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Paracetamol: Schmerz­mittel sicher anwenden und Vergiftung vermeiden

Richtig dosiert und nur kurze Zeit angewendet, hat Paracetamol kaum Neben­wirkungen und ist insbesondere für ältere Menschen geeignet, um Schmerzen und Fieber zu behandeln. Sogar in der Schwangerschaft kann es einge­setzt werden, wenn leichte akute Schmerzen oder Fieber unbe­dingt behandelt werden müssen. Doch die Grenze zwischen einer nützlichen und einer schädlichen Dosis Paracetamol ist sehr schmal.

Vorsicht vor Über­dosis

Aus Unwissen oder Unacht­samkeit kann es leicht zu einer Über­dosierung kommen, die die Leber schädigt und auch tödlich enden kann. Aus diesem Grund sind Mittel rezept­pflichtig, die gespritzt werden müssen oder pro Packung mehr als zehn Gramm Paracetamol enthalten.

Tipps für die sichere Anwendung von Paracetamol

  • Halten Sie unbe­dingt die korrekte Dosierung ein. Ansonsten gesunde Erwachsene dürfen am Tag keinesfalls mehr als vier Gramm Paracetamol anwenden. Einige Experten raten aus Sicher­heits­gründen sogar zu einer Ober­grenze von lediglich drei Gramm Paracetamol am Tag. Für Menschen mit gestörter Leber- oder Nieren­funk­tion gilt ebenfalls eine geringere Menge. Bei Säuglingen, Kindern und Jugend­lichen richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht und liegt entsprechend nied­riger.
  • Wählen Sie eine Anwendungs­form, mit der Sie den Wirk­stoff passend dosieren können. Für Kinder sind das Zäpf­chen oder Saft. Tabletten enthalten für Kinder, die weniger als 33 Kilogramm wiegen, in der Regel zu viel Paracetamol.
  • Bis die Wirkung von Paracetamol einsetzt, dauert es gut eine Stunde. Frühestens nach sechs Stunden kann eine weitere Dosis angewendet werden. Das gilt insbesondere für Kinder. Für manche Schmerzarten ist Paracetamol nicht gut geeignet. Das lässt sich auch durch Dosiss­teigerungen nicht verbessern. Die gesamte Tages­menge auf einmal zu schlu­cken, kann die Leber schädigen, die doppelte Tages­menge kann bereits lebens­gefähr­lich sein. Leber- und Nierenschäden drohen auch, wenn Sie Paracetamol über einen längeren Zeitraum in hoher Dosierung einnehmen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich mehr Paracetamol anwenden als beabsichtigt. Paracetamol ist Bestand­teil einiger Kombinations­mittel gegen Erkältungen („Grippe­mittel“). Wenn Sie beispiels­weise ein solches Mittel einnehmen, um Ihre Erkältung zu bekämpfen, und gleich­zeitig mit einem paracetamolhaltigen Mittel Fieber senken wollen, kann es sein, dass Sie die maximale Einzel­dosis bereits über­schreiten. Eltern, die ihr Kind zum Arzt oder ins Kranken­haus bringen, sollten die Ärzte unbe­dingt informieren, wenn sie ihrem Kind zu Hause bereits Paracetamol gegeben haben.