Medikamente im Test

Vorsicht: "Nasentropfen-Nase"!

Abschwellende Nasentropfen werden oft zu lange und zu häufig angewendet. Benutzen Sie sie öfter als dreimal täglich oder länger als fünf bis sieben Tage, besteht das Risiko, dass die Schleimhaut wieder anschwillt, sobald Sie das Mittel absetzen. Weil Sie meinen, der Schnupfen sei noch nicht überstanden, benutzen Sie das Mittel erneut. So geraten Sie zwangsläufig in einen Teufelskreis, der es kaum noch erlaubt, das Mittel wegzulassen.

Ist die Schleimhaut aber so oft und so lange den Wirkstoffen ausgesetzt, bleiben die Blutgefäße dauerhaft eng gestellt. Die Schleimhaut beginnt zu schrumpfen und sondert kaum noch Sekret ab, sodass sie trocken bleibt. Auch die Flimmerhärchen, die normalerweise Krankheitserreger und störende Fremdkörper (z. B. Staubkörnchen) nach draußen befördern, sind dann anhaltend in ihrer Funktion gestört. Dadurch wird die Nase erst recht anfällig für Viren und Bakterien und entzündet sich ständig neu. Dieses Krankheitsbild wird "Nasentropfen-Nase" genannt.

Sie sollten schleimhautabschwellende Mittel deshalb nur anwenden, wenn Sie sie unbedingt brauchen (z. B. abends zum Einschlafen). Dies gilt vor allem für Kinder, für die außerdem spezielle, niedriger dosierte Präparate vorgesehen sind.

Leiden Sie bereits aufgrund einer Daueranwendung von schleimhautabschwellenden Mitteln an einer "Nasentropfen-Nase", kann der Teufelskreis durchbrochen werden, indem zunächst eins der beiden Nasenlöcher von dem gefäßverengenden Stoff "entwöhnt" wird, während Sie im anderen Nasenloch weiterhin das abschwellende Mittel anwenden. Zur "Entwöhnungsbehandlung" eignen sich Salzlösungen oder Nasensprays mit Dexpanthenol. Wenn Sie durch das so behandelte Nasenloch wieder frei atmen können, beginnt die Entwöhnung des zweiten Nasenlochs.

Ein Nasenöl (Coldastop) soll die Nasenschleimhaut pflegen, wenn sie durch eine langdauernde Behandlung mit schleimhautabschwellenden Mitteln geschädigt worden ist. Ob die in dem Öl enthaltenen Vitamine A und E einen Beitrag zur Wirksamkeit des Mittels leisten, ist jedoch zweifelhaft. Das Öl kann die Funktion der Flimmerhärchen einschränken. Wenn winzige Fetttröpfchen aus Versehen eingeatmet werden, droht eine Lungenentzündung (Lipidpneumonie). Diese nachteiligen Eigenschaften gelten auch für andere Nasenöle.