Medikamente im Test

Mineralöle in Kosmetika und Medikamenten

In Kosmetika, aber auch beispielsweise in Mitteln zur Nasenpflege, verwenden die Hersteller häufig mineralölbasierte Ausgangsstoffe, z. B. Vaseline und Paraffin. In vielen dieser Produkte – darunter auch Arzneimittel und Medizinprodukte – wurden in Tests der Stiftung Warentest Moah (mineral oil aromatic hydrocarbons) gefunden (Mittel zur Nasenpflege in 12/2016, Mineralöle in Kosmetika in 06/2016). Moah sind ein Gemisch aromatischer Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, von denen manche als möglicherweise krebserregend gelten. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) lässt sich Mineralöl inzwischen so gut reinigen, dass es allenfalls Spuren von Moah enthält (unter 0,0001 Prozent). Bei den durchgeführten Tests wurden allerdings meistens deutlich höhere Gehalte gefunden. Verschiedene betroffene Anbieter teilten mit, dass sie mineralölbasierte Rohstoffe in Qualitäten einsetzen, die das Europäische Arzneibuch erlaubt. Dies verlangt bisher keine Prüfung auf Moah. Es gibt keinen gesetzlichen Grenzwert für Moah und die gesundheitliche Beurteilung ist noch nicht abgeschlossen. Doch es lässt sich nicht ausschließen, dass Moah über Haut und Schleimhaut – gerade bei Einsatz an wunden Stellen – oder über den Mund in den Körper gelangen. Daher raten wir allen, die sichergehen wollen, Nasenpflegemittel ohne Moah zu verwenden. Alle Produkte, die laut den Tests mit Moah belastet waren, enthielten auch Mosh (mineral oil saturated hydrocarbons). Substanzen dieser Stoffgruppe sind bei Produkten auf Mineralölbasis unvermeidbar. Nimmt der Körper sie auf, können sie sich darin anreichern. Nach heutigem Wissensstand ist unklar, ob und in welchem Umfang Mosh durch Haut und Schleimhaut dringen.

Mehr bei Medikamente im Test