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Allergie allgemein

Allgemeines

Bei einer Allergie lassen sich vor allem zwei Arten von Reaktionen unterscheiden: Spätreaktionen, die in der Regel erst 24 bis 48 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auftreten, und Reaktionen vom Soforttyp, die sich innerhalb von Sekunden bis Minuten nach Kontakt mit einem Allergen entwickeln. Zu den Sofortreaktionen gehören beispielsweise die allergische Bindehautentzündung, die allergisch bedingte Nesselsucht, der allergische Schnupfen (auch der Heuschnupfen) und das allergische Asthma. Zu den Allergien vom Spättyp zählen das allergische Kontaktekzem sowie Allergien auf Arznei- und Konservierungsmittel. Der Körper kann gegenüber einem Allergen auch nacheinander eine Sofort- und eine Spätreaktion entwickeln.

Bei einer allergischen Reaktion kommt eine ganze Kaskade von Entzündungsreaktionen in Gang, die verschiedene Körperbereiche und Organe erfassen kann. Haut und Schleimhäute (vor allem der Nase und der Augen) sind am häufigsten betroffen.

Auslöser für die Sofortreaktion ist unter anderem das Gewebehormon Histamin. Es wird von speziellen weißen Blutkörperchen, den Mastzellen, freigesetzt, wenn der Körper mit einem Allergen in Kontakt kommt. Als Folge dieser "Überdosis" an Histamin beginnen die Schleimhäute anzuschwellen, zu jucken und vermehrt Flüssigkeit oder zähen Schleim abzusondern. Auf der Haut können sich Bläschen oder Quaddeln bilden. Die Blutgefäße erweitern sich, dadurch rötet sich die Haut und/oder die Bindehaut in den Augen. Histamin bewirkt darüber hinaus, dass Flüssigkeit aus den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) ins Gewebe übertritt. Darauf beruhen Schwellungen am Auge sowie in Nase und Bronchien und auch die Quaddelbildung. In den Bronchien zieht sich unter dem Einfluss von Histamin und anderen Botenstoffen (Mediatoren) die Muskulatur zusammen, was einen Asthmaanfall auslösen und Atemnot verursachen kann.

Die Spätreaktion kommt durch andere aus dem Knochenmark stammende Immunzellen zustande, die sogenannten T-Lymphozyten. Sie richten sich spezifisch gegen das Allergen, beginnen aber erst nach dem Kontakt mit dem Allergen, sich übermäßig zu vermehren. Deshalb dauert die allergische Reaktion länger als bei der Sofortreaktion. Typische Beispiele für diese Art der Allergie sind das Nickelekzem oder die "Maurerkrätze", bei der Chromverbindungen im Zement allergieauslösend wirken.

Anzeichen und Beschwerden

Die meisten Allergien machen sich an Haut und/oder Schleimhäuten bemerkbar und werden entsprechend ihrem Auftreten in verschiedene Krankheitsbilder unterschieden:

  • Wenn sich die Haut rötet und stark juckt, handelt es sich häufig um ein allergisches Kontaktekzem. Näheres dazu lesen Sie unter Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis. Bilden sich Quaddeln, handelt es sich meist um eine Nesselsucht (Urtikaria). Hautausschläge dieser Art werden unter allergischen Hauterkrankungen besprochen.
  • Wenn sich die Augen röten, jucken und zu tränen beginnen, handelt es sich meist um eine allergische Bindehautentzündung.
  • Schwillt die Nasenschleimhaut an und sondert sie wie bei einem Schnupfen vermehrt Flüssigkeit ab, begleitet von heftigem, wiederholtem Niesreiz, ist es ein allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis).
  • Wenn die Atemwege durch Allergene belastet werden, entzündet sich die Schleimhaut. Als Reaktion darauf können sich die Bronchien krampfartig zusammenziehen. Dieses allergische Asthma tritt anfallsweise auf, begleitet von unterschiedlich starker Atemnot. Da die Behandlung weitgehend derjenigen bei Asthma bronchiale entspricht, wird diese Allergieform hier nicht näher besprochen. Informationen zur Behandlung finden Sie unter Asthma.

