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Nitrate bei Angina Pectoris – auf die Pause kommt es an

Zur Behand­lung einer Angina Pectoris werden nitrathaltige Medikamente einge­setzt. Schnell­wirkende Nitrat-Präparate sind geeignet, einen akuten Angina-Pectoris-Anfall zu unter­brechen. Lang­fristig helfen Nitrate, einem Anfall vorzubeugen. Damit ihre Wirkung erhalten bleibt, sind bestimmte Einnahme­regeln zu beachten.

Nitrattoleranz vermeiden

Gelangt ständig Nitrat ins Blut, lässt die Wirkung des Wirk­stoffs mit der Zeit nach. Eine solche "Nitrattoleranz" lässt sich vermeiden, indem man das Medikament nur alle acht bis zwölf Stunden­einnimmt. Je höher die Nitratdosis, desto wichtiger ist es, diese Pausen einzuhalten. Nur so kann das Mittel seine volle Wirkung entfalten.

Bei lang­fristiger Einnahme wegen Angina Pectoris

Wenn Sie Nitrate lang­fristig anwenden, um Angina-Pectoris-Anfällen vorzubeugen, ist es ratsam, die letzte Tablette des Tages um 18 Uhr (nicht­retardiertes Mittel) bzw. um 14 Uhr (retardiertes Mittel) einzunehmen; dann ist der Abstand bis zur Anwendung am folgenden Morgen lang genug. Pflaster kleben Sie vorzugs­weise tags­über auf und nehmen sie abends ab.

Nächt­licher Anfall. Treten die Angina-Pectoris-Anfälle vor allem nachts auf, können Sie die letzte Tablette unmittel­bar vor dem Zubett­gehen nehmen. Dann müssen Sie jedoch die Einnahme der morgendlichen Tablette um einige Stunden verschieben, damit die Pause zwischen den Anwendungen lang genug ist.

Alternative Molsidomin

Sie können sich aber auch zusätzlich ein Präparat mit dem Wirk­stof Molsidomin verschreiben lassen und dieses abends anstelle von Nitrat einnehmen. Gelingt es auch tags­über nicht, die Pausen einzuhalten, weil häufiger Angina-Pectoris-Anfälle auftreten, die mit kurz­wirkenden Nitraten in Form von Zerbeiß­kapseln, Sprays oder Lösungen behandelt werden müssen, sollten Sie mit dem Arzt beraten, ob eine voll­ständige Umstellung auf Molsidomin für Sie nicht die bessere Lösung ist.

Instabile Angina Pectoris: Sofort zum Arzt!

Wenn Sie spüren, dass es Ihnen nicht mehr gelingt, einen Anfall mit Nitroprä­paraten zu unter­brechen, hat sich eventuell eine instabile Angina Pectoris entwickelt, die unver­züglich ärzt­lich behandelt werden muss.