Medikamente im Test

Durchspülungstherapie

Es ist eine weit verbreitete Gewohnheit, bei Blasenproblemen einen Blasen- und Nierentee zu trinken. Er enthält getrocknete Pflanzen, denen eine wasserausschwemmende (diuretische) Wirkung nachgesagt wird. Diese soll dadurch zustande kommen, dass Pflanzeninhaltsstoffe die Durchblutung der Nieren anregen. Oder sie soll auf dem hohen Gehalt dieser Pflanzen an Mineralsalzen beruhen, die, wenn sie über die Nieren ausgeschieden werden, viel Wasser an sich binden.

Der Urin, der durch die Harnwege läuft, soll Keime und Entzündungsprodukte von der Schleimhaut abspülen. Eine große Urinmenge kann dazu beitragen, die Symptome erträglicher zu machen und die Entzündung schneller zu beenden. Obwohl langjährige Erfahrungen diesen Effekt immer wieder bestätigen, ist eine direkte wasserausschwemmende Wirkung bisher für keine der entsprechenden Pflanzen sicher nachgewiesen worden. Es ist denkbar, dass der Effekt vornehmlich auf der großen Flüssigkeitsmenge beruht, die als Tee getrunken wird.

Nimmt man an, dass die Pflanzeninhaltsstoffe etwas zur Wirkung beitragen, muss das Produkt, aus dem der Tee aufgebrüht wird, selbstverständlich genügend Pflanzenmaterial enthalten. Außerdem muss der Tee ausreichend oft getrunken werden. Das frühere Bundesgesundheitsamt hat beispielsweise in den damaligen Angaben zur Durchspülungstherapie 8 bis 12 Gramm Brennnesselkraut oder 6 Gramm Schachtelhalmkraut pro Tag als notwendige Dosierung genannt. Da die üblichen Filterbeutel nur einen Teil dieser Menge fassen, muss im Laufe des Tages mehrmals Tee aus solchen Filterbeuteln aufgegossen und getrunken werden.

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