinolone mit Einschränkung geeignet, weil sich gezeigt hat, dass die Bakterien bei ungezieltem Einsatz der Chinolone rasch resistent werden.

Aus diesem Grund sind die Chinolone Levofloxacin und Moxifloxacin auch zur Behandlung von Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses nur mit Einschränkung geeignet. Da bisher nur wenige Bakterien gegen diese Wirkstoffe resistent geworden sind, sollten sie der Behandlung schwerer Infektionen vorbehalten bleiben.

Clindamycin ist geeignet bei schweren Infektionen mit anaeroben Bakterienarten wie z. B. Abszessen in der Lunge sowie bei Eiteransammlungen im Rippenfell (Empyem) oder bei tiefen Hautinfektionen. Bei oberflächlichen Hautentzündungen, z. B. im Windelbereich, oder bei einem offenen Geschwür durch langes Liegen (Dekubitus), handelt es sich oft um Mischinfektionen, für die eine lokale Wundpflege ausreicht. Nur bei sehr schweren, tiefsitzenden Infektionen der Haut und des darunter liegenden Gewebes müssen Antibiotika eingenommen werden. Dann wird Clindamycin meist nicht allein gegeben, da auch hier Mischinfektionen vorkommen können. In Deutschland sind (regional unterschiedlich) bis zu 30 Prozent der Staphylokokken, eine Bakterienart die häufig solche oberflächlichen Infektionen auslöst, gegen Clindamycin resistent. Als alleiniges Mittel ist Clindamycin bei solchen Infektionen mit Einschränkung geeignet und sollte nur eingesetzt werden, wenn Penicillin nicht vertragen wird (z. B. aufgrund einer Allergie).

Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide sind in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande breit eingesetzt worden. Deshalb sind viele Bakterien bereits gegen diese Wirkstoffe unempfindlich geworden. Bei Erkrankungen der Atemwege (Lungenentzündung, bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung) sind Makrolide deshalb nur noch mit Einschränkung geeignet. Sie sollten nur eingesetzt werden, wenn die Entzündung durch atypische Erreger verursacht worden ist, z. B. durch Legionellen, Mykoplasmen oder – sehr selten – Chlamydien.

Der Wirkstoff Clarithromycin ist in Kombination mit Amoxicillin und anderen Medikamenten zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren geeignet, wenn diese durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen wurden.

Bei den Penicillinen ist der Wirkstoff Amoxicillin bei leichten bis mittelschweren Infektionen mit grampositiven und/oder gramnegativen Keimen geeignet. Dazu gehören z. B. Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses, eitrige Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen sowie durch Helicobacter pylori verursachte Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Der Wirkstoff Ampicillin ist mit Einschränkung geeignet, da er, wenn er eingenommen wird, weniger gut in den Körper aufgenommen wird und zudem schlechter verträglich ist als Amoxicillin.

Flukloxacillin ist geeignet bei Infektionen mit Staphylokokken, z. B. bei Abszessen und Furunkeln sowie bei schweren Wundinfektionen, wenn die Keime auf den Wirkstoff nachgewiesenermaßen empfindlich reagieren. Gehen Abszesse und Furunkel mit Fieber einher oder sollen sie gezielt antibiotisch behandelt werden, werden sie – falls sie nicht von selbst aufgegangen sind – chirurgisch geöffnet. Der dabei austretende Eiter wird dann mikrobiologisch weiter untersucht.

Phenoxymethylpenicillin und Propizillin sind geeignet bei Infektionen mit bestimmten grampositiven Erregern, z. B. bei eitriger Mandelentzündung, Scharlach, bestimmten Hautinfektionen (Erysipel) sowie bei rheumatischem Fieber zur Verhinderung von Rückfällen.

Benzylpenicillin ist ein Antibiotikum zur Injektion in die Muskulatur (z. B. am Gesäß). Es ist geeignet, wenn nur niedrige Blutspiegel erreicht werden müssen, beispielsweise zur Langzeitbehandlung von rheumatischem Fieber oder bei Syphilis.

Der Wirkstoff Sultamicillin und die Kombination Amoxicillin + Clavulansäure sind geeignet bei Mischinfektionen mit Bakterien, die aufgrund von Enzymen (Betalaktamasen) resistent gegen Amoxicillin sind, z. B. bei Atemwegsinfektionen einschließlich Lungenentzündungen, bei Harnwegsinfektionen und Infektionen im Bauchraum. Vorher sollte der Arzt mithilfe einer Laboruntersuchung (Antibiogramm) prüfen, ob die Kombination dieser beiden Wirkstoffe tatsächlich erforderlich ist oder ob Amoxicillin allein nicht doch ausreichen würde.

Die Kombination aus den zwei Penicillinen Amoxicillin und Flukloxacillin ist zur Behandlung von bakteriellen Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Nebenhöhlenentzündung) wenig geeignet, weil nicht ausreichend nachgewiesen ist, dass diese Kombination besser wirksam ist als Amoxicillin allein oder – wenn die Erreger resistent gegen Amoxicillin sind – die bewährte Kombination aus Amoxicillin und Clavulansäure.

Der Wirkstoff Doxycyclin aus der Gruppe der Tetracycline ist geeignet zur zeitlich begrenzten Behandlung von Akne, wenn äußerlich anzuwendende Mittel nicht ausreichend wirken. Außerdem ist er geeignet bei Rosazea, Lyme-Borreliose, Syphilis, bakterieller Nasennebenhöhlenentzündung sowie bei Lungenentzündungen durch atypische Bakterien, z. B. Chlamydien und Mykoplasmen. Tetracyclin ist demgegenüber schlechter verträglich und wird in seiner Wirksamkeit durch einige Lebensmittel stärker beeinträchtigt. Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb nur mit Einschränkung geeignet. Minocyclin ist zur zeitlich begrenzten Anwendung bei Akne wegen der möglichen stärkeren unerwünschten Wirkungen ebenfalls nur mit Einschränkung geeignet.

Das Antibiotikum Mupirocin wird lokal auf die Nasenschleimhaut aufgetragen und ist mit Einschränkung geeignet, um Staphylococcus aureus abzutöten. Diese Keime sind häufig resistent gegen die üblichen in der ambulanten Praxis eingesetzten Antibiotika und können Ursache von schweren Infektionen sein. Um diese zu verhindern, wird Mupirocin zusammen mit anderen Maßnahmen, wie z. B. desinfizierenden Körperwaschungen, eingesetzt. Das wird nach den bisher vorliegenden Daten jedoch nur bei Personen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko als nützlich angesehen, etwa bei Schwerkranken vor bestimmten Operationen oder auf Intensivstationen. Eine breite Anwendung des Mittels trägt dazu bei, dass Krankheitserreger gegen Mupirocin resistent werden. Außerdem werden die Keime nicht immer auf Dauer aus der Nasenschleimhaut entfernt, was wiederholte Anwendungen erforderlich machen kann. Auch dies kann zu resistenten Bakterienstämmen führen.

Bei Kindern

Mehrere Studien legen nahe, dass eine häufige Antibiotikagabe im Säuglingsalter im späteren Leben das Risiko für allergische Reaktionen erhöht, z. B. allergisches Asthma. Umso wichtiger ist es, gerade bei Kindern Antibiotika nur sehr gezielt und gut begründet einzusetzen.