Bei Kindern

Juckende Quaddeln am ganzen Körper, verbunden mit Juckreiz im Rachen, gelegentlich verbunden mit Schwellungen z. B. der Zunge, kommen bei Kindern häufig vor, insgesamt aber seltener als bei Erwachsenen. Bei Kindern unter sechs Jahren können zusätzlich Erbrechen und starke Bauchschmerzen auftreten.

Innerhalb der ersten Lebensjahre entwickeln sich typischerweise Überreaktionen auf Allergene aus der Nahrung, die sich meist durch Hautausschläge und Magen-Darm-Beschwerden, manchmal auch in Form von Atembeschwerden äußern. Im späteren Verlauf können Allergien gegenüber Hausstaubmilben oder Tierhaaren hinzukommen, häufig tritt dann auch eine allergische Rhinitis ("Heuschnupfen") oder allergisches Asthma erstmals auf.

Ursachen

Die Ursache für die Entwicklung und Zunahme von Allergien, insbesondere in den Industrienationen, ist bisher weitgehend ungeklärt. Neben Umwelteinflüssen, wie z. B. Luftverschmutzung, spielt eine familiäre Veranlagung bei der Entwicklung aber wahrscheinlich eine große Rolle. Leiden beide Eltern an Allergien, wird etwa die Hälfte der Kinder selbst zum Allergiker. Ist nur ein Elternteil oder sind Schwester oder Bruder betroffen, entwickelt nur jedes dritte Kind eine Allergie. Hat kein Elternteil eine Allergie, erkrankt lediglich eines von zehn Kindern. Deshalb sind für allergiegefährdete Kinder die unter "Vorbeugung" beschriebenen Maßnahmen besonders wichtig.

Es wird vermutet, dass sich das Immunsystem heutzutage im Kindesalter zu selten mit Krankheitserregern auseinandersetzen muss, beispielsweise wenn Kinder im ersten Lebensjahr zu wenig im Freien spielen (und dabei auch mit Sand, Erde und Matsch in Berührung kommen) oder wenn sie zu wenig Kontakt zu anderen Kindern haben. Dann wird das Abwehrsystem weniger "trainiert" und der Organismus reagiert auf Stoffe aus Natur und Umwelt oft überempfindlich.

Auch weisen neue Untersuchungen darauf hin, dass ein allzu konsequentes Vermeiden möglicher Allergieauslöser im frühen Kindesalter nicht hilfreich ist, um im späteren Entwicklungsverlauf Allergien zu vermeiden. So entwickelten allergiegefährdete Kinder, die schon früh und regelmäßig Erdnussprodukte verzehrten, im späteren Verlauf deutlich seltener eine Erdnussallergie im Vergleich zu solchen, die konsequent auf Erdnüsse verzichteten.

Vergleichbare Ergebnisse finden sich auch bei der frühen Einführung von Ei, Fisch oder Gluten in die Nahrung von Säuglingen.

Deshalb wird von medizinischer Seite empfohlen, bei der Umstellung von Säuglingen auf Normalkost auch Lebensmittel mit starken Nahrungsmittelallergenen ab dem fünften bis siebten Lebensmonat schrittweise einzuführen.

Zu den häufigsten Auslösern einer Allergie vom Soforttyp gehören Blütenpollen, Insektengift (von Bienen, Wespen, Hornissen), Tierhaare, Federn, Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Konservierungs- und Farbstoffe sowie Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Auch auf Nahrungsmittel wie Hühnereier, Nüsse, Fisch, Äpfel, Erdbeeren und tropische Früchte (z. B. Kiwis) oder Arzneimittel kann der Organismus allergisch reagieren. Arzneimittel können ebenfalls eine Allergie hervorrufen.

