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Blut­zucker­werte – Einheiten und Medium berück­sichtigen

Wer seinen Blut­zucker misst, sammelt regel­mäßig eine Menge Daten. Eigentlich sollen diese die Therapie sicherer machen, doch wer die Einzel­heiten nicht kennt, kann verunsichert werden.

Wo kommt der Blut­zucker­wert her?

Bei der Angabe der Blut­zucker­werte können zwei Faktoren Verwirrung stiften. Zuvor­derst muss immer klar sein, auf welches Medium sich der Glucose­wert bezieht. Glucose kann aus Voll­blut oder Plasma bestimmt werden.

Zucker wird verbraucht

Voll­blut ist Blut mit all seinen Inhalts­stoffen und Zellen. Plasma ist der farblose, wäss­rige Anteil des Blutes, aus dem die Zellen entfernt wurden. Zucker (Glucose) ist immer im Wasser­anteil gelöst. Der Wert einer Zucker­messung aus Voll­blut liegt immer leicht unter dem einer Messung aus Plasma. Das liegt daran, dass die roten Blutkörperchen im Voll­blut auch nach der Blut­abnahme noch Zucker verbrauchen. Um den Voll­blut­wert in den Plasma­wert umzu­rechnen, muss der Voll­blut­wert mit 1,11 multipliziert werden.

Blut­zucker­mess­geräte rechnen meist um

Die meisten Blut­zucker­mess­geräte verwenden zwar Voll­blut, geben den ange­zeigten Wert aber auf Blutplasma bezogen an. Das war jedoch nicht immer so. Erst 2010 haben sich auch die deutschen Diabetes-Fachgesell­schaften dem fünf Jahre vorher erfolgten interna­tionalen Vorschlag ange­schlossen, Zucker­werte nur noch als Plasma­werte anzu­geben. Auch in den strukturierten Behand­lungs­programmen für Diabetes werden diese Werte verwendet.

Ziel­werte fest­legen. Für Sie bedeutet das, dass Sie mit Ihrem Arzt klären müssen, ob die Ziel­werte, die Sie mit Ihrer Diabetesbehand­lung erreichen sollen, als Voll­blut- oder Plasmaglucose­werte angegeben sind. Außerdem sollten Sie über­prüfen, welche Art von Wert Ihr Mess­gerät anzeigt.

Unterschiedliche Maßeinheiten

In Deutsch­land werden zudem zwei verschiedene Maßeinheiten verwendet, in denen der Glucose­gehalt angegeben wird. Die interna­tionale Maßeinheit für den Zucker­gehalt des Blutes lautet Millimol pro Liter (mmol/l). Diese Maßeinheit wird auch in den Behand­lungs­programmen der Krankenkassen verwendet. Doch auch die alte Maßeinheit Milligramm pro Deziliter (mg/dl) ist noch sehr gebräuchlich.

Umrechnungs­hilfe

Es entsprechen:

60 mg/dl =   3,33 mmol/l

80 mg/dl =  4,44 mmol/l

100 mg/dl = 5,55 mmol/l

120 mg/dl = 6,66 mmol/l

140 mg/dl = 7,77 mmol/l

160 mg/dl = 8,88 mmol/l

180 mg/dl = 9,99 mmol/l

200 mg/dl = 11,11 mmol/l.