01.01.2018

Rabattverträge

Seit einigen Jahren können gesetzliche Krankenkassen für ihre Versicherten mit Arzneimittelherstellern Rabatte auf Arzneimittelpreise aushandeln. Seit Oktober 2006 dürfen sie auch für Medikamente, deren Preis den Festbetrag überschreitet, Rabattverträge abschließen. Diese sind für die Arzneimittelabgabe bindend.

Wenn der Arzt Ihnen einen rabattfähigen Wirkstoff verordnet und die Auswahl des Mittels dem Apotheker überlässt ("Aut-idem-Regelung"), schreibt er den Namen des Wirkstoffs oder den eines Arzneimittels auf das Rezept und durchkreuzt das "Aut-idem-Kästchen". Der Apotheker muss dann das Medikament von der Firma auswählen, mit der Ihre Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Wenn der Arzt aber ein bestimmtes Arzneimittel außerhalb des Rabattvertrags verordnen möchte, kann er dies durch Ankreuzen des "Aut-idem-Kästchens" auf dem Rezept bestimmen.
Ein Beispiel soll das illustrieren: Sie sind bei der AOK versichert; der Arzt hat Ihnen bisher ein Medikament der Firma Hexal verordnet. Nun hat die AOK mit der Firma ratiopharm einen Rabattvertrag geschlossen, nicht jedoch mit Hexal. Daher bekommen Sie künftig das Medikament mit dem gleichen Wirkstoff wie bisher, aber hergestellt von ratiopharm. Das Mittel von Hexal oder ein anderes wirkstoffgleiches Mittel darf Ihnen der Apotheker nur noch geben, wenn ratiopharm nicht liefern kann oder wenn Sie von der "Mehrkostenregelung" Gebrauch machen. Diese Regel gilt seit dem 1. Januar 2011 beim Einkauf in der Apotheke. Jeder gesetzlich versicherte Patient kann jetzt entscheiden, ob er sein gewohntes Medikament bekommt oder ein wirkstoffgleiches billigeres Präparat. Den Preisunterschied zahlt er dann aber aus eigener Tasche.
Apotheker haben die Möglichkeit, den Austausch von Präparaten aufgrund pharmazeutischer Bedenken zu verhindern. Hierfür müssen aber gewichtige Gründe vorliegen, beispielsweise die Gefahr eines Wirkverlusts oder erheblicher unerwünschter Wirkungen. Diese Gefahr besteht vor allem bei Arzneistoffen, bei denen die Dosis, die für eine angemessene Wirkung erforderlich ist, und die, die zu erheblichen unerwünschten Wirkungen führt, nahe beieinander liegen. Alle diese Arzneistoffe sind inzwischen auf einer Liste (Substitutionsausschlussliste) zusammengefasst. Dazu zählen L-Thyroxin, alleine oder in Kombination (bei Schilddrüsenerkrankungen), verschiedene Antiepileptika wie z. B. Phenytoin, Carbamazepin und Primidon, die Immunsuppressiva Ciclosporin (bei Rheuma, Schuppenflechte) und Tacrolimus (nach Organtransplantationen), Digitalisglykoside (bei Herzschwäche) sowie der Gerinnungshemmer Phenprocoumon (bei Thrombosen) und einige Opioidschmerzmittel wie z. B. Buprenorphin und Oxycodon in Arzneiformen mit verzögerter Freisetzung. Wenn der Arzt Arzneimittel mit einem dieser Wirkstoffe verordnet, darf selbst dann nicht ausgetauscht werden, wenn das Kästchen „Aut idem“ durchgekreuzt wurde.
Rabattverträge können für die Versicherten zu einem direkten finanziellen Vorteil werden: Manche Krankenkassen verzichten bei der Verordnung von Medikamenten mit Rabattverträgen ganz oder teilweise auf die Zuzahlung.

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