Während bei der Allergie vom Soforttyp die Allergene meist eingeatmet oder gegessen werden, kommt es zu einer Allergie des Spättyps vor allem bei Hautkontakt mit bestimmten Stoffen wie Metallen (Chrom und Nickel), Latex, Duftstoffen (z. B. Ylang-Ylang) oder Konservierungsstoffen in Kosmetika.

Bei Kindern

Mit Abstand die häufigste Ursache für eine Hautreaktion mit Juckreiz und Quaddeln ist ein Infekt, es kann aber auch eine Nahrungsmittel- oder Insektengiftallergie vorliegen.

Vorbeugung

Häufig wird der Grundstein für eine "Allergie-Karriere" schon im ersten Lebensjahr gelegt. Dem können Sie selbst – zumindest teilweise – entgegenwirken:

  • Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf eine ausgewogene Kost achten, die den Kalorienbedarf ausreichend deckt. Es ist nicht belegt, dass das Kind später keine Allergie bekommt, wenn Sie auf allergieträchtige Lebensmittel (z. B. Nüsse, Sellerie) verzichten. Vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass sich das Risiko für Neurodermitis beim Kind verringern kann, wenn Sie in der Schwangerschaft viel Fisch essen. Zu bedenken ist jedoch, dass Meeresfische häufig mit Schwermetallen belastet sind.
  • Es gibt Hinweise, dass eine Kaiserschnittentbindung das Risiko für allergisches Asthma beim Kind erhöht.
  • Neugeborene sollten möglichst mindestens vier Monate lang gestillt werden. Der Darm des Säuglings ist vor allem in den ersten Lebensmonaten noch sehr durchlässig. Werden ihm in dieser Zeit beispielsweise über Fertigmilchnahrung Eiweißstoffe zugeführt, die für den kindlichen Organismus artfremd sind, kann das oft der erste Anstoß für eine allergische Reaktion sein. Muttermilch dagegen enthält keine solchen Eiweißstoffe, sondern ist exakt auf den kindlichen Organismus abgestimmt.
  • Kinder, die nicht gestillt werden können und allergiegefährdet sind (z. B. weil beide Elternteile an einer Neurodermitis leiden), sollten in den ersten vier Monaten ausschließlich mit hypoallergener Fertignahrung (HA-Nahrung) gefüttert werden. Damit lässt sich das Allergierisiko verringern. Hypoallergen bedeutet, dass das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile (Peptide) aufgespalten wurde. Wie stark die Nahrung aufgespalten sein sollte, hängt davon ab, wie hoch das Allergierisiko des Kindes eingeschätzt wird. Soja-Kindernahrung sollten Sie besser nicht verwenden. In den bisher vorliegenden Studien schützen Sojaprodukte nicht besser als normale Kuhmilch-Babynahrung vor Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Ekzemen und Asthma.
  • Dass Pro- und Präbiotika, die künstlicher Säuglingsmilch zugesetzt werden, vor Allergien schützen, kann bisher allenfalls für das atopische Ekzem (Neurodermitis) vermutet werden. Unter Probiotika versteht man lebende Mikroorganismen, z. B. Milchsäurebakterien wie Bifidobakterien und Lactobazillen. Präbiotika sind Kohlenhydratabkömmlinge, die das Wachstum erwünschter Mikroorganismen im Dickdarm fördern sollen, indem sie diesen als Nahrung dienen. Mehrere Studien weisen auf einen positiven Effekt von Präbiotika hin. Hierbei liegen die meisten Daten für die Vorbeugung von allergisch bedingten Ekzemen vor. Allerdings können derzeit keine bestimmten Präparate oder deren Anwendungsformen empfohlen werden. Auch für genaue Angaben zu Anwendungsdauer und -zeitpunkt liegen keine ausreichenden Informationen vor.
  • Um Allergien beim Kind zu vermeiden, sollten Sie nicht zu lange warten, bis Sie Beikost (Brei) zufüttern. Es gibt keine Belege dafür, dass Kinder seltener Allergien bekommen, wenn bestimmte Nahrungsmittelallergene im ersten Lebensjahr vermieden werden. Vielmehr deuten Studien darauf hin, dass z. B. erdnusshaltige Produkte, die vor dem elften Lebensmonat in die tägliche Nahrung eingeführt werden, bei allergiegefährdeten Kindern die Gefahr senken können, in den folgenden Jahren tatsächlich eine Erdnussallergie zu entwickeln. Eltern sollten sich am besten mit ihrem Kinderarzt beraten, wie diese frühe Einführung ablaufen sollte.
  • Lassen Sie Kleinkinder ruhig auf dem Boden und in Sand und Matsch spielen. Selbst wenn sie gelegentlich etwas davon in den Mund bekommen, schadet ihnen das meist nicht. Im Kontakt mit solchen Stoffen übt das Immunsystem, Krankheitskeime abzuwehren. Auch durch den Kontakt mit anderen Kindern in den ersten beiden Lebensjahren (Geschwisterkinder, Tagesmutter, Kindertagesstätte) muss sich der Körper mit Krankheitserregern auseinandersetzen, was vor Allergien durch unspezifische Immunstimulation zu schützen scheint. Dann wird es auch mit Fremdstoffen und natürlichen Reizstoffen, die von außen auf den Körper einwirken, besser fertig. Auch auf den Boden gefallene Schnuller brauchen Sie nicht zu desinfizieren, sondern nur mit Wasser abzuspülen oder abzuwischen.
  • Hören Sie mit dem Rauchen bereits vor der Schwangerschaft auf und bleiben Sie auch danach abstinent. Auch alle mit im Haushalt wohnenden Personen sollten nicht rauchen, um das Kind vor dem Kontakt mit Tabakrauch zu schützen.
  • Lassen Sie Ihr Kind impfen. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, aber Hinweise, dass Impfungen vor Allergien schützen können.
  • Dass Kinder möglichst nicht übergewichtig sein sollten, wird auch aus Gründen der Allergieprävention empfohlen. Dies können Sie erreichen, indem Sie die Ernährung entsprechend den zehn Regeln zum vollwertigen Essen und Trinken der deutschen Gesellschaft für Ernährung gestalten (z. B. auf der Internetseite: www.dge.de).

