Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Lungenhoch­druck – wenn der Blut­druck das Atmen schwer macht

Kommt es zur Gefäß­ver­engung in den Lungen­arterien, steigt dort auch der Druck. Diese Form des Blut­hoch­drucks bezeichnet man auch als pulmonale arterielle Hyper­tonie. Je länger die Hyper­tonie anhält, desto steifer werden die Arterien und desto weniger Sauer­stoff kann von der Lunge aufgenommen werden.

Blutgefäße der Lunge verengen sich

Sind die Blutgefäße enggestellt, nimmt der Widerstand in den Gefäßen zu. In Folge verdickt sich die Muskulatur in den Lungen­arterien und baut sich in Bindegewebe um. Mit der Zeit wird die Arterie immer unelastischer, der Quer­schnitt schränkt sich ständig weiter ein und eine verhäng­nisvolle Krank­heits­spirale kommt in Gang.

Enge in der Brust, Wasser in den Beinen

Ein Lungenhoch­druck schränkt die körperliche Leistungs­fähig­keit stark ein, und es kann zu Kreis­laufstörungen, kurze Ohnmachten, Brustenge (Angina Pectoris), Durch­blutungs­störungen an Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom) oder auch Wasser­ansamm­lungen in den Beinen kommen.

Teufels­kreis. Die rechte Herz­kammer verliert an Kraft (Rechts­herz­insuffizienz), weil sie ständig gegen den hohen Druck in den Lungen­arterien anarbeiten muss – auch das verstärkt den Hoch­druck nur noch weiter, sodass sich das Ganze immer weiter hoch­schaukelt.

Ursachen einer pulmonalen Hyper­tonie erkennen

Eine pulmonale Hyper­tonie ist oft Folge einer chro­nisch-obstruktiven Lungen­erkrankung (COPD), kann sich aber auch durch Asthma, Aids, Sklerodermie, eine Lungen­embolie oder einen angeborenen Herz­fehler entwickeln. Wichtig ist es deshalb, dass die dem Hoch­druck zugrundeliegende Erkrankung behandelt wird. Und natürlich ist es unumgäng­lich, auf das Rauchen komplett zu verzichten.

Indirekte Diagnose. Eine einfache Methode, den Blut­druck in den Lungen­arterien zu messen, gibt es nicht. Mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) kann der Arzt fest­stellen, ob die rechte Herz­kammer vergrößert ist. Zusätzlich werden Röntgen- und Ultra­schall-Unter­suchungen einge­setzt, um den Lungenhoch­druck zu diagnostizieren.

Lungenhoch­druck lässt sich mit Sildenafil behandeln

Zur medikamentösen Behand­lung des Lungenhoch­drucks kann der Wirk­stoff Sildenafil (Revatio) in Form von Tabletten oder Spritzen einge­setzt werden, bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Sildenafil ist vor allem aus der Behand­lung von Erektionsstörungen bekannt (Viagra). Wird das Mittel bei Lungenhoch­druck kontinuierlich angewendet, treten jedoch mehr und häufiger unerwünschte Wirkungen auf als bei Männern, die Sildenafil nur gelegentlich einnehmen, um eine Erektion herbei­zuführen.

Sildenafil wirkt nur auf Lungengefäße

Bei Lungenhoch­druck bewirkt Sildenafil, dass sich die verengten Lungen­arterien erweitern. Auf die anderen Blutgefäße im Körper hat das Mittel nur einen geringen Einfluss, der Blut­druck wird nur gering­fügig und nur vorüber­gehend gesenkt. Bei Lungenhoch­druck kann Sildenafil die Leistungs­fähig­keit gering­fügig verbessern: bei Erwachsenen, die inner­halb von sechs Minuten 350 Meter gehen können, verlängert sich diese Gehstrecke unter Sildenafil um etwa 45 Meter. Ob sich damit auch die Lebens­erwartung erhöht, ist nicht erwiesen. Zur Behand­lung von Lungenhoch­druck ist Sildenafil deshalb mit Einschränkung geeignet. Das Mittel sollte ausschließ­lich in darauf spezialisierten Zentren einge­setzt werden.

Dosis genau beachten

Achtung: Revatio sollte keinesfalls in höherer Dosierung als vom Hersteller empfohlen einge­nommen oder injiziert werden. Bei Kindern kam es dadurch bereits zu Todes­fällen.