Medikamente im Test

Hyaluronsäure ins Kniegelenk

Unter dem Namen Hyalart ist ein Arzneimittel im Handel, das die Schmerzen arthrotisch veränderter Kniegelenke lindern und ihre Funktionsfähigkeit verbessern soll. Der Inhaltsstoff dieses Mittels ist Hyaluronsäure – ein natürlicher Baustein des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit. Die Hyaluronsäure des Produkts wird aus Hahnenkämmen gewonnen. Die Substanz wird direkt in das Gelenk hineingespritzt. Es wird vermutet, dass Hyaluronsäure die Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit verbessert und auf der Oberfläche des Gelenkknorpels eine Schutzschicht bildet.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zur therapeutischen Wirksamkeit sind widersprüchlich. Sie legen nahe, dass Hyaluronsäure die Schmerzen allenfalls für kurze Zeit verringern kann, und das auch nur geringfügig. Diesem eher geringen Vorteil steht eine Reihe unerwünschter Wirkungen gegenüber. So kann es beispielsweise Beschwerden an der Injektionsstelle geben. Generell besteht die Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen an der Haut, die auf dem Inhaltsstoff beruhen. Darüber hinaus verbindet sich mit einer Injektion in ein Gelenk grundsätzlich das Risiko für Infektionen. Sie können zu einer akuten Gelenkentzündung führen und in sehr seltenen Fällen eine Pseudogicht auslösen. Hyaluronsäure ist aufgrund fehlender Daten aus Langzeitstudien wenig geeignet, um Abnutzungserscheinungen am Kniegelenk dauerhaft zu behandeln.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Produkte, die Hyaluronsäure enthalten: u. a. Go-on, Hya-ject, Ostenil, Suplasyn und Synvisc. Sie werden für den gleichen Zweck eingesetzt, sind aber nicht als Arzneimittel zugelassen. Sie werden vielmehr als Medizinprodukte vertrieben, weil man vor allem von einer physikalischen Wirkung ausgeht – sie wirken als Puffer im Gelenk. Nur einige von ihnen wurden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in klinischen Studien untersucht.