Wollen Sie eine Ausbildung beginnen, bei der Sie mit starken Allergenen in Berührung kommen können (z. B. als Bäcker, im Friseurhandwerk, auf dem Bau, in der Metallindustrie oder in der Chemiebranche), sollten Sie sich vorher beim Hautarzt beraten lassen, wie Sie sich am besten dagegen schützen.

Ernähren Sie sich möglichst mit naturbelassenen Lebensmitteln ohne Zusatz-, Farb- und Konservierungsmittel.

Es gibt Hinweise, dass flüchtige organische Verbindungen wie beispielweise Formaldehyd das Risiko für allergisches Asthma erhöhen. Solche Chemikalien werden verstärkt aus neuen Pressspanmöbeln und bei Maler- und Renovierungsarbeiten freigesetzt. Vollholzmöbel enthalten kein Formaldehyd. Verzichten Sie bei einem neuen Anstrich auf säurehärtende Lacke (SH-Lacke) und verwenden Sie nur Wandfarben mit dem Umweltzeichen "Der blaue Engel". Allerdings enthalten diese Produkte Chlormethylisothiazolinon, das Kontaktallergien hervorrufen kann. Achten Sie beim Kauf darauf, ob der Lack diesen Konservierungsstoff enthält. Ein frisch renoviertes Zimmer sollten Sie einige Tage gut durchlüften, bevor Sie darin wieder schlafen.

Außerdem kann sich das Risiko für allergisches Asthma erhöhen, wenn Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen. Dort ist die Belastung durch Stickoxide und Feinstaub besonders hoch. Wenn Sie allergiegefährdet sind, sollten Sie sich deshalb möglichst eine Wohnung in ruhigeren Vierteln der Stadt suchen.

