Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

"Potenzmittel" ohne Rezept – Viagra Spitzenreiter bei Fälschungen

Arzneimittel zu fälschen kann lukrativer sein als Kokain zu vertreiben. Spam-Mails für Potenzmittel fluten weltweit die elektronischen Briefkästen. Aus dubiosen Quellen wird der Bezug dieser Mittel auch ohne Rezept angeboten. Meistgefälschtes Arzneimittel ist die Potenzpille Viagra.

Fälschungen dokumentiert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die aufgefundenen Fälschungen dieses Medikaments detailliert dokumentiert. Von 100 entdeckten gefälschten Packungen enthielten knapp 60 gar keinen Wirkstoff, 19 nicht die angegebene Menge und 16 nicht die genannten Inhaltsstoffe.

Auch pflanzliche Potenzmittel können gefährlich sein

Doch selbst wer vor dem unkontrollierten Kauf rezeptpflichtiger Arzneimittel zurückschreckt und sich stattdessen an "rein pflanzliche" Erektionsstimulanzien hält, ist nicht aus der Gefahrenzone. Schon im Jahr 2009 wurde die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft beispielsweise darüber informiert, dass man in dem Produkt SensaMen Varianten des Inhaltsstoffs von Viagra nachgewiesen hatte. Auf dem Präparat waren diese Bestandteile nicht angegeben. Vielmehr wurde es in einzelnen Apotheken als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Dass es verschreibungspflichtige Bestandteile enthält, war den Apothekern nicht bekannt.

Ungetestete Wirkstoffe werden den „Phytostimulanzien“ zugesetzt

Der Zusatz von verschreibungspflichtigen Substanzen zu angeblich pflanzlichen Potenzmitteln wird immer wieder nachgewiesen. Teilweise wurden sogar Wirkstoffe zugesetzt, die zwar denen der zugelassenen Arzneimittel ähneln, aber niemals am Menschen getestet wurden. Auf der Packung der "Phytostimulanzien" sind diese Wirkstoffe, die besonders für herzkranke Männer gefährlich werden können, nicht angegeben.