Medikamente im Test

Abszess

Allgemeines

Ein Abszess ist eine Eiterbeule, die sich häufig direkt unter der Haut bildet (bei stillenden Frauen z. B. in der Brust). Oftmals ist sie vom umgebenden Gewebe abgekapselt.

Anzeichen und Beschwerden

Ein Abszess unter der Haut macht sich als eitrige Beule bemerkbar und ist meist heiß, rot und sehr berührungs- oder druckempfindlich. Fühlbar ist ein Abszess als harter, praller oder verschiebbarer Knoten. Bilden sich Abszesse allerdings im Inneren des Körpers, z. B. an Organen, sind sie von außen nicht sichtbar. Solche inneren Abszesse können zu Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen führen. (IQWIG, gesundheitsinformation.de Glossar: Abszess, 2015). Fieber und Schüttelfrost können zwar auch bei oberflächlicheren Abszessen auftreten, sind hier aber eher selten. Manchmal sind die Lymphknoten in der Umgebung eines Abszesses geschwollen.

Je mehr Eiter sich im Abszess ansammelt, desto größer wird der Druck auf die umgebende Kapsel. Irgendwann platzt diese auf und der Eiter ergießt sich mitsamt den abgestorbenen Zellen und den Bakterien ins umliegende Gewebe. Wenn sich der Abszess direkt unter der Haut gebildet hat, bricht er oft nach außen durch. Vorher ist die Haut unmittelbar über der Beule extrem prall und zum Zerreißen gespannt. Kurz vor dem Durchbruch zeigt sich in der Mitte des Abszesses eine weißlich gefärbte Stelle. Dort ist die Haut so dünn, dass der Eiter erkennbar durchscheint.

Kleine Abszesse heilen manchmal von selbst ab, wenn es dem Körper gelingt, die Bakterien aus eigener Kraft abzutöten und die abgestorbenen Zellen rasch abzubauen. Anschließend kann ein verhärteter Knoten zurückbleiben.

Ursachen

Meist sind durch kleine Verletzungen (Stiche, Risse, Schnitte) ins Körperinnere eingedrungene Bakterien die Ursache eines Abszesses. Sie setzen sich im Gewebe fest und vermehren sich dort. Der Körper versucht, die Infektion mithilfe der weißen Blutkörperchen zu bekämpfen. Dabei gehen Blut- und Gewebezellen zugrunde, die kleine von Flüssigkeit und Eiter gefüllte Hohlräume hinterlassen. Damit sich die Entzündung nicht zu stark ausdehnt, bildet sich um den Abszessherd herum oft eine Art Kapsel. In deren Inneren schwelt die Entzündung jedoch weiter.

Bei stillenden Frauen kann sich ein Abszess in der Brustdrüse bilden, meist infolge eines Milchstaus und der daraus entstehenden Brustdrüsenentzündung. Ein Milchstau beruht meist auf Überanstrengung und Stress, auch kann es sein, dass der Säugling nicht richtig angelegt wird oder die Brustwarze nicht gut fasst.

Vorbeugung

Abszesse gehen häufig auf Infektionen mit Krankheitserregern zurück, die in den Körper eindringen und sich dort tief im Gewebe vermehren konnten. Wenn Sie sich verletzen, sollten Sie daher die Wunde reinigen und von Schmutz befreien und gegebenenfalls einmalig desinfizieren. Verzichten Sie auf zu eng sitzende Kleidung, da das Scheuern die Haarfollikel reizen und damit der Entstehung von Abszessen Vorschub leisten kann.

Einem Brustabszess in der Stillzeit können Sie vorbeugen, wenn Sie bei einem Milchstau oder einer Brustdrüsenentzündung den Säugling trotzdem so oft wie möglich anlegen. Feuchtkalte Wickel oder Auflagen mit kühlem Quark dämpfen die Entzündung. Wird die stillende Mutter von häuslichen oder beruflichen Aufgaben weitestgehend entlastet und kann sich ganz auf sich und das Baby konzentrieren, tritt ein Milchstau nur selten auf und die Brust entzündet sich dann auch nicht.

Bei allen Stillproblemen sollten Sie eine Hebamme um Rat fragen. Sie kann Ihnen auch zeigen, wie der Säugling richtig angelegt wird. Oft bildet sich damit eine beginnende Entzündung rasch und ohne weitere Maßnahmen zurück und der Milchstau löst sich auf.

Allgemeine Maßnahmen

Feuchtwarme Umschläge können dazu beitragen, dass der Abszess schneller "reif" wird.

Wann zum Arzt?

Auch wenn es zur Behandlung von Abszessen Medikamente ohne Rezept zu kaufen gibt, sollten Sie dennoch bei Anzeichen, die nahe legen, dass es sich um einen Abszess handelt, zum Arzt gehen und keine Selbstbehandlung versuchen. Bei größeren Abszessen, die stark schmerzen und prall von Eiter gefüllt sind, wird Ihnen ein Arzt wahrscheinlich zur chirurgischen Öffnung raten. So können Eiter und abgestorbene Zellen abfließen. Anschließend reinigt der Arzt die Wunde, sodass sie rasch verheilen kann. Je nach Ausmaß der Hautinfektion und den Begleiterscheinungen kann es sein, dass der Arzt Ihnen auch die Einnahme eines Antibiotikums empfiehlt und den Eiter auf die auslösenden Keime untersuchen lässt.

Behandlung mit Medikamenten

Zugsalben mit Schieferöl können dazu beitragen, einen Abszess schneller reifen zu lassen, sodass der Arzt ihn leichter öffnen kann.