Allgemeine Maßnahmen

Wenn es Ihnen gelingt, das Allergen zu meiden, tritt die Allergie gar nicht erst auf.

Wenn Sie auf Pollen allergisch reagieren, sollten Sie sich in der Apotheke einen Pollenflugkalender besorgen. Eine aktuelle Pollenflugvorhersage der Wetterdienste ist auch in vielen Zeitungen abgedruckt oder im Internet abzurufen (z. B. www. pollenstiftung.de; www.dwd.de/pollenflug). Außerdem gibt es telefonische Ansagedienste. Wenn Sie diese Hinweise berücksichtigen, wissen Sie etwa, wann Sie mit der Anwendung vorbeugend wirkender Medikamente beginnen sollten und wie lange diese erforderlich sind.

Versuchen Sie, Ihren Urlaub in die Pollenflugzeit zu legen und dann ans Meer oder ins Hochgebirge zu fahren. Dort ist die Luft weitgehend frei von Pollen.

Wenn Sie spazierengehen oder im Freien Sport treiben, sollten Sie dies am besten nach einem Regenguss tun.

Reagieren Sie auf Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze allergisch, sollten Sie Ihre häusliche Umgebung so gestalten, dass diese so wenig wie möglich von den Allergenen belastet ist:

  • Bei der Allergenbelastung in Räumen gibt es zwei Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen haften Staub, Blütenpollen, Tierhaare und Pilzsporen an „Staubfängern“ wie Teppichen, Teppichböden und Gardinen besonders gut. Allgemein wird daher empfohlen, Jalousien an den Fenstern und glatte Fußbodenbeläge zu bevorzugen. Zum anderen werden aber Staub und Allergene in Räumen mit glatten Böden und Jalousien schneller aufgewirbelt. Eine Untersuchung weist darauf hin, dass Glattböden im Vergleich zu Teppichböden mit einer höheren Feinstaubbelastung in Innenräumen einhergehen. Auswirkungen auf die Allergenbelastung wurden jedoch nicht überprüft. Eine allgemeine Empfehlung für Allergiker lässt sich aus dieser Studie daher nicht ableiten. Möglicherweise sind glatte Böden nur dann günstiger, wenn sie jeden zweiten Tag feucht gewischt werden.
  • Achten Sie auf die Zusammensetzung der Farben, mit denen Sie die Wände streichen. Bei einer Hausstaubmilbenallergie sind glänzende Dispersionsfarben ratsam, bei Schimmelpilzallergie dagegen eher Kalk-, Kreide- und Leimfarben, weil sie Feuchtigkeit durchlassen und damit der Schimmelbildung entgegenwirken.
  • Verzichten Sie auf Zimmerpflanzen oder ersetzen Sie sie durch Hydrokulturen. Pilze halten sich in Blumenerde besonders gut, ihre Sporen werden bei jedem Luftzug aufgewirbelt und verteilen sich in der Raumluft. Das können Sie verhindern, wenn Sie die Oberfläche der Blumentöpfe mit Sand bedecken. Im Schlafzimmer sollten Sie auf Pflanzen verzichten.
  • Lüften Sie die Räume so oft wie möglich, in der Stadt vorzugsweise am frühen Morgen, auf dem Land abends.
  • Achten Sie darauf, ob sich an den Wänden Stockflecken bilden. Besonders häufig passiert das hinter Schränken und Holzverkleidungen. Sie sind ein Hinweis auf Schimmelpilzbefall aufgrund von Staunässe, zu geringer Luftumwälzung oder zu hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Schützen Sie die Räume mit einem Pollenschutzgitter vor den Fenstern. Auch sollten Sie getragene und damit möglicherweise pollenbehaftete Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und auch nicht dort aufbewahren.
  • Trocknen Sie Wäsche besser nicht im Freien.
  • Ihr Staubsauger sollte mit einem Filter für Schwebstoffe (HEPA-Filter) ausgestattet sein und ein möglichst großes Staubrückhaltevermögen aufweisen.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind bereits eine Allergie haben (z. B. auf Pollen), sollten Sie sich besser keine Haustiere anschaffen, weil ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich dann auch zusätzlich eine Tierhaarallergie ausbildet. Hunde sind wahrscheinlich nicht mit einem erhöhten Allergierisiko verbunden.
  • Wenn Sie Ihre Haare jeden Abend waschen (und ebenso Bürste und Kamm), sind diese zumindest in der Nacht pollenfrei.
  • Beim Umgang mit Reinigungsmitteln und Chemikalien sollten Sie Gummihandschuhe tragen, damit die Haut nicht mit diesen Substanzen in Berührung kommt.
  • Wenn Sie auf Nickel allergisch reagieren, ersetzen Sie nickelhaltige Knöpfe (z. B. an Jeans) durch andere (z. B. aus Horn, Kunststoff). Meiden Sie Modeschmuck und Piercings aus unedlen Metallen, die häufig Nickellegierungen enthalten.
  • Achten Sie bei Kosmetika auf die Liste der Inhaltsstoffe (stehen auf dem Etikett). Konservierungsmittel sowie Farb- und Duftstoffe müssen dort aufgeführt sein.

