Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Wie Gehtraining gegen Durch­blutungs­störungen hilft

Wenn sich Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden, können arterielle Durch­blutungs­störungen entstehen. Neben einem eher ungesunden Lebens­wandel können Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck das Risiko dafür erhöhen. Zur Vorbeugung gegen die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist Bewegung wichtig, zur Behand­lung sollten Sie regel­mäßig ein spezielles Gehtraining absol­vieren.

PAVK ist auch als „Schau­fens­terkrankheit“ bekannt

Regel­mäßiges Gehen verringert Beschwerden bei "Schau­fens­terkrankheit" (Claudicatio inter­mittens), wie die PAVK im fort­geschrittenen Stadium auch genannt wird: Denn die Schmerzen beim Gehen zwingen Betroffene dazu, immer wieder stehen zu bleiben – beispiels­weise vor Schau­fens­tern. Nach einer Weile lassen die Beschwerden nach und man kann ein Stück weitergehen, bis erneut Schmerzen auftreten.

Konsequenz zahlt sich aus

Schmerzen reduzieren. Neben der Behand­lung zusätzlicher Erkrankungen oder Risiko­faktoren (siehe Allgemeine Maßnahmen) ist im Stadium II der PAVK ein tägliches Gehtraining besonders wichtig. Es kann bei "Schau­fens­terkrankheit" die Gehstrecke insgesamt und – wichtiger noch – die schmerz­freie Gehstrecke verlängern.

Durch­blutung verbessern. Dabei kommt es vor allem auf Ihre Eigen­initiative an: Je konsequenter Sie täglich gehen, desto wirk­samer ist das Training. Der Effekt besteht darin, dass sich durch den erhöhten Sauer­stoff­bedarf der Muskulatur beim Gehen Umge­hungs­blutgefäße (Kollateralen) ausbilden, wodurch sich die Durch­blutung verbessert.

Täglich trainieren. Damit dieser Effekt eintreten kann, müssen Sie aber wirk­lich täglich trainieren, sonst ist der Anreiz für den Körper zu schwach.

Trainings­gruppe nutzen. Am besten gelingt das richtige Gehen in einer speziellen Trainings­gruppe oder auf dem Laufband (strukturiertes Gehtraining). In vielen Orten gibt es mitt­lerweile Gefäß­sport­gruppen – erkundigen Sie sich beim Arzt oder Ihrer Kranken­versicherung danach.

So geht Gehtraining

Im Schmerz­rhythmus. Das Training besteht darin, dass Sie in möglichst raschem Tempo gehen (etwa 90 bis 120 Schritte pro Minute), und zwar so lange, bis ein leicht schmerzhaftes Spannungs­gefühl in den Beinen auftritt. Dann bleiben Sie stehen und warten ab, bis die Schmerzen abklingen.

Insgesamt eine Stunde. Anschließend gehen Sie weiter, bis die Schmerzen in vergleich­barer Stärke erneut einsetzen. Das Ganze wieder­holen Sie 20 bis 30 Minuten lang. Absol­vieren Sie diese Übung zwei- bis dreimal täglich, sodass Sie insgesamt auf eine Trainings­zeit von einer Stunde kommen.

Besser als andere Sport­arten. Dieses Gehtraining ist wichtiger als alle anderen Therapiemaß­nahmen und durch keine Sport­art zu ersetzen. Ob andere Sport­arten wie Radfahren, Schwimmen oder Kraft­training das Ganze noch unterstützen können, muss noch weiter untersucht werden.

Medikamente helfen, wenn Laufen nicht möglich ist

In manchen Fällen jedoch ist ein Gehtraining aufgrund von Begleit­erkrankungen schwierig: Im Rahmen einer Herz­schwäche kann beim Laufen Atemnot auftreten, bei schwerer Arthritis oder Arthrose fällt das Gehen oft schwer, bei neurologischen Störungen wie multipler Sklerose oder bei einer Erkrankung an Parkinson ist an ein Gehtraining ebenfalls nicht zu denken. Dann kommen auch Medikamente in Betracht, die die Durch­blutung ebenfalls etwas verbessern können.