Wann zum Arzt?

Wenn eine Allergie erstmalig auftritt und Sie nicht sicher sind, worauf sie beruht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Allergien sind oft schwierig zu diagnostizieren. Wenn der Hausarzt die Allergie nicht eindeutig erkennt, sollte er eine Überweisung zum Hautarzt oder Allergologen erwägen.

Treten die Beschwerden wiederholt auf und kennen Sie den Grund (z. B. bei Heuschnupfen), können Sie sie auch selbst behandeln. Bessern sich die Symptome mit der Eigenbehandlung jedoch nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen oder – dies gilt besonders für Kinder – werden sie im Laufe des Tages immer stärker, sollte ein Arzt prüfen, ob andere Medikamente oder Therapieverfahren sinnvoller sind.

Rezeptfrei erhältliche Antihistaminika zum Einnehmen dürfen weiterhin zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden, wenn sie Bestandteil von Notfallsets zur Behandlung von Bienen-, Wespen- und Hornissengiftallergien sind, wenn eine schwere, stets wiederkehrende Nesselsucht (Urtikaria) besteht oder wenn ein starker Juckreiz kontinuierlich anhält. Auch wenn ein schwerer allergischer Schnupfen besteht, der mit cortisonhaltigen Nasensprays nicht ausreichend nachlässt, kann der Arzt weiterhin ein Kassenrezept für Antihistaminika zum Einnehmen ausstellen. Näheres hierzu finden Sie in der Ausnahmeliste.

Berufliche Allergien sollten zulasten der gesetzlichen Unfallversicherung behandelt werden. Machen Sie Ihren Arzt darauf aufmerksam, wenn Sie einen Zusammenhang zwischen den allergischen Erscheinungen und Ihrem Beruf vermuten (z. B. Bäckerasthma, Friseurekzeme, "Maurerkrätze"). Die Unfallversicherungen bieten hierzu zusätzliche Beratungen an, beispielsweise Hautschutzseminare.

Behandlung mit Medikamenten

Eine Allergie kann vorbeugend oder akut behandelt werden. Manche Wirkstoffe gibt es als Tropfen oder Spray für die äußerliche Anwendung und ebenso in Tablettenform zum Einnehmen. Welches Mittel in welcher Darreichungsform am besten geeignet ist, hängt davon ab, wo die Allergie auftritt (an Auge, Nase, Haut oder in den Bronchien), wie lange sie dauert und wie ausgeprägt die Beschwerden sind. Bei Kindern ist auch das Alter ausschlaggebend. Welche Wirkstoffe speziell geeignet sind, steht im Abschnitt "Wichtiges zur Behandlung" bei der jeweiligen allergischen Erkrankungsart.

Rezeptfreie Mittel

Antihistaminika zum Einnehmen sind bei allen allergischen Reaktionen vom Soforttyp sinnvoll – mit Ausnahme des allergischen Asthmas – , wenn die Beschwerden mit lokal wirkenden Mitteln nicht ausreichend behandelt werden können. Sie wirken über den Blutkreislauf und erreichen auf diese Weise alle Körpergewebe. Sie lindern die histaminbedingten allergischen Beschwerden, vor allem den Juckreiz. Die Wirkstoffe dieser Gruppe sind teilweise rezeptpflichtig. Rezeptfrei verfügbar sind die als "geeignet" bewerteten Wirkstoffe Cetirizin, Levocetirizin und Loratadin. Ebenfalls rezeptfrei sind die älteren Substanzen Clemastin und Dimetinden erhältlich. Sie gehören zu den Antihistaminika der ersten Generation, die schläfrig, unaufmerksam, träge und benommen machen können. Sie werden als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Allergisches Asthma muss mit stärker wirksamen Mitteln behandelt werden. Dann sind bronchienerweiternde und cortisonhaltige Mittel zum Inhalieren erforderlich, die der Arzt verschreiben muss.

Allergische Reaktionen vom Spättyp, wie ein ausgeprägtes Kontaktekzem oder ein Steven-Johnson-Syndrom (schwere allergische Hautreaktion auf ein Arzneimittel), können nicht mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden.

Rezeptpflichtige Mittel

Antihistaminika zum Einnehmen sind je nach Wirkstoff nur nach Verschreibung durch den Arzt zu erhalten. Dazu gehören die als "geeignet" bewerteten Wirkstoffe Azelastin und Desloratadin, die nicht oder nur wenig müdemachen. Präparate mit Ebastin, Fexofenadin oder Rupatadin aus dieser Wirkstoffgruppe machen ebenfalls nur wenig müde, gelten aber als "auch geeignet", weil sie weniger gut erprobt sind.

Nur mit Einschränkung geeignet ist das Antihistaminikum Mizolastin, da es noch nicht ausreichend erprobt ist und die unerwünschten Wirkungen am Herzen noch nicht abschließend beurteilt werden können.

Hydroxin gilt als "wenig geeignet". Es kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise abends die schlafanstoßende Wirkung erwünscht ist.

Zur Erstbehandlung einer lebensbedrohlichen Schocksituation, die infolge einer besonders heftigen allergischen Reaktion aufgetreten ist, eignet sich eine Adrenalin-Fertigspritze. Sie ersetzt aber nicht die weitere Behandlung durch einen Notarzt.

Zur Behandlung von allergische Reaktionen vom Spättyp, wie ein ausgeprägtes Kontaktekzem oder ein Steven-Johnson-Syndrom (schwere allergische Hautreaktion auf ein Arzneimittel), sind beispielsweise cortisonhaltige Mittel zum Einnehmen erforderlich.

Bei starkem allergischem Schnupfen verbunden mit einer allergischen Bindehautentzündung oder bei allergischem Asthma sowie bei einer Insektengiftallergie kann eine spezifische Immuntherapie sinnvoll sein. Für eine spezifische Immuntherapie auf Pollen oder Hausstaubmilben, früher auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt, bei der der Organismus – beispielsweise bei allergischem Schnupfen, Heuschnupfen oder allergischem Asthma – nach und nach unempfindlich gegen das Allergen werden soll, sind Allergenextrakte mit Einschränkung geeignet. Die Behandlung kann mit vergleichsweise hohen Risiken verbunden sein und sollte daher erst erfolgen, wenn die Allergie mit anderen Mitteln nicht ausreichend behandelt werden kann. Eine Ausnahme sind lebensbedrohliche allergische Reaktionen mit Schockzuständen, wie sie z. B. auf Bienen- oder Wespengift auftreten können. Dann ist eine frühzeitige spezifische Immuntherapie